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Steuerabkommen
23. November 2012 10:26; Akt: 23.11.2012 13:39 Print
«Gutes Ergebnis für ehrliche Steuerzahler»
Einer der erbittertsten Gegner des Steuerabkommens, NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD), freut sich über das Nein des deutschen Bundesrats und spricht bereits von Neuverhandlungen.

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) ist ein grosser Kritiker des Steuerdeals. (Bild: Keystone)
NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans hat das Scheitern des Steuerabkommens im Bundesrat als «gutes Ergebnis für die ehrlichen Steuerzahler» bezeichnet. «Mit unserem Nein haben wir verhindert, dass deutsche Steuerbetrüger und ihre Helfer in Schweizer Banken durch ein Abkommen geschützt werden», sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Das Abkommen hätte es ermöglicht, dass Steuerhinterzieher ihr Schwarzgeld in der Schweiz zu einem Sonderrabatt günstig und anonym legalisieren können.
Abkommen ist nicht mehr verhandelbarDas Steuerabkommen mit der Schweiz ist mit der Nichtzustimmung des deutschen Bundesrates eigentlich gescheitert. Allerdings kann die Regierung versuchen (und sie wird das wohl auch), die Zustimmung der Bundesländer im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat doch noch zu erreichen.
Das Abkommen selbst ist aber nicht verhandelbar, da es einseitig nicht mehr geändert werden kann. In der Schweiz hat das Abkommen alle Hürden genommen. Nachverhandlungen lehnt Bern ab.
Eine Verständigung im Vermittlungsausschuss kann es deshalb nur darüber geben, dass zum Beispiel der Bund seinen Anteil an den erhofften Steuer-Milliarden den Ländern überlässt, sich deren Zustimmung also erkauft. (sda)
In der Blockade des Bundesrates durch die von SPD und Grünen regierten Bundesländer sieht der Finanzminister allerdings kein endgültiges Ende für eine deutsch-schweizerische Lösung. «Das Aus für das vorliegende Steuerabkommen ist nicht das Ende der Gespräche mit der Schweiz», sagte Walter-Borjans. Stattdessen müsse es jetzt Verhandlungen über ein «wirklich gerechtes» Abkommen geben.
Schamfrist für die Schweiz
Walter-Borjans sieht durchaus Chancen für eine Neuverhandlung des umstrittenen Steuerabkommens mit der Schweiz. Er gehe «davon aus, dass nach einer Schamfrist die Schweiz an den Verhandlungstisch zurückkehren wird».
Dies sagte der Minister am Freitag noch vor der Abstimmung im Bayerischen Rundfunk. Zugleich bekräftigte er sein Nein zu dem Abkommen in der vorliegenden Form, das am Freitag der deutsche Bundesrat, also die Länderkammer, abgelehnt hat.
Schlechtes Geschäft
Walter-Borjans begründete dies mit dem Verweis auf die Steuergerechtigkeit. Diejenigen, die ihr Geld in die Schweiz transferiert hätten, bekämen durch das Abkommen einen «Superrabatt der Nachbesteuerung» und würden «vollkommen in die Unschuld entlassen».
Und dann sollten die Steuerbehörden künftig auch noch auf Ermittlungen verzichten. Das sei nicht nur ungerecht, sondern am Ende auch ein schlechtes Geschäft.
Zweifel an den Milliarden-Einnahmen
Im Deutschlandfunk äusserte Walter-Borjans zudem seine Zweifel daran, ob die erwarteten Milliarden-Einnahmen aus dem umstrittenen Steuerabkommen mit der Schweiz jemals eintreffen würden. Die geschätzten zehn Milliarden Euro aus der Nachversteuerung des Schwarzgeldes deutscher Staatsbürger entsprängen «einer blühenden Fantasie», sagte er.
Garantiert seien nur rund 1,7 Milliarden. «Es ist extrem viel weniger als das, was die Menschen hätten bezahlen müssen, wenn sie ehrliche Steuerzahler gewesen wären.»
(whr/sda)
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Alle 119 Kommentare

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Ganz einfach aber beschämend
99% aller Kommentare sind für die Einstellung der Verhandlung und gewisse "unabhängige" Medien finden es bereits selbstverständlich, von einem kommenden Informationsaustausch auszugehen. Jetzt sollen mal die Deutschen vorschlagen und zwar konstruktiv. Dann können wir zustimmen oder auch ablehen, wenns nicht passt.
auf keinen fall neu verhandeln!
jetzt muss die schweiz zähne zeigen, und nicht neu verhandeln. die deutschen haben unsere angebote abgelehnt. jetzt sollte die schweiz etwas tun! wie wäre es mit spezialgebühren für deutsche autofahrer und lastwagen? und jetzt sollten die steuern für die deutschen massiv erhöht werden, kuschelkurs ist nun vorbei! doch leider lehrt uns die geschichte etwas anderes: weich, weich, weich....
interessant
Offenbar gibt es hier ziemlich viele Leute, denen das Wohl der reichen deutschen Steuerhinterzieher sehr am Herzen liegt. Eigentlich sollte die Schweiz einfach froh sein, dass es bis anhin niemanden interessiert hat, was für illegale und unfaire Spielchen unsere Banken gespielt haben...
@CHeizer
Super Kommentar, gleiche Meinung. Ich zweifelte schon am Verstand der Bürger.