Schweizer Firmen

17. Juni 2013 09:36; Akt: 17.06.2013 11:33 Print

Die Top 50 der Stromsparer und Stromschleudern

Wer sind die vorbildlichsten Schweizer Unternehmen in Sachen Stromsparen? Die Umweltorganisation WWF nennt die Vorreiter, die Verfolger, die Nachzügler und die Intransparenten.

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Acht der 50 grössten Schweizer Unternehmen kommt gemäss der Umweltorganisation WWF in Bezug auf eine nachhaltige Stromzukunft eine Vorreiterrolle zu. Kritisiert wird, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen keine Angaben zum Stromverbrauch machen will oder kann.

Da die Wirtschaft rund 60 Prozent des Schweizer Stroms verbraucht, kommt ihr eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu einer erneuerbaren Energiezukunft zu, stellt der WWF zu einem in seinem Auftrag von der Firma Oekom Research erstellten und am Montag veröffentlichten Bericht fest.

Zu den «Vorreitern» gehören Coop, Post, Migros, SBB, Swisscom, Swiss Re, UBS und die Zürcher Kantonalbank. Nebst einem effizienten Strommanagement zeichneten sich diese Unternehmen durch einen weitgehend konstanten oder sinkenden Trend beim Stromverbrauch, die Formulierung von zum Teil ambitionierten Reduktionszielen und einen überdurchschnittlichen Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien aus.

Gute Datenbasis und gute Ansätze

Die «Verfolger» zeigten gute Ansätze für ein umfassendes Strommanagement und verfügten über eine recht gute Datenbasis. Sie wiesen aber bei den Stromverbrauchszielen und dem Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien noch einzelne Defizite auf. Zu dieser Kategorie gehören BKW FMB Energie AG, die Credit Suisse, Georg Fischer, Manor, Novartis, Siemens Schweiz und Syngenta.

«Nachzügler» sind laut dem WWF Bericht Axpo, Bobst, Emmi, Implenia, Lonza, Nestlé, die Privatklinikgruppe Hirslanden und die SRG. Diese Firmen weisen gemäss WWF Schwächen bei der Datenverfügbarkeit und beim Strommanagement auf oder ihr relativer Stromverbrauch ist in den vergangenen Jahren gestiegen oder unbekannt. Auch fehle es oft an Zielen zur Stromreduktion oder zur Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien, so der WWF.

Intransparenz

Zu den «Intransparenten» zählt der WWF unter anderen Firmen wie etwa ABB, Alpiq, Ems, Swatch oder auch grosse Medienkonzerne.

Für die Stromwende spiele die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihrem Stromverbrauch umgehen, eine zentrale Rolle, wird Jennifer Zimmermann, Projektleiterin Konsum beim WWF Schweiz in einer Mitteilung zitiert. Die Energiewende erfordere von der Wirtschaft einen bewussteren Umgang mit Strom und von der Politik klare und verlässliche Rahmenbedingungen.

Dazu brauche es nebst Transparenz sowohl auf politischer wie auch auf Unternehmensebene ambitionierte Stromeffizienzziele und geeignete Massnahmen, um diese kontinuierlich umzusetzen.

Für die Bewertung der Unternehmen wurden deren Performance in den fünf gleichgewichteten Bereichen Entwicklung des Stromverbrauchs, Stromverbrauchsziele, heutige Stromqualität, Stromqualitätsziele und Stromeffizienzmanagement bewertet.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Noldi Schwarz am 17.06.2013 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Noch Fragen

    Die SBB verbraucht laut Webseite jährlich gleich viel Strom wie 700'000 Haushalte! Dabei sind 80% aus Wasserkraft und 20% aus Kraftwerkbeteiligungen (was das auch immer heisst). Doch für jeden gefahrenen Personenkilometer (!) benötigte die SBB 2012 rund 15 KWh Strom. Das entspricht 1.7 lt Benzin. Noch Fragen?

  • Der Stromer am 17.06.2013 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Banken mit Industrieunternehmen im Stromverbrauch zu vergleichen ist schon ein wenig unglaubwürdig...

  • L. Calle am 17.06.2013 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ausländische Firmen?

    Das ist ja interessant, die CH-Unternehmen an den Pranger zu stellen. Was ist jedoch mit den Ausländischen Unternehmen? Ich finde den Artikel zu einseitig dargestellt und zu wenig fundiert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • L. Calle am 17.06.2013 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ausländische Firmen?

    Das ist ja interessant, die CH-Unternehmen an den Pranger zu stellen. Was ist jedoch mit den Ausländischen Unternehmen? Ich finde den Artikel zu einseitig dargestellt und zu wenig fundiert.

  • Dani Düsenantrieb am 17.06.2013 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Strassenbeleuchtung

    Was ist eigentlich mit der sinnlosen Energievernichtung mittels subventionierter Strassenbeleuchtung? Warum muss diese teilweise die ganze Nacht mit "stromfresser Lampen" brennen? Smart Grid: Man könnte LED Leuchtmittel einsetzen (so wie in China bereits weit verbreitet) und nur punktuell das Licht anmachen wenn gerade jemand unterwegs ist...

  • Noldi Schwarz am 17.06.2013 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Noch Fragen

    Die SBB verbraucht laut Webseite jährlich gleich viel Strom wie 700'000 Haushalte! Dabei sind 80% aus Wasserkraft und 20% aus Kraftwerkbeteiligungen (was das auch immer heisst). Doch für jeden gefahrenen Personenkilometer (!) benötigte die SBB 2012 rund 15 KWh Strom. Das entspricht 1.7 lt Benzin. Noch Fragen?

  • Kurt N. am 17.06.2013 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    EBW macht ernst!

    Ich musste letztes mal (2 Mt.) gar keine Stromrechnung bezahlen, da ich 12% weniger Strom im Jahr verbraucht habe und in den Genuss eines Bonus kam. Wo ich diese 12% jedoch gespart haben soll, weiss ich nicht wirklich. Aber die Überraschung und auch die Freude war gross.

  • Stromly am 17.06.2013 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Eigener Verbrauch ist nicht alles

    Migros und Coop mögen selber zu den Stromsparfirmen gehören. Es sind jedoch genau diese Firmen, welche mit Aktionen Stromgeräte unter die Leute bringen. Wetten jetzt wo wir über 30 Grad haben,kommen bald die ersten Aircondtion Aktionen in die Zeitungen.Wie war das mit dem Stromsparen?