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Ski-Stöckli
20. November 2011 20:11; Akt: 20.11.2011 20:12 Print
«Uns glaubt man, dass wir Skis bauen können»
von Sandro Spaeth - Der Skimarkt schrumpft, Stöckli wächst. Wie ist das möglich? Beni Stöckli vom gleichnamigen Schweizer Skihersteller erklärt, weshalb er trotz fehlendem Schnee auf ein Rekordjahr hofft.

Ein Familienunternehmen: Der 52-jährige Beni Stöckli führt den Wolhuser Skihersteller Stöckli in dritter Generation. An der Spitze steht Stöckli Junior seit Frühjahr 2008. Sein Vater präsidiert den Verwaltungsrat. (Bild: zvg)
Der November ist viel zu warm und auf der Alpennordseite liegt noch überhaupt kein Schnee. Wird man da als Skihersteller nervös?
Beni Stöckli: Klar sehnen wir den Schnee herbei. Um nervös zu werden, ist es aber noch zu früh. Wir hoffen, dass der Wintereinbruch bis spätestens Anfang Dezember eintreten wird, da es nachher schwer wird, verpasste Verkäufe wieder aufzuholen.
Stöckli-Pilot Andrej Jerman nach seiner gelungenen Fahrt am Lauberhorn 2011.
Infografik
Skiausrüstung im Wandel der Zeit
Wie wichtig wäre der frühe Schneefall?
Wenn es bereits im November bis ins Flachland schneit, machen wir die besten Umsätze. Zudem beruhigt ein früher Schneefall bis in die Niederungen die ganze Branche. Ansonsten gehen vereinzelte Mitbewerber noch vor Weihnachten mit den Tarifen runter, was wiederum der gesamten Branche schadet. Auf einen Kampf schon im Dezember werden wir uns aber keinesfalls einlassen.
Ist mit dem schlechten November das Rekordergebnis des letzen Winters schon gar nicht mehr zu überbieten?
Vergangener Winter war für uns tatsächlich ein Rekordjahr. Wir produzierten und verkauften
Was, wenn der Schnee noch einen weiteren Monat ausbleibt?
Dann könnten wir die Produktion zurückfahren. Als kleiner Hersteller sind wir sehr flexibel. Wir wollen zu viel produzierte Skis keinesfalls zu Tiefstpreisen verkaufen müssen, weshalb wir unsere Produktionsmenge entsprechend steuern. Noch sehen wir aber keinen Handlungsbedarf.
Der Skimarkt insgesamt schrumpft, Stöckli aber wächst. Wie geht das?
Es ist eine Frage auf welchem Niveau man wächst. Als kleiner Akteur haben wir es sicher leichter, den grossen Playern etwas vom Kuchen wegzunehmen. Wir sind eine gute Alternative – innovativ, technisch und preislich konkurrenzfähig. Zudem kommt unsere Swissness auch international gut an. Die Kunden assoziieren das Schweizerkreuz mit Qualität und Zuverlässigkeit. Im Ausland glaubt man den Schweizern, dass sie gute Skis bauen können.
Wo haben die Stöckli-Skiverkäufe zuletzt besonders stark zugelegt?
In den USA sind wir in der letzten Saison im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Grosse Akzeptanz haben unsere Produkte auch in Italien, Frankreich, Deutschland und Skandinavien. Auch Japan ist mittlerweile ein wichtiger Exportmarkt.
Wann sehen wir den ersten Stöckli-Flagship-Store in US-Nobelskiorten wie Aspen oder Beaver Creek?
Noch ist die Zeit nicht reif für eigene Shops im Ausland. Derzeit ist es noch am interessantesten, wenn wir unsere Produkte über Importeure absetzen. Wir beurteilen die Situation aber von Jahr zu Jahr neu.
Wie stark leidet Stöckli unter dem starken Franken?
Es ist keine schöne Situation. Wir müssen sehr stark darauf achten, dass wir die Produktion effizient gestalten können, um im Ausland konkurrenzfähig zu bleiben. Immerhin erlaubt uns der starke Franken einen Teil der Rohstoffe günstiger einzukaufen. Ich bin derzeit aber froh, dass wir lediglich 40 Prozent unserer Skis exportieren. Deshalb sind wir der Währungssituation weniger stark ausgeliefert als reine Schweizer Exportunternehmen.
Weshalb fährt eigentlich keiner der Schweizer Männer-Ski-Asse mit Skis aus Wolhusen?
Das ist eine Frage des Budgets. Didier Cuche oder Carlo Janka unter Vertrag zu nehmen kostet im Jahr einen höheren sechsstelligen Frankenbetrag. Hinzu kommen Prämien, Serviceleute und grosse Mengen an Material. Als KMU und Familienbetrieb können wir uns «nur» Stars wie Tina Maze oder Andrej Jerman leisten. Unsere Strategie beruht mehr auf jungen Schweizer Fahrern, wie beispielsweise Fabienne Suter oder Christian Specha, die wir an die Spitze begleiten und versuchen an uns zu binden.
Träumen Sie manchmal davon, dass jemand mit Brettern von Stöckli die Lauberhornabfahrt gewinnt?
Ja. Wir waren aber bereits zwei Mal ganz nahe dran. Letztes Jahr fuhr der Slowene Andrej Jerman auf den 4. Rang. Sein Rückstand betrug aufs Podest lediglich 5 Hundertstel. Und bei der Austragung im Jahr zuvor wurde Jerman Fünfter. Dieses Jahr sollte es nun endlich klappen mit dem Podest.
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Alle 16 Kommentare
































Träge
Leider verschläft Stöckli komplett den Trend. Sie haben weder einen Rocker Ski noch einen wirklich leichten Tourenski.
keineswegs träge
Leider hast du die die aktuelle Kollektion von Stöckli Ski verschlafen. Denn diese Saison sind die Schweizer Skihersteller mit diversen Rocker Ski am Start!
Welcher Modelle?
Und welcher hat den einen Rocker in der aktuellen Kollektion? Ich sehe nur ein paar Breitere, aber keinen mit anständigem Rocker wie K2 Pon2oon.
Wirtschaftlichkeit vs. breites Sortiment
Lieber Freerider. Nischenprodukte mögen interessant sein, rentieren aber für ein kleines Unternehmen, welches hauptsächlich auf Wintersportartikel fokussiert ist, nicht, weil die Entwicklungskosten in keinem Verhältnis zum zu erwartenden Absatz stehen. Sonst würde der Ski letztendlich viel zu teuer und somit nicht konkurrenzfähig. Solche Produkte lohnen sich für Sportartikelhersteller, welche ein breites Sortiment aufweisen und so auch ein weniger rentables Produkt zwecks Sortimentsergänzung anbieten können, in dem die Verluste vom Restabsatz kompensiert werden.
Gut so Stöckli
Stormrider 95 und Stormrider TT110. Leider gibt es in der Schweiz sehr selten eine Möglichkeit einen Ski wie den Pon2oon zu fahren. Und ich finde es gut dass Stöckli sich darauf konzentriert was sie gut können. Wo kämen wir hin wenn alle Skihersteller in allen Bereichen versuchten mitzumischeln, Marken wie 4FRNT oder Skitrab stellen sehr gute sehr spezialisierte Skis her, ich denke nicht dass sich ein kleines schweizer Familienunternehmen leisten kann, einen Ski zu produzieren den man in der Schweiz nur einige 100 mal verkaufen kann. Das breite schweizer Publikum würde auf der Strecke bleiben.
Bravo
Bravo Stöckli. Gutes Produkt, gutes Konzept, gute Leute. Und vorallem nicht alle am jammmern weils noch kein Schnee hat, und alle die Saison abschreiben...
Super Swissness-Ski
Super gute und schöne Ski's aus der Schweiz und ein gutes Marketing dazu, dann funktionierts. Selber fahre ich auch begeistertet einen Stöckli-Ski und es ist ein gutes Gefühl, einen tollen Schweizer-Ski unter den Füssen zu haben. Bitte weiter so!
Warum Geld nicht in der Schweiz lassen?
Pitch hat recht. Da kann ich nur beipflichten. Ich bin schon viele Skier gefahren und kann it gutem Gewissen sagen - Stöckli hält absolut mit! Zusammen mit dem super Service kann ich nur sagen: "Warum denn keinen Schweizer Ski kaufen und das Geld hier in der Schweiz ausgeben?"
Herr
Bin aus Deutschland und fahre seit 2006 den Rotor 169 und seit 2005 alle 2 Jahre den aktuellen Laser SL.Bin vom Material begeistert,kein Plastikgeläpp mit Dämpfern,Stabilisatoren und besch... Bindungssystemen sondern solides Sandwich von guter Qualität.Weiter so!!!