1,1 Mrd. Euro Gewinn

30. Oktober 2012 07:42; Akt: 30.10.2012 11:18 Print

Investmentbanker füllen Deutscher Bank die Kasse

Alleine im letzten Quartal hat die Investmentbank der Deutschen Bank einen Gewinn von 662 Millionen Euro eingefahren. Das ist über die Hälfte des Gesamtgewinns.

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Die Deutsche Bank schreibt wieder einen Milliardengewinn. (Bild: Keystone)

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Bessere Geschäfte im Investmentbanking haben der Deutschen Bank im dritten Quartal die Bilanz gerettet. Vor allem das zuletzt schwächelnde und wegen seiner Risiken umstrittene Geschäft an den internationalen Kapitalmärkten füllte die Kassen.

Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht des Frankfurter Konzerns hervor. Allerdings kosten Konzernumbau und Stellenstreichungen Millionen. Für den Rest des Jahres dämpft das Führungsduo Anshu Jain/Jürgen Fitschen die Erwartungen.

Von Juli bis Ende September 2012 fuhr Deutschlands grösstes Geldinstitut vor Steuern 1,1 Mrd. Euro Gewinn ein. Allein im Investmentbanking stand ein Vorsteuergewinn von 662 Mio. Euro in den Büchern. Die Deutsche Bank profitierte - wie die US-Konkurrenz - davon, dass im Spätsommer der Anleihehandel wieder anzog.

Absage an Kurswechsel auf UBS-Art

Für den Konzernumbau, dem nach neuesten Angaben noch in diesem Jahr 1993 Stellen zum Opfer fallen sollen, wandte die Bank mit ihren 100'474 Vollzeitkräften im dritten Quartal 320 Mio. Euro auf. Das ist allerdings erst der Anfang. Bis 2015 will das Management die jährlichen Kosten um 4,5 Mrd. Euro drücken. Wie viele weitere Stellen gestrichen werden, liess die Bank bislang offen.

Von einem radikalen Kurswechsel wie bei der UBS hält die Deutsche- Bank-Führung nichts: «Wir bekennen uns zum Universalbankmodell und zu unseren vier Geschäftsbereichen», heisst es im Zwischenbericht.

Bei der Deutschen Bank blieben im dritten Quartal vor allem dank des starken Investmentbankings unter dem Strich 747 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor war der Gewinn wegen der sich zuspitzenden Euro- Schuldenkrise eingebrochen.

«Kurzfristig erwarten wir weiterhin ein unsicheres gesamtwirtschaftliches Umfeld und werden daher unseren vorsichtigen und risikofokussierten Ansatz beibehalten», erklärten die beiden Co- Chefs Jain und Fitschen nach dem ersten vollen Quartal unter ihrer Verantwortung. Für den Rest des Jahres werde eine «moderat positive Entwicklung» erwartet.

Im durch die Postbank gestärkten Privatkundengeschäft stellt sich der Konzern hauptsächlich ausserhalb Deutschlands auf mögliche Rückschläge ein. Es bestehe «ein Risiko eines deutlichen Rückgangs des Wirtschaftswachstums und infolgedessen einer höheren Arbeitslosenquote».

Das könnte «zu einer steigenden Risikovorsorge im Kreditgeschäft und einem geringeren Geschäftswachstum führen». Hinzu kommt das niedrige Zinsniveau. Im dritten Quartal verdiente die Bank in der Privatkundensparte vor Steuern 492 Mio. Euro.

Rückstellung für Rechtsrisiken

Zunehmend belastet wird die Bilanz von zahlreichen Rechtsstreitigkeiten. In den ersten neun Monaten legte der Konzern 750 Mio. Euro für juristische Risiken zur Seite. Vor einem Jahr beliefen sich die Rückstellungen auf 341 Mio. Euro.

Im schlimmsten Fall könnten aus den Klagen weitere 2,5 Mrd. Euro Belastungen drohen, schreibt die Bank im Quartalsbericht. Dies sei jedoch «mehr als unwahrscheinlich».

Im Prozess um Milliarden-Schadenersatz für die Pleite des Kirch- Medienimperiums hatte das Oberlandesgericht München (OLG) angedeutet, dass sich die Waage zugunsten des Kirch-Lagers neigen könnte.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hamlet am 30.10.2012 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Anleihenmarkt

    Kein Wunder wenn man den Ramsch zum vollen Wert an die EZB abtreten kann. Zuerst wegen Risiken fette Zinsen verlangen und dann die Risiken Gratis der Staatengemeinschaft zurückübertragen. Auch ich kann so viel Geld erwirtschaften.

  • Bruder Motzi am 30.10.2012 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Supergewinn. Und wann müssen

    diese Gewinne über Bewertungsverluste wieder abgegeben werden? Warten wir es ab.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hamlet am 30.10.2012 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Anleihenmarkt

    Kein Wunder wenn man den Ramsch zum vollen Wert an die EZB abtreten kann. Zuerst wegen Risiken fette Zinsen verlangen und dann die Risiken Gratis der Staatengemeinschaft zurückübertragen. Auch ich kann so viel Geld erwirtschaften.

  • Bruder Motzi am 30.10.2012 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Supergewinn. Und wann müssen

    diese Gewinne über Bewertungsverluste wieder abgegeben werden? Warten wir es ab.

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