Oberster Bankier

12. November 2012 11:13; Akt: 12.11.2012 11:13 Print

«Wir wollen keinen Cent Schwarzgeld mehr»

Die Bankiervereinigung hofft, dass sich in Deutschland doch noch «die Vernunft» durchsetzt, und der Bundesrat dem Steuerdeal zustimmt. Bankier-Chef Patrick Odier will die Vergangenheit abhaken.

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Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, hofft auf ein Zustandekommen des Steuerdeals mit Deutschland. (Bild: Keystone)

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Klare Ansage vom obersten Bankier der Schweiz: Patrick Odier, Präsident der Bankiervereinigung, will unter die Vergangenheit einen Schlussstrich ziehen. «Wir wollen keinen Cent Schwarzgeld mehr», so Odier zum deutschen Magazin «Spiegel». Für dieses Ziel sei der Vertrag über die Abgeltungssteuer die beste Lösung. Kommende Woche wird die deutsche Länderkammer Bundesrat über den Steuerdeal abstimmen.

Im Interview widerspricht Odier der Behauptung, deutsche Steuerhinterzieher zögen vor einem Inkrafttreten des Steuerabkommens massenhaft Geld ab und brächten es in anderen Steueroasen unter.

«In den vergangenen zwölf Monaten sind nach unseren Erhebungen nur rund 0,4 Prozent des deutschen Vermögens in Staaten ausserhalb der EU geflossen»,
sagte der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, Patrick Odier, dem deutschen Magazin «Spiegel».

«Die Leute sind doch alle froh, wenn sie das Problem endlich bereinigen können», erklärte Odier. «Deshalb sucht kaum jemand nach einer Steueroase - zumal es auch immer weniger davon gibt.»

Odier widersprach Berechnungen des Finanzministeriums in Nordrhein-Westfalen, wonach die meisten Steuerhinterzieher mit einer geringen Abschlagszahlung auf ihr Vermögen wegkämen.

Odier warnt SPD und Grüne

Aus den Daten der Banken gehe hervor, dass der durchschnittliche Steuersatz für die Abschlagszahlung 25 Prozent des Vermögens betrage. Das sei eine ganze Menge, zumal 95 Prozent der Steuerhinterzieher damit mehr zahlten als bei einer Selbstanzeige.

Odier warnte SPD und Grüne davor, das deutsch-schweizerische Steuerabkommen im Bundesrat, der deutschen Länderkammer, scheitern zu lassen. «Je später es ein Steuerabkommen gibt, desto mehr Vergehen verjähren. Und desto weniger Geld bekommt Deutschland.»

(sas/sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 13.11.2012 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Tongrenlu Joe

    Genau, weil vor allem die Banken soviel Steuern zahlen! ;-) Völlig lächerlich die Aussage!

  • Hans Müller am 12.11.2012 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist zu wenig

    Wir haben ja genug lange profitiert .. Wir die neutralen Schweizer...

    • Supermario am 13.11.2012 13:15 Report Diesen Beitrag melden

      Wovon?

      Dass wir nun seit mehr als 15 Jahren permanent in den Medien erscheinen; dies obwohl mit Sicherheit auch in anderen Staaten mit entsprechenden Gesetzen schwarzes anzutreffen ist?

    einklappen einklappen
  • Schwarz Malerp am 12.11.2012 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen?

    Die negativen Kommentare auf diese Ankündigung geben zu denken. Liebe Kritiker: was wollt ihr? Alle Banken abschaffen oder wie sieht euer Bankenkonzept für die Zukunft aus?

    • Supermario am 13.11.2012 13:12 Report Diesen Beitrag melden

      Danke!

      Danke; zumal in der Zwischenzeit bei jeder mittelgrossen Bargeldtransaktion beinahe mit eine Arretierung gerechnet werden muss.

    einklappen einklappen
  • Anna-Louise am 12.11.2012 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    unglaubwürdig und lächerlich

    Lächerlich, einfach nur lächerlich, wer glaubt heutzutage noch einem Banker?

    • ehrlicher Steuerzahler am 14.11.2012 08:13 Report Diesen Beitrag melden

      Nummernkonti

      Ich bin genau der gleichen Meinung. Wenn schon keinen Cent Schwarzgeld mehr, dann aber bitte Nummernkonti und verklausulierte Depots verbieten.

    einklappen einklappen
  • Robert Wunder am 12.11.2012 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Der Oberste Banker will das, ist gut. Der Unterste Banker, dem ist das egal! Oben und Unten, das ist Weit Weg...