Mini-Kraftwerk

23. November 2014 13:28; Akt: 23.11.2014 13:28 Print

Mit Gas das Smartphone aufladen

von Kaspar Wolfensberger - Ein Dresdner Start-up hat ein Mini-Kraftwerk für die Hosentasche entwickelt. Auch eine Zürcher Firma tüftelt an einer Lösung fürs Problem der leeren Akkus.

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Der Akku des Smartphones ist meist dann leer, wenn man es am meisten braucht. Oft hält er nicht einmal einen Tag. Auch das Mitnehmen des Ladekabels hilft nicht immer – es fehlt die Steckdose. Einige Start-ups machen es sich nun zur Aufgabe, dieses Problem zu lösen. Eines davon ist das Dresdner Unternehmen Ezelleron, das ein portables Mini-Kraftwerk entwickelt hat. Mit ihm lassen sich unterwegs Smartphones oder Tablet-Computer aufladen.

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Der Generator beinhaltet mehrere kleine Brennstoffzellen. Diese werden mit Flüssiggas betrieben, wie man es auch für normale Feuerzeuge verwendet. Obwohl das Mini-Kraftwerk kaum grösser ist als eine Zigarettenschachtel und nur 200 Gramm wiegt, erzeugt es genug Strom, um ein Smartphone in zwei bis drei Stunden komplett aufzuladen. Genauso lange wie an einer Steckdose.

Wie ein Feuerzeug

Besonders auf die eigens entwickelten Brennstoffzellen ist Thomas Pessara von Ezelleron stolz. «Sie sind äusserst ökologisch und für ihre geringe Grösse sehr effizient», erklärt der Ostdeutsche im Gespräch mit 20 Minuten. Doch der grosse Vorteil des Geräts liege primär in der Unabhängigkeit. Mit einer einzigen Tankfüllung kann man sein Smartphone nämlich elfmal aufladen. «Und das notwendige Gas ist an jeder Tankstelle oder an jedem Kiosk erhältlich», so Pessara. Ausserdem dauere es, wie bei einem normalen Feuerzeug, nur Sekunden, um den leeren Tank wieder zu füllen.

Bisher existiert das Mini-Kraftwerk erst als Prototyp. Doch bereits nächstes Jahr möchte Ezelleron die Produktion in grösserem Rahmen aufnehmen. Deshalb plant die Firma derzeit, in Dresden eine eigene Fabrik aufzubauen. Das Ziel ist laut «Sächsischer Zeitung», dort innert fünf Jahren bis zu 300 Mitarbeiter zu beschäftigen.

Auf den Markt kommen soll das Kraftwerk auch in Europa, die ersten Kunden werden aber wohl in Asien und Afrika bedient. Der Grund: «Dort gibt es viele Smartphone-Nutzer, aber viel weniger Steckdosen als bei uns.» In einem ersten Schritt sucht Ezelleron die Partnerschaft mit lokalen Mobilfunkanbietern, die das Gerät gemeinsam mit den Smartphones verkaufen sollen. Längerfristig sei aber auch ein Einzelverkauf in Europa geplant. Angepeilter Verkaufspreis für den Generator bei uns: 99 Euro.

Ein Zürcher Solarstrom-Netz

Doch die Ostdeutschen sind nicht die Einzigen, die sich des Problems der leeren Akkus annehmen. Auch das Schweizer Start-up Battere hat diesen Monat eine Dienstleistung zur Lösung dieses Problems lanciert. In Zusammenarbeit mit vorerst zehn Zürcher Bars und Restaurants hat es ein mobiles Solarstrom-Netz in Betrieb genommen.

Entstanden ist die Idee zur Gründung des Solarstrom-Netzes in der Bar Acapulco. «Wir tranken gerade ein Bier, als unser Firmenmitgründer Andreas unbedingt seine Freundin anrufen musste. Doch er hatte keinen Akku mehr», erklärt Mirko Hofmann von Battere. Gemeinsam hätten sie entschieden, dass es so nicht weitergehen könne.

Das Prinzip ihres neuen Netzes ist einfach: In den beteiligten Lokalen liegen mobile Akku-Packs bereit, die Battere mit Solarstrom aufgeladen hat. Die Nutzer können diese zum Aufladen ausleihen. Ihr Smartphone können sie so weiterhin nutzen, den Akku geben sie später in irgendeiner der teilnehmenden Locations zurück. Damit Restaurant-Gäste das Angebot nutzen können, muss man während der derzeitigen Startphase eingeladen werden. Später kann man sich online anmelden. Einmal Aufladen pro Monat ist dann gratis, jedes weitere Mal kostet zwei Franken.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael Klein am 23.11.2014 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Da sieht man es wieder - wenn es finanziellen Gewinn verspricht, kommen gute Ideen im Stundentakt auf den Markt. Hätte man mit gleicher Intensität an Stromspeichern gearbeitet, würde vermutlich jeder mit einem Elektromobil durch die Gegend fahren. Aber daran haben die Öl- und Gasproduzenten natürlich kein Interesse und haben ihre Lobbyisten entsprechend instruiert. Zum Leidwesen eines jeden von uns.

  • Ein Leser am 23.11.2014 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UNNÖTIG

    Dieses Gerät ist sowas von unnötig, weil es schon ähnliche Sachen gibt, damit meine ich z.B externes Akku Ladegerät. Das ist viel sicherer und praktischer.

  • coyote am 23.11.2014 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    aber genau so unnötig wie die Geräte selber... Nehmt lieber ein altes Nokia das hält 2 Wochen. Problem gelöst.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wesserbisser am 24.11.2014 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Autark ist das Stichwort

    Wie wäre eine Erfindung, die uns Autark machen könnte? Solarzellen, Energie durch Bewegung, ect... Eine riesiges Feuerzeug mit mir herumtragen ist auch nicht das gelbe vom Ei. Wenn man schon bedenkt, dass man das Gas in Verbindung mit diesem Gerät nicht mal mehr zu Feuer machen nutzen könnte. Die jungen Menschen von Heute wollen unabhängig sein und ökologische Energie verbrauchen. Lässt euch bitte was besseres einfallen!

  • ohne mich am 24.11.2014 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    kein Strom-Problem beim Smartphone

    1. mein Smartphone hält einige Tage durch, da ich nicht ständig darauf rumdrücken muss! 2. bin ich mit dem Auto unterwegs (was täglich der Fall ist), könnte ich es dort aufladen. 3. bezahle ich für dieses - für mich - unnötige Gadget bestimmt keine CHF 119.-!

  • Reto Borri am 24.11.2014 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Zusatz Akku?

    Ich hab nen Zusatz Akku 11 Ladungen reicht vollkommen bis zur nächsten Steckdose, dann lieber was enbtwickeln wie der Junge! Das man Handy mit rumlaufen aufladen kann das ist Innovation, das hier was ich lese verursacht nur einen gähnen.

  • baba am 24.11.2014 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    sinnlos

    toll wenn dann wiedermal so ein phone gerade explodiert wenn mans aufladen will und es noch mit Gas in Kontakt steht! Und das hier wo viele schon Angst haben einen Gasherd zu benutzen. zudem wäre es doch sinnvoller, wenn man auf der Rückseite des Phones einfach Solarzellen montieren würde statt einem Akku, dann könnte man es einfach immer etwas rumliegen lassen und es würde aufgeladen. Zudem mein Handy hat nur eine Stunde zum komplett laden und nicht drei wie oben geschrieben....

  • Spiderman am 24.11.2014 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Bin ganz zufrieden! Das Samsung Galaxy S5 hält auch problemlos bis zu 3 Tage, wenn man nicht ständig Spiele spielt oder videos schaut.