Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Grossbanken
29. Dezember 2012 08:55; Akt: 29.12.2012 08:55 Print
UBS und Credit Suisse erlebten bewegtes 2012
Vier Jahre nach ihrem Beginn hat die Finanzkrise die Schweizer Grossbanken auch 2012 belastet. UBS und Credit Suisse treiben deswegen ihre Restrukturierung voran.

Milliardenbusse für die UBS, Finma-Rüge für die Credit Suisse. (Bild: Keystone)
-
Libor-Affäre: UBS akzeptiert Bussen von 1,4 Milliarden
-
Landgericht Düsseldorf: Die Schwarzgeld-Sünden der Credit Suisse
-
Einschätzung: Libor-Busse gegen UBS erniedrigt unser Land
-
Steuerhinterziehung: CS zahlte 149 Millionen Euro an Deutschland
-
Kapitalbasis aufstocken: Credit Suisse verkauft Uetlihof für 1 Mrd. Franken
Die europäische Schuldenkrise verschärfte sich im zu Ende gehenden Jahr. Die angespannte Lage hochverschuldeter Staaten wie Griechenland, Italien und Spanien steigerte die Vorsicht bei den Investoren.
Infografik Kennzahlen der UBS von 1998 bis 2012UBS-Aktienkurs seit 2008Zur schlechten Konjunkturentwicklung gesellten sich strengere Regeln für den Schweizer Finanzplatz. In ihrem Anfang Juni veröffentlichten Bericht zur Finanzmarktstabilität tadelte die Schweizerische Nationalbank (SNB) die beiden Grossbanken und verlangte, dass sie ihr Eigenkapital rascher aufstocken.
Insbesondere die Credit Suisse
musste von den Währungshütern harsche Kritik einstecken, weil ihre Kapitaldecke laut SNB im Krisenfall nicht dick genug wäre.
Sparkurs verschärft
Die Nummer zwei auf dem Schweizer Bankenplatz reagierte prompt auf die Rüge: Mitte Juli gab die CS
bekannt, ihr Kapital bis Ende Jahr um 15,3 Mrd. Fr. aufzustocken. Unter anderem emittierte sie Anleihen, die später in Aktien umgewandelt werden müssen, und verkaufte Beteiligungen und Immobilien.
Ausserdem verschärfte die Bank ihren Sparkurs. Bei der Präsentation der Ergebnisse des dritten Quartals kündigte sie an, ihre Kosten bis 2015 um 4 Mrd. Fr. zu drücken. Damit verbunden ist ein weiterer Stellenabbau, nachdem die CS bereits 2011 die Streichung von 3500 Arbeitsplätzen bekanntgegeben hatte.
Einen Monat später gab das Institut zudem eine Änderung seiner Organisation bekannt: Das Asset Management verschmilzt mit der Vermögensverwaltungssparte zur Division «Private Banking & Wealth Management».
Kleinere Investmentbank
Auch die UBS
krempelt ihre Struktur um: Ende Oktober kündigte sie an, die Investmentbank deutlich zu verkleinern. Bis 2015 will die Nummer eins unter den Schweizer Banken ihren Personalbestand um rund 10'000 Angestellte zurückfahren. Betroffen sind vor allem die Standorte London und New York. In der Schweiz sollen 2500 Stellen wegfallen.
Nach den massiven Verlusten im Zuge der Finanzkrise will die UBS im Investmentbanking auf ihre Stärken fokussieren: Beratung, Analyse und Handel mit wenig riskanten Produkten wie Aktien, Devisen und Edelmetallen. Riskante Anlagen wie festverzinsliche Wertpapiere, verbriefte Anlagen und strukturierte Produkte sollen hingegen aus dem Portfolio gestrichen werden.
Adoboli-Prozess
Der Fall ihres ehemaligen Angestellten Kweku Adoboli beschäftigte die UBS 2012 weiter. Ende November wurde der Ex-Händler in London wegen Betrug zu sieben Jahren Haft verurteilt. Mit Fehlspekulationen hatte er seinem Arbeitgeber einen Verlust von 2,3 Mrd. Dollar eingebrockt.
Neben dem Handelsverlust hatte der Fall für die UBS eine Busse der britischen Finanzmarktaufsicht von 44 Mio. Fr. wegen schwerwiegenden Kontrollmängeln zur Folge. In der Schweiz entschied die Aufsichtsbehörde Finma, die UBS-Investmentbank nach dem Skandal stärker an die Leine zu nehmen.
Die Regulatoren verlangen, dass die UBS bis auf weiteres jede neue Geschäftsinitiative der Investmentbank, welche «voraussichtlich die operationelle Komplexität erhöht», genehmigen lässt. Die Aktiven der Investmentbank wurden überdies risikogewichtet begrenzt, und diese Obergrenze wird bis 2015 kontinuierlich reduziert.
Milliardenbusse
Noch nicht ausgestanden ist für die beiden Grossbanken die Affäre um Manipulationen der Libor-Referenzzinssätze. Die UBS hat ihre Mitschuld eingestanden und sich mit den Behörden in der Schweiz, den USA und Grossbritannien auf Bussen von insgesamt 1,4 Mrd. Fr. geeinigt.
Weitere Untersuchungen in verschiedenen Ländern laufen noch, unter anderem eine der Schweizerischen Wettbewerbskommission (Weko). Sie nimmt auch die Rolle der CS sowie zehn ausländischer Banken unter die Lupe.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 24 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt



















Enttäuschung pur!
Alle die wie ich UBS-Grossaktionär sind tuen mir sehr leid, von einer solchen Bank wird man hintergangen wo es nur geht, für mich persönlich war es also wirtschaftlich gesehen ein sehr frustrierendes Jahr, da ich nebenbei auch noch bei der CS eingestiegen bin :( Ich hoffe die UBS denkt 2013 mehr an ihre Aktionäre, die Dividende könnte man nämlich bei einem so geringen Wert auch sein lassen!
Die arme Bank
Ein bewegtes Jahr sagt man dem Aha . Sehr interessante Darstellung einer Strategie im Finanzwesen die einer kriminellen Organisation ähnelt ( viele verfahren im Ausland gegen UBS und cs) . Mir kommen die Tränen wenn man bedenkt das die Teppich Etage trotz all dem ihre Top Boni und Saläre auszahlen lassen und diese noch jammern das es ein schlechtes Jahr gewesen ist. Vergessen wir nicht wieviele Menschen auf die Strasse geschmissen worden sind seitens der CS ( 2500 ) und der UBS ( auch ca 2500) , da spricht niemand darüber im Gegenteil man will nicht darüber sprechen . Die Gewerkschaften auch.
Grossbanken sind OK
Grossbanken haben viele internationale Probleme mit den anderen Ländern.. Jedoch ist das Geld zu 100% sicher da. Wurde bei der Raiffeisen betrogen, denen vertraue ich sowieso nicht mehr.