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Laax ist erst der Anfang
15. Dezember 2012 10:14; Akt: 15.12.2012 10:15 Print
«Private Luxus-Skigebiete sind denkbar»
Die VIP-Pässe der Skidestination Laax sind ein Klacks, verglichen mit den Exklusiv-Angeboten ausländischer Wintersportgebiete. Gibt es bald auch in der Schweiz Pisten nur für Superreiche?
Von begeistert bis empört - die Exklusiv-Angebote in Laax haben im Vorfeld viel Aufsehen erregt. Für Experten aus der Tourismus- und Seilbahnindustrie ist klar: Bei Einführung der VIP-Tickets und Luxus-Saisonabos am 22. Dezember wird die Konkurrenz mit Argusaugen beobachten, wie es um die Nachfrage steht. «Ob andere Skigebiete das Modell übernehmen, hängt natürlich vom Erfolg ab», sagt Gieri Spescha von Graubünden Tourismus. Verkaufen sich die Tagespässe und Saisonabos gut, wird die Konkurrenz kaum tatenlos zusschauen. «Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass andere Skigebiete mit ähnlichen Angeboten folgen könnten», sagt auch Heinz Keller, Sprecher von Schweiz Tourismus.
Die Zweiklassengesellschaft auf dem Berg ist kaum mehr aufzuhalten. Das zeigt ein Blick ins Ausland (siehe Bildstrecke). Dort sind Luxus-Angebote auf dem Berg, die hierzulande für erhitzte Gemüter sorgen, längst Realität. In Aspen (USA) beispielsweise kann man einen Saison-VIP-Pass für umgerechnet 23'000 Franken kaufen. Dafür können bereits vor den Normalbesuchern erste Linien in die Pisten gezogen werden. In Ischgl gibts für eine Mitgliedschaft im «VIP Mountain Club» zum Privatzugang zur Gondel noch einen Privatskilehrer, eine Skijacke und ein Armband dazu. Der Preis: 1900 Euro Einschreibegebühr und 1100 Euro Jahresbeitrag.
Gesinnungswechsel bei den Bergbahnen
Auf die Spitze treibts der Yellowstone Club im US-Bundesstaat Montana. Wer im privaten Skigebiet die 60 Pisten herunterbrettern will, muss zuerst eine Liegenschaft, die mindestens drei Millionen kostet, besitzen und einen Aufnahmebeitrag von 250'000 Dollar bezahlen. Dazu kommt der jährliche Mitgliederbeitrag von 16'000 Dollar. Hier kommt der Skipisten-Pöbel dem Geldadel bestimmt nicht in die Quere.
Ein Skigebiet für Superreiche - ist das auch in der Schweiz bald Alltag? Gut möglich, sagt Roger Walser von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur. «Das werden sich auch einige kleinere Lifte in der Schweiz überlegen.» Der Grund: Geraten eher überschaubare Destinationen an ihre Investitions-Grenzen, ist der Verkauf an einen «Exklusiv-Betreiber» ein naheliegender Schritt. «Private Luxus-Skigebiete sind deshalb denkbar», so Walser.
Bei den Bergbahnen werde es wohl langsam zu einem Gesinnungswechsel kommen. Neben der Einführung verschiedener Preiskategorien, die eine Studie der HTW Chur, Universität St. Gallen und Seilbahnen Schweiz, bereits vor zwei Jahren vorgeschlagen hat, rechnet er mit mehr innovativen Angeboten. «Vor allem in der bisher ungenutzten Zeit während der Gondelfahrt steckt Potenzial.» Wann auch in anderen Skigebieten der rote Teppich für Luxus-Gäste ausgerollt wird, bleibt abzuwarten. Das exklusive Saison-Abo in Laax ist aber wohl erst ein Anfang.
(lhr/dwi)
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Problematisch
Naja, wenn das eine oder andere kleine Skigebiet nur noch für Superreiche ist, ok. Wenn aber flächendeckend eine 2-klassengesellschaft eingeführt wird, finde ich das höchst problematisch. Gerade in einem Land in dem Skifahren noch immer als Volkssport Nr 1 gilt ...
Luxus-Skigebiete und Finanzausgleich?
Dass ausgerechnet in der gesellschaftlich liberalen Schweiz Zonen nur für die finanzielle Obrigkeit eingeführt werden sollen, empfinde ich mehr als stossend. Insbesondere dann, wenn der betroffene Kanton vom Eidg. Finanzausgleich profitiert, kann es nicht sein, dass die Damen und Herren Subventionsempfänger sich lokal dermassen unsolidarisch benehmen. Ist aber schlussendlich ein Ausdrucke einer Gesellschaft, die Geld erhält und sich nicht erarbeiten muss; analog zu Bankstern. Private Luxus-Skigebiete sind deshalb UNDENKBAR.
Yellowstone Club
Der zitierte Yellowstone Club ging 2008 Pleite. Auch wenn das Resort wieder in Betrieb ist, ist es Fraglich, ob so was in der Schweiz Zukunft hat. Schliesslich muss es genug Leute geben die Bereit sind für so was zu zahlen.