Grossbanken

29. Dezember 2012 08:55; Akt: 29.12.2012 08:55 Print

UBS und Credit Suisse erlebten bewegtes 2012

Vier Jahre nach ihrem Beginn hat die Finanzkrise die Schweizer Grossbanken auch 2012 belastet. UBS und Credit Suisse treiben deswegen ihre Restrukturierung voran.

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Milliardenbusse für die UBS, Finma-Rüge für die Credit Suisse. (Bild: Keystone)

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Die europäische Schuldenkrise verschärfte sich im zu Ende gehenden Jahr. Die angespannte Lage hochverschuldeter Staaten wie Griechenland, Italien und Spanien steigerte die Vorsicht bei den Investoren.

Zur schlechten Konjunkturentwicklung gesellten sich strengere Regeln für den Schweizer Finanzplatz. In ihrem Anfang Juni veröffentlichten Bericht zur Finanzmarktstabilität tadelte die Schweizerische Nationalbank (SNB) die beiden Grossbanken und verlangte, dass sie ihr Eigenkapital rascher aufstocken.

Insbesondere die Credit Suisse B”rsenkurs musste von den Währungshütern harsche Kritik einstecken, weil ihre Kapitaldecke laut SNB im Krisenfall nicht dick genug wäre.

Sparkurs verschärft

Die Nummer zwei auf dem Schweizer Bankenplatz reagierte prompt auf die Rüge: Mitte Juli gab die CS B”rsenkurs bekannt, ihr Kapital bis Ende Jahr um 15,3 Mrd. Fr. aufzustocken. Unter anderem emittierte sie Anleihen, die später in Aktien umgewandelt werden müssen, und verkaufte Beteiligungen und Immobilien.

Ausserdem verschärfte die Bank ihren Sparkurs. Bei der Präsentation der Ergebnisse des dritten Quartals kündigte sie an, ihre Kosten bis 2015 um 4 Mrd. Fr. zu drücken. Damit verbunden ist ein weiterer Stellenabbau, nachdem die CS bereits 2011 die Streichung von 3500 Arbeitsplätzen bekanntgegeben hatte.

Einen Monat später gab das Institut zudem eine Änderung seiner Organisation bekannt: Das Asset Management verschmilzt mit der Vermögensverwaltungssparte zur Division «Private Banking & Wealth Management».

Kleinere Investmentbank

Auch die UBS B”rsenkurs krempelt ihre Struktur um: Ende Oktober kündigte sie an, die Investmentbank deutlich zu verkleinern. Bis 2015 will die Nummer eins unter den Schweizer Banken ihren Personalbestand um rund 10'000 Angestellte zurückfahren. Betroffen sind vor allem die Standorte London und New York. In der Schweiz sollen 2500 Stellen wegfallen.

Nach den massiven Verlusten im Zuge der Finanzkrise will die UBS im Investmentbanking auf ihre Stärken fokussieren: Beratung, Analyse und Handel mit wenig riskanten Produkten wie Aktien, Devisen und Edelmetallen. Riskante Anlagen wie festverzinsliche Wertpapiere, verbriefte Anlagen und strukturierte Produkte sollen hingegen aus dem Portfolio gestrichen werden.

Adoboli-Prozess

Der Fall ihres ehemaligen Angestellten Kweku Adoboli beschäftigte die UBS 2012 weiter. Ende November wurde der Ex-Händler in London wegen Betrug zu sieben Jahren Haft verurteilt. Mit Fehlspekulationen hatte er seinem Arbeitgeber einen Verlust von 2,3 Mrd. Dollar eingebrockt.

Neben dem Handelsverlust hatte der Fall für die UBS eine Busse der britischen Finanzmarktaufsicht von 44 Mio. Fr. wegen schwerwiegenden Kontrollmängeln zur Folge. In der Schweiz entschied die Aufsichtsbehörde Finma, die UBS-Investmentbank nach dem Skandal stärker an die Leine zu nehmen.

Die Regulatoren verlangen, dass die UBS bis auf weiteres jede neue Geschäftsinitiative der Investmentbank, welche «voraussichtlich die operationelle Komplexität erhöht», genehmigen lässt. Die Aktiven der Investmentbank wurden überdies risikogewichtet begrenzt, und diese Obergrenze wird bis 2015 kontinuierlich reduziert.

Milliardenbusse

Noch nicht ausgestanden ist für die beiden Grossbanken die Affäre um Manipulationen der Libor-Referenzzinssätze. Die UBS hat ihre Mitschuld eingestanden und sich mit den Behörden in der Schweiz, den USA und Grossbritannien auf Bussen von insgesamt 1,4 Mrd. Fr. geeinigt.

Weitere Untersuchungen in verschiedenen Ländern laufen noch, unter anderem eine der Schweizerischen Wettbewerbskommission (Weko). Sie nimmt auch die Rolle der CS sowie zehn ausländischer Banken unter die Lupe.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rene Wetter am 29.12.2012 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    UBS they did it again

    Immer wenn irgendwo was hervorkommt ist ist die UBS daran beteiligt: Man könnte sagen "UBS they did it again"

  • Peter Frei am 29.12.2012 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schuster bleib bei deinen Leisten...

    Es gibt zum Glück Alternativen - jetzt wechseln! Vielleicht nicht zu einer dieser 11 Banken, welche im Visier der US Behörden ist... Meine Favoriten: Regional- und Raiffeisenbanken!

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  • Roman Bolliger am 29.12.2012 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Grossbanken in der Kloake

    UBS und CS haben seit Jahren ethische und juristische Standards ignoriert und haben sich damit ein Image geschaffen, das nach Kloake stinkt. Die Bezeichnung "Bewegtes 2012" ist eine naive Schönfärberei.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jan Hüllerich am 31.12.2012 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Enttäuschung pur!

    Alle die wie ich UBS-Grossaktionär sind tuen mir sehr leid, von einer solchen Bank wird man hintergangen wo es nur geht, für mich persönlich war es also wirtschaftlich gesehen ein sehr frustrierendes Jahr, da ich nebenbei auch noch bei der CS eingestiegen bin :( Ich hoffe die UBS denkt 2013 mehr an ihre Aktionäre, die Dividende könnte man nämlich bei einem so geringen Wert auch sein lassen!

  • Ferdi am 30.12.2012 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die arme Bank

    Ein bewegtes Jahr sagt man dem Aha . Sehr interessante Darstellung einer Strategie im Finanzwesen die einer kriminellen Organisation ähnelt ( viele verfahren im Ausland gegen UBS und cs) . Mir kommen die Tränen wenn man bedenkt das die Teppich Etage trotz all dem ihre Top Boni und Saläre auszahlen lassen und diese noch jammern das es ein schlechtes Jahr gewesen ist. Vergessen wir nicht wieviele Menschen auf die Strasse geschmissen worden sind seitens der CS ( 2500 ) und der UBS ( auch ca 2500) , da spricht niemand darüber im Gegenteil man will nicht darüber sprechen . Die Gewerkschaften auch.

  • Roger am 30.12.2012 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grossbanken sind OK

    Grossbanken haben viele internationale Probleme mit den anderen Ländern.. Jedoch ist das Geld zu 100% sicher da. Wurde bei der Raiffeisen betrogen, denen vertraue ich sowieso nicht mehr.

  • Seppetoni Geldinger am 30.12.2012 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Geldanlage bei diesen Banken!

    Selber schuld, wer sein Geld auf diesen Banken deponiert hat! Die Sicherheit ist gerade mal so gut, als ob man das Vermögen unter die eigene Matratze legt, mit dem Unterschied, dass man bei der Matratzen-Version täglich sein Geld "anschauen, zählen und sich daran erfreuen kann"! Gierige Banken-Spekulanten bleiben somit fern! Hausbesuche von Dieben und anderem Gesindel werden mit einer Ueberwachungskamera/ Schliessanlage und der Haltung eines Hundes fern gehalten!

  • christian am 30.12.2012 04:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo soll das enden?

    Ja genau!Die auf der Teppichetage drehen krumme Dinge, der Staat (bzw. das Volk) darf die Bank dann aus dem Dreck ziehen wenn alles kaputt ist und jetzt noch jammern dass das 2012 nicht so ganz ihren Vorstellungen entsprochen hat! Vorschlag: Endlich mal aufräumen und die Herren Ospel und Co. mit aller Härte zur Rechenschaft ziehen!

    • Supermario am 31.12.2012 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch herum

      Falsch herum! Die Banken wurden - und das aber weltweit - zuerst "gerettet"; lange bevor die angesprochenen "krummen Dinger" - aber ebenfalls auch bei ausländischen Banken - zum Vorschein kamen!

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