Kein Aufschwung in Sicht

12. August 2012 07:54; Akt: 12.08.2012 13:19 Print

50 000 Banken-Jobs sind bedroht50 000 Banken-Jobs sind bedroht

Düstere Prognose für den Finanzplatz Schweiz: Die Finanzbranche steckt in der schlimmsten Krise seit Jahren. In vielen Banken wird Personal abgebaut.

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Befürchten das schlimmste: Oswald Grübel und Thomas Matter.

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Zwei Schweizer Top-Banker geben im «SonntagsBlick» düstere Aussichten für den Bankenplatz Schweiz ab. Die Branche stecke in der schlimmsten Krise seit Jahren. Daran ändere sich so schnell nichts, glaubt Oswald Grübel, einst CEO der Credit Suisse, später bei der UBS. «Der nächste Aufschwung kommt erst in fünf Jahren, vielleicht erst in zehn», sagt Grübel zum «SonntagsBlick».

Weltweit strich die UBS in den vergangenen zwölf Monaten 7210 Jobs, die Credit Suisse 2058. Über 1,6 Millionen Jobs strichen die zwölf wichtigsten Banken der Welt seit 2008. «Der Personalabbau ist eine Folge der gesetzlich erhöhten Kapitalanforderungen», erklärt Grübel - und der ausbleibenden Gewinne. «Die Grossbanken verdienen nicht mehr genug, sie müssen ihre Bilanz reduzieren, Personal abbauen. Erzielt eine Bank 10 Milliarden Gewinn pro Jahr, kann sie die Profite nutzen, um Kapital aufzubauen - doch diese Gewinne fehlen, deshalb werden die Banken kleiner.» Nur schlecht sei dies aber nicht, so Grübel nicht ohne Sarkasmus. «Andere Industriezweige können die vielen hervorragenden Leute der Finanzbranche übernehmen, die nun auf den Arbeitsmarkt gelangen.»

Doch Grübel mahnt vor zu viel Freude über tiefere Bankerlöhne und kleineren Banken. «Mit schrumpfenden Banken ist kein Wirtschftswachstum möglich.»

Nicht nur Investmentbanking in der Krise

SVP-Politiker und Banker Thomas Matter begrüsst die schrumpfenden Löhne beim Investment Banking. «Die Löhne dieser Sparte sind viel zu hoch, ich hoffe, dass sie dauerhaft zurückkommen», sagt Matter. Eine Hoffnung, die sich erfüllen dürfte. «Durch den Schrumpfungsprozess ist das Angebot an Bankern weit grösser geworden als die Nachfrage derzeit ist», sagt der Verwaltungsratspräsident der 2011 gefründeten Neuen Helvetischen Bank.

Doch nicht nur das Investmentbanking sei in der Schweiz bedroht, betont der Swissfirst-Gruppe-Gründer. «Bröckelt das Bankgeheimnis in der Schweiz weiter, dann kommt es zu einer dramatischen Reduktion des Finanzplatzes Schweiz», sagt Matter zum SonntagsBlick.« Über alle Sparten könnten in den nächsten Jahren bis zu 50 000 Arbeitsplätze bedroht sein.»

(kub)

Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich bin bei einer Bank angestellt. Habe 3 Kinder und bin alleinerziehend. Habe 18j. auf der gleichen Bank gearbeitet. Bin 45jahre alt.Habe einen normalen Lohn, wie ihr alle auch. Bekomme keine Boni, wie ihr alle auch. werde per 31.11 entlassen. Das Spiel ist vorbei. Durch mein Alter sehen meine Chancen nicht goldig aus. Im meinem Umfeld denken alle, ich brauche keine Hilfe, als Bankangestellt hätte ich ja bestimmt viel "Kohle", NEIN, habe ich nicht! Ich weiss nicht wie ich meine 3kids über die Runden bringen soll und suche verzweifelt nach einem job. Die Krise ist dort angekommen wo sie sollte? NEIN – Abanker

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  • Patman4107 am 13.08.2012 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    Seit Jahren machen die Banker mit ihrer masslosen Arroganz das Ansehen unseres Landes kaputt, haben Boni in Milliardenhöhe - auf Kosten der kleinen Bürger und des Steuerzahlers (s. UBS-Debakel) - eingesackt und jetzt konnt das grosse Lamentieren. Das einzige, was mich betrübt, ist die Tatsache, dass die arbeitslosen Banker der Allgemeinheit erneut auf der Tasche liegen.

  • Mats am 13.08.2012 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Äusserungen

    Dies ist Bedrohlich für unsere Gesamtwirtschaft und falsch auf diese Leuten zu zeigen oder sie gar als kriminell etc. zu bezeichnen. Ich hoffe, dass alle betroffenen schnellstmöglich einen neuen Job finden und das Ganze keine grosse Auswikungen hat. Die Banken und deren Mitarbeiter braucht es und haben der Schweiz bisher mehr Wohlstand als Negatives gebracht. Daher vorwärts schauen und positiv sein.

  • Stefan am 13.08.2012 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Angst und Heuschrecken

    Bleibt zu hoffen, dass die Banker nicht eine weitere, noch unschuldige Branche in den Abgrund bringen mit ihrem Denken und Verhalten.

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