Versicherungen

23. Februar 2017 07:24; Akt: 23.02.2017 14:46 Print

Mehr Katastrophen – Swiss Re macht weniger Gewinn

Waldbrände, Erdbeben und ein Hurrikan drücken aufs Ergebnis des Rückversicherers. Dennoch erhöht der Konzern die Dividende. Er nominiert auch neue Verwaltungsräte.

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Sitz der Swiss Re am Mythenquai in Zürich. (Archivbild Keystone/Alessandro Della Bella. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

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Swiss Re hat ein durchzogenes Geschäftsjahr hinter sich. Der Rückversicherer konnte zwar die Prämieneinnahmen steigern. Höhere Schäden aus Naturkatastrophen und sinkende Margen drückten jedoch auf den Konzerngewinn.

So hat sich 2016 der Konzerngewinn im Vorjahresvergleich um 22,6 Prozent auf 3,6 Milliarden Franken reduziert. Rückläufig waren dabei die Ergebnisse gleich in drei der vier Konzernsparten.

Weniger Schäden befeuern Wettbewerb

Christian Mumenthaler, der seit dem 1. Juli 2016 den Versicherer führt, zeigt sich an der Bilanzmedienkonferenz am Donnerstag in Zürich dennoch mit dem Ergebnis zufrieden. «Wir haben 2016 trotz anhaltend schwierigen Geschäftsbedingungen ein gutes Ergebnis erzielt», sagte er.

Mit schwierigen Geschäftsbedingungen meinte er einerseits den anhaltenden Preisdruck in der Branche. Weil in den letzten Jahren die Zahl der Grossschäden in der Tendenz gesunken ist, haben die Rückversicherer nämlich die Prämien gesenkt, was den Preiswettbewerb angeheizt hat. Andererseits musste Swiss Re 2016 im Vergleich zum sehr schadenarmen Vorjahr mehr Schäden decken.

So haben unter anderem die Waldbrände in Kanada, das Erdbeben in Neuseeland und der Hurrikan Matthew zu steigenden Ausgaben geführt. Dazu kamen ein Leck in einer Pipeline und ein durch eine Arbeitscrew ausgelöster Waldbrand in Nordamerika, der im Bereich der Firmenversicherungen die Kosten ansteigen liess.

Druck auf die Marge

Der in diesem Geschäft wichtige Schaden-Kosten-Satz, das Verhältnis von Schadenaufwand zu Prämieneinnahmen, hat sich bei der Swiss Re entsprechend von 87,0 Prozent 2015 auf 94,8 Prozent verschlechtert. Und das obwohl der zweitgrösste Schadensversicherer die Prämien- und Honorareinnahmen um 10 Prozent auf 33,2 Milliarden Dollar erhöhen konnte.

Unter Druck war dabei die Marge gleich in drei der vier Geschäftsfelder. In der Sparte mit Unternehmensversicherungen sackte aufgrund des Preisdrucks und deutlich mehr von Menschen verursachten Schäden der Gewinn um 62 Prozent auf 135 Millionen Franken ab. Der Schaden-Kosten-Satz erhöhte sich von 93 auf 101 Prozent.

Rückläufige Gewinne gab es jedoch auch in den zwei Rückversicherungssparten. So erwirtschaftete die grösste Sparte, die Rückversicherung im Schaden- und Haftpflichtgeschäft, mit 2,1 Milliarden Dollar ein um 30 Prozent tieferes Ergebnis als im Vorjahr, was der Versicherer mit höheren Kosten durch Naturkatastrophen und Ernteausfälle erklärt.

Aber auch das stabilere Geschäft mit der Rückversicherung von Lebens- und Gesundheitsversicherungen konnte nicht an das Vorjahresergebnis anknüpfen. Der Gewinn fiel mit 807 Millionen Dollar um 17 Prozent tiefer aus. Der Grund ist hier gemäss Swiss Re einerseits ein schlechteres Ergebnis in dieser Sparte in Grossbritannien. Andererseits habe im Vorjahr eine Wertberichtigung den Gewinn erhöht.

Erwartungen nicht erfüllt – Aktie gibt nach

Einzig im Geschäft mit der Abwicklung von geschlossenen Lebens- und Krankenversicherungsportfolios konnte Swiss Re den Gewinn dank einem markant besseren Anlageergebnis um die Hälfte auf 638 Millionen Dollar steigern. Bei diesem Geschäft kauft Swiss Re von Versicherern Pakete mit bereits abgeschlossenen Versicherungsverträgen, die Swiss Re dann bis zu deren Ablauf weiterführt.

Mit diesen Ergebnissen hat der Schweizer Rückversicherer die Erwartungen der Analysten und der Anleger nicht ganz erreicht. Der Aktienkurs der Swiss Re Aktie gab trotz einer Dividendenerhöhung und der Aussicht auf ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Laufe des Tages um über ein Prozent nach, womit die Aktie den grössten Verlust aller Titel im Börsenindex SMI verzeichnete.

Trends von 2016 setzen sich fort

Dazu beigetragen hat auch ein Ausblick, der wenig optimistisch ausfällt. Die Trends vom vergangenen Jahr setzen sich nämlich gemäss Mumenthaler auch im laufenden Jahr fort. So bleiben im Schaden- und Haftpflicht-Rückversicherungsgeschäft und in der Unternehmensversicherungssparte die Preise unter Druck.

Swiss Re hat denn auch bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge auf den 1. Januar 2017 zugunsten höherer Marge auf Prämienvolumen verzichtet. Es sank im Vorjahresvergleich um 18 Prozent auf 8,5 Milliarden Franken. In diesem Geschäft heisst die Strategie des Unternehmens denn auch lediglich die Position halten.

Wachsen dagegen will Swiss Re mit massgeschneiderten Rückversicherungsverträgen sowie mit Zukäufen in den beiden Nichtrückversicherungs-Sparten. So strebt Swiss Re im Geschäft mit der Versicherung von Unternehmen Übernahmen an. Auch im Geschäft mit der Abwicklung von geschlossenen Lebensversicherungs-Portfolios will Swiss Re weitere Versicherungspakete kaufen.

(rub/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TomTom am 23.02.2017 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Super Rendite

    Ist doch top, eine Rendite von 4,95% bei diesem Tiefzinsumfeld!

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  • Heiri am 23.02.2017 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Sie haben mehrere Milliarden gewinn gemacht und fangen trotzdem an zu heulen?

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  • Herr deep am 23.02.2017 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Milljarden gewinn

    Das erreicht man nur mit diebstahl anderst kann ich es nicht formulieren

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr deep am 23.02.2017 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Milljarden gewinn

    Das erreicht man nur mit diebstahl anderst kann ich es nicht formulieren

    • C. Gyr am 23.02.2017 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herr deep

      Gegen Diebstahl kann man sich versichern ! ;-)

    • M.Bonetti am 23.02.2017 14:01 Report Diesen Beitrag melden

      Das Geld ist nicht weg !

      Es hat nur jemand anderer!

    • Statistik Student am 23.02.2017 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herr deep

      Da kennt sich wohl jemand nicht mit Statistik aus.

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  • Heiri am 23.02.2017 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Sie haben mehrere Milliarden gewinn gemacht und fangen trotzdem an zu heulen?

    • Andrea am 23.02.2017 08:24 Report Diesen Beitrag melden

      @ Heiri

      Frage mich gerade, wer hier am heulen ist? Mehr Dividende und Aktienrückkaufprogramm, was will der Aktionär noch mehr ?!

    • Favorit am 23.02.2017 11:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Heiri

      Wer lesen kann ist im Vorteil, es ist eine reine Feststellung gegenüber dem Vorjahr, heulen tut hier Niemand und das Ergebnis ist noch immer top, wenn man verfolgt wie schwierig die Umstände im Moment sind.

    • Supermario am 23.02.2017 12:14 Report Diesen Beitrag melden

      Wer heult?

      Der einzige der zu heulen scheint ist wohl der Heiri, welcher der "Rück" den Erfolg (der übrigens global erwirtschaftet wurde) neidet!

    • Antwort am 23.02.2017 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heiri

      freut es dich wenn du im nächsten Monat nur 4000 statt wie normalerweise 6000 verdienst?

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  • TomTom am 23.02.2017 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Super Rendite

    Ist doch top, eine Rendite von 4,95% bei diesem Tiefzinsumfeld!

    • Gaudenz am 23.02.2017 08:02 Report Diesen Beitrag melden

      Kasse machen

      Auch die Zurich Versicherung, hat eine Dividenden Rendite von 6,07% welche am 1.April fällig wird.

    • TimTim am 23.02.2017 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @TomTom

      Wer sagt, dass eine Aktie einen Wert von 100.- hat?

    • Thomas am 23.02.2017 08:09 Report Diesen Beitrag melden

      Gratis Tipp, Verrechnungssteuer sparen..

      Am Tag der Dividendenausschüttung wird die Aktie "ex Dividende", mit Dividendenabschlag, gehandelt. Aktionäre bekommen an diesem Tag ihre Dividende gutgeschrieben, der Aktienkurs wird um den Ausschüttungs-Betrag reduziert. Kurse erhalten am sogenannten Ex-Dividenden-Tag üblicherweise den Zusatz "ex Dividende". Wer an diesem Tag kauft, kann sich die "Verrechnungssteuer" sparen...

    • MadMax am 23.02.2017 08:14 Report Diesen Beitrag melden

      @ TimTim

      Die Dividende wird im Umfang von 4,85 CHF je Aktie sein, was einem Aktienkurs von etwa 93.-- entspricht.

    • Cornel am 23.02.2017 08:22 Report Diesen Beitrag melden

      @ TomTom

      Die SwissRE Aktie ist vorbörslich 2% im Minus, was die Rendite um weitere 2% erhöht! Ein Kauf, könnte sich daher lohnen, denn die Aktie wird wieder steigen.. Rendite neu 6,95%!

    • Vanessa am 23.02.2017 08:27 Report Diesen Beitrag melden

      @ TimTim

      Wieso, braucht ein Mensch Luft zum Atmen ?

    • David am 23.02.2017 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @TomTom Die Grossen bekommen die Kleinen gehen lee

      Darum Vollgeldinitiative an die Urne, es muss schnell gehen!

    • Gusti am 23.02.2017 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Wer garantiert, dass der Dividendenabgang wieder aufgeholt wird? Es könnte im Anschluss an den Ex-Dividenden-Tag mit dem Börsenkurs auch nur noch weiter abwärts gehen.

    • Supermario am 23.02.2017 12:12 Report Diesen Beitrag melden

      @Cornel

      Wie rechnest Du denn??? Bei 92 Aktienkurs ergibt sich eine Dividendenrendite von ca. 5.3%! Die 2% Kursrückgang sind für Dich als Aktienhalter per se (Buch)verlust!

    • Andrea am 23.02.2017 16:50 Report Diesen Beitrag melden

      @ "Supermario"

      So ein Blödsinn, wenn man die Aktie kauft wenn sie 2% im Minus ist, resultiert sehr wohl eine Dividenden Rendite von 6.95%.

    • Tamara am 23.02.2017 16:53 Report Diesen Beitrag melden

      @ Gusti

      Langfristig wurde der Dividendenabgang immer wett gemacht... wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wär ich schon lange Millionärin :-)

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