Photovoltaik en masse

04. November 2011 07:24; Akt: 04.11.2011 10:05 Print

Solar-Firmen kämpfen ums ÜberlebenSolar-Firmen kämpfen ums Überleben

von Alex Hämmerli - Hersteller und Zulieferer von Solarstrom-Modulen liefern sich einen heftigen Kampf: Innert fünf Jahren haben sich die Preise pro Kilowatt Leistung halbiert – trotz Fukushima.

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Der Solarstrom-Wald lichtet sich. (Bild: Keystone)

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Die Atom-Katastrophe von Fukushima war nicht mehr als ein Funke Hoffnung für die Solarindustrie: Die Pleiten der vergangenen Monate zeigen, wie es wirklich um die Branche steht. In den USA wurden Evergreen Solar, Spectrawatt, SES, Stirling Energy und Solyndra vom Markt gefegt. In Deutschland ringen Q-Cells. Conergy und Solon ums Überleben. Und auch in der Schweiz sieht es nicht viel besser aus: Meyer Burger muss die Produktion seiner Spezialsägen für die Herstellung von Photovoltaik-Wafern mangels Nachfrage einstellen. Bei der Innerschweizer Firma Komax lahmt der Bestellungseingang. Und auch bei Oerlikon Solar steht es nicht zum Besten. Wie mies es dem Markt insgesamt geht, zeigt der Photovoltaik-Aktienindex des Solarstrom-Magazins Photon: Er ist im laufenden Jahr um mehr als 50 Prozent abgesackt.

Was zum Pleitegeier ist geschehen? Lange galten Solarstrom-Unternehmen doch angesichts hoher Öl- und Gaspreise, der wachsenden Zahl der Atomgegner und der hohen staatlichen Subventionen für alternative Energien als sichere Investition. Zudem steigen auch die Absatzzahlen rasch weiter: Der britische Marktforscher IMS Research berichtet, dass die weltweiten Verkaufszahlen von Photovoltaik-Modulen im zweiten Halbjahr 2011 um weitere 30 Prozent zulegen werden.

Ein solarbetriebener Schweinezyklus

Doch – und hier liegt die Krux – die Preise für die Endprodukte sind massiv eingebrochen: Der deutsche Bundesverband für Solarwirtschaft meldete kürzlich, die Preise für Solarmodule seien innert fünf Jahren um die Hälfte zurückgegangen: Pro Kilowatt Leistung zahlte man 2006 noch 5000 Euro. Heute seien es noch 2400 Euro. Und die Preise dürften weiter fallen. Denn die Hersteller haben riesige Lager und Überkapazitäten in der Produktion aufgebaut. Experten rechnen für die kommenden Monate mit Spott-Preisen, weil die Hersteller ihre Bestände loswerden wollen. Für ihre Misere sind sie also grösstenteils selbst verantwortlich. Die Situation gleicht einem solarbetriebenen Schweinezyklus (vgl. Box).

Bei IMS Research heisst es, der Umsatz der Solarmodul-Hersteller werde 2012 noch 30 Milliarden Dollar betragen. 2010 waren es 38 Milliarden gewesen. Der Gewinn dürfte derweil von 10,3 auf rund 5 Milliarden Dollar zusammenschrumpfen. «Die Zukunft wird hart», sagte Meyer-Burger-CEO Peter Pauli kürzlich im Interview mit «Cash.ch». Kenner gehen von einer Marktbereinigung aus, aus der nur die innovativen, preisgünstigen Anbieter lebendig und stark hervorgehen werden. Diese wären dann auch in der Lage, mit den schrumpfenden staatlichen Unterstützungsleistungen für alternative Energien umzugehen.

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  • Shadow Suisse am 04.11.2011 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    100% Zukunft ist Solar-Energie 100%

    Es ist doch immer das gleiche Spiel! Bei allen Produkten, sei es in der Elektronik-Rohstoffen-Gesundheit-Medizin etc. etc. wird immer zuerst einmal Kohle gemacht, alles versprochen & wenns dann an die Wahrheit geht sieht immer alles anders aus ! Die Tatsache mit der Solarenergie ist doch, das bis heute die Technik die von einer existierenden Firma besteht nicht in den Umlauf kommen kann & darf weil die Strom-Giganten eine solche Technik nicht zulassen, da Ihnen die Gewinnmaximierung flöten geht! Die Sonne hat das zig-zig-zig fache an Energie für diese Erde! Technik ist gefragt!

    • chrigi am 04.11.2011 14:38 Report Diesen Beitrag melden

      verschwörungtheorie

      Ich höre das immer wieder, dass die grossen Energiekonzerne schuld sind, dass Solarzellen noch nicht besser und bilöliger sind. Es geht ja nur ums Geld. Aber genau dies ist der Grund, warum dies gar nicht stimmen kann. Die Firmen, die Solarzellen herstellen sind häufig nicht die gleichen, wie die, welche andere Energieformen zur Stromerzeugung nutzen. Was intersessiert diese Firmen jetzt, ob andere wegen ihnen weniger Geld machen.

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  • Lukas am 04.11.2011 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Subventionen

    Kein wunder bei den hohen subventionen, der markt wird völlig zerstört und am schluss gehen die firmen bankrot und der Arbeiter ist auf der Strasse

  • Daniel Wismer am 04.11.2011 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Der Markt spielt

    Die Preise fallen jedes Jahr über 15%. Ist doch super! Die guten Anbieter werden überleben, die die nur die hohle Hand machen, hoffentlich nicht. Niemandem würde es in den Sinn kommen, den Tod des PCs zu prophezeien, ein Markt, der noch viel härter ist.

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