Offener Brief

17. September 2012 11:46; Akt: 17.09.2012 11:52 Print

Für fair produzierte Uniformen

Uniformen sollten nicht in indischen Slums hergestellt werden. 20'000 Menschen haben einen Aufruf für bessere Kontrollen der staatlichen Beschaffungsstellen unterschrieben.

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Das indische Unternehmen Qualiance, das den Auftrag für die Prouktion von Zivilschutzkleidern von Armasuisse bekommen hat, beschäftigt eine Näherei in den Slums von Mumbai. Die Löhne liegen unter dem gesetzlichen Minimum, die Arbeitsbedingungen sind schlecht. (Bild: Symbolbild)

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In einem offenen Brief ans Parlament fordern NGOs eine sozialverträgliche Produktion von Schweizer Berufsbekleidung. Hintergrund ist unter anderem die Herstellung von Zivilschutzuniformen in indischen Slums. 20 000 Menschen haben einen Aufruf der Erklärung von Bern (EvB) unterschrieben.

Die EvB und mehrere weitere Organisationen übergaben den Brief am Montag dem eidgenössischen Parlament. Dies geht aus einer Medienmitteilung der EvB hervor. Im offenen Brief fordern die Organisationen das Parlament auf, die anstehende Revision des Beschaffungsrechts zu nutzen, um Nachhaltigkeits- und Sozialkriterien gesetzlich zu verankern.

Als Beleg für die Problematik nennen die Organisationen unter anderem die Herkunft von Schweizer Zivilschutzuniformen. Die «SonntagsZeitung» hatte vor einer Woche publik gemacht, dass Uniformen in indischen Slums hergestellt worden waren.

Beschaffung macht 32 Milliarden Franken aus

Innert dreier Monate hätten 20 000 Menschen einen Aufruf für bessere Regulierung und Kontrolle der öffentlichen Beschaffungsstellen unterschrieben, schreibt die EvB. Die öffentliche Beschaffung mache mit jährlich rund 32 Milliarden Franken einen wesentlichen Teil des Schweizer Staatshaushalts aus.

Neben der EvB haben Führungskräfte folgender Organisationen den Brief unterzeichnet: Brot für alle, Fastenopfer, Helvetas, Max Havelaar, Swiss Fair Trade und Solidar Suisse.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erika am 17.09.2012 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Himmeltraurige Zustände

    Es wäre besser, dafür zu sorgen, dass die Menschen in den Armen Ländern anständig bezahlt werden. Da wäre jedem geholfen! Ausbeuten geht einfach nicht! Basta! Arbeit an arme Länder abgeben finde ich richtig, aber bei angemessener Bezahlung. Ich schäme mich langsam eine Schweizerin zu sein!

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  • Sarah Amstutz am 17.09.2012 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unüberlegt!

    es nimmt mich ja wunder, wer dann den leuten in de slums das geld gibt, welches ihnen durch das verlegen von den aufträgen verloren geht. die einzigst wirkliche verbesserung währe, ihnen mehr geld zu bezahlen, anstatt ihnen alles weg zu nehmen!

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  • Marcel Bugmann am 17.09.2012 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Beschämend für die reiche Schweiz

    Erstaunlich, dass in der reichen Schweiz von bundesebene aus, die Aermsten der Armen ausgebeutet werden. Höchste Zeit dass sich Herr Maurer dem Thema annimmt und neue Einkaufsquellen sucht. Wie wäre es z.B. mit Fair Trade?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Silvio Foiera am 18.09.2012 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Billigmentalität & WTO Ausschreibungen

    Man kann der Armee nicht immer weiter den Geldhahn zudrehen und sich dann wundern, wenn sie "Kosten optimieren" muss, wie das so schön heisst. Kleider aus indischen Slums oder Armeesackmesser aus chinesischer Billigproduktion (zum Glück abgewendet) werden dann halt Realität. Früher konnte die Armee diese Aufträge im Inland vergeben. Dutzende von teils abgelegenen Kleinstfirmen oder Heimarbeitern hatten so ein (Zusatz-)Einkommen. Die folge der Konsolidierung dieser Aufträge und deren Vergabe in Billiglohnländer ist u.a. eine Abwanderung aus wirtschaftlich schwachen Randregionen der Schweiz...

    • Silvio Foiera am 18.09.2012 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      2. Teil

      ...welcher der Bund dann mittels Subventionen entgegenzuwirken versucht. So hat man zwar bei der Armee ein paar Fränkli gespaart, muss dies aber andernorts wieder ausgeben.

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  • Düsi am 18.09.2012 04:22 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Schweiz?

    Und in der Schweiz werden Betriebe geschlossen, damit man den Armen helfen kann!

  • Erika am 17.09.2012 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Himmeltraurige Zustände

    Es wäre besser, dafür zu sorgen, dass die Menschen in den Armen Ländern anständig bezahlt werden. Da wäre jedem geholfen! Ausbeuten geht einfach nicht! Basta! Arbeit an arme Länder abgeben finde ich richtig, aber bei angemessener Bezahlung. Ich schäme mich langsam eine Schweizerin zu sein!

    • Imeon am 18.09.2012 15:47 Report Diesen Beitrag melden

      Vom Regen in die Traufe

      Wissen wir denn, wieviel diese Arbeiter verdient haben? Und ob es den Leuten mit diesen Jobs nicht besser gegangen ist als ohne??

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  • Marcel Bugmann am 17.09.2012 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Beschämend für die reiche Schweiz

    Erstaunlich, dass in der reichen Schweiz von bundesebene aus, die Aermsten der Armen ausgebeutet werden. Höchste Zeit dass sich Herr Maurer dem Thema annimmt und neue Einkaufsquellen sucht. Wie wäre es z.B. mit Fair Trade?

  • Sarah Amstutz am 17.09.2012 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unüberlegt!

    es nimmt mich ja wunder, wer dann den leuten in de slums das geld gibt, welches ihnen durch das verlegen von den aufträgen verloren geht. die einzigst wirkliche verbesserung währe, ihnen mehr geld zu bezahlen, anstatt ihnen alles weg zu nehmen!

    • le sli am 17.09.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

      genau so...

      sehe ich genau so. statt das wenige bisschen zu nehmen, wären faire preise für die arbeit von erwachsenen und die möglichkeit für kinder, eine schulische ausbildung zu machen, eine weit bessere möglichkeit zu helfen, als den armen (in vielerlei belangen) kindern und somit ihren familien das letzte quentchen einnahmen abzuerkennen. gut gemeint, aber nicht zu ende gedacht!

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