Greenpeace warnt

12. Dezember 2013 12:21; Akt: 12.12.2013 13:28 Print

Diese Mammut-Handschuhe sind giftig

von L. Frommberg - Greenpeace wies in einer Untersuchung in 17 Outdoor-Produkten giftige Chemikalien nach. Handschuhe von Mammut überschritten sogar Grenzwerte. Der Hersteller hat reagiert.

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Die Mammut-Handschuhe «Arctic Mitten» sind mit Schadstoffen belastet. (Bild: ZVG)

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Klare Gebirgsbäche, raue Bergwelten, grünes Gras: Wer Outdoor-Kleidung kauft, ist in der Regel naturverbunden. Doch ausgerechnet die Kleidung, die die Wildnis-Fans wärmen und schützen soll, enthält oft gefährliche Chemikalien, zeigt nun eine Studie von Greenpeace. Zwei unabhängige Labore untersuchten im Auftrag der Organisation 17 Outdoor-Artikel auf so genannte PFC-Chemikalien. Diese sorgen dafür, dass Wasser und Schmutz von der Kleidung abperlen. Doch einige dieser «per- und polyfluorierten Chemikalien» können das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen.

In allen 17 untersuchten Produkten wiesen die Forscher Chemikalien nach. Jacken von Schöffel, Jack Wolfskin und Mammut enthielten bedenkliche Konzentrationen der giftigen Perfluoroktansäure (PFOA). Hohe Werte weiterer PFC wie Fluortelomeralkohole (FTOH) wurden in fast allen Jacken festgestellt, Spitzenreiter waren die Jacken von Adidas, Jack Wolfskin, The North Face und Salewa.

Mammut in der Kritik

Der Schweizer Hersteller Mammut steht in der Studie besonders in der Kritik. Denn: In den «Arctic Mitten»-Handschuhen der Marke soll laut Greenpeace eine illegale Konzentration der krebserregenden Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) enthalten sein. Bei Mammut hat man darauf bereits reagiert, so Sprecher Harald Schreiber zu 20 Minuten. «Wir haben unsere Händler gebeten, die betroffenen Handschuhe aus den Regalen zu nehmen», sagt Schreiber. «Es würde mich überraschen, wenn heute Abend noch einer der Handschuhe im Laden zu finden wäre.»

Bei Mammut hat man nun selbst Untersuchungen eingeleitet. «Falls noch weitere Handschuhe dieses Modells betroffen sind, werden wir selbstverständlich alle nötigen Schritte einleiten», so Schreiber. Bei Mammut versichert man, dass die Träger der Handschuhe keine Gefahr laufen, wegen der Chemikalien krank zu werden. Das habe eine Studie des Deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung ergeben.

Auch Konsumenten gefragt

Greenpeace kritisiert in der Untersuchung nicht ausschliesslich die Hersteller. Auch als Konsument solle man darauf achten, ob man wirklich ein Produkt brauche, das durch die zusätzlichen Inhaltsstoffe extremem Wetter standhält.

Alternativen zu dieser schadstoffbelasteten Outdoor-Kleidung seien bereits auf dem Markt. Dazu zählen etwa Jacken mit PFC-freien Membranen oder Imprägnierungen aus Polyester und Polyurethan. Auch diese Jacken sind winddicht, atmungsaktiv und halten einem Wolkenbruch stand, versichert man bei Greenpeace. «Vor dem Kauf sollten Verbraucher prüfen, ob sie eine Jacke für den Gipfelsturm oder den Spaziergang benötigen. Die schadstofffreien Jacken genügen fast immer», sagt Mirjam Kopp von der Chemie-Kampagne von Greenpeace Schweiz.

Zur Zusammenfassung aller belasteten Produkte kommen Sie hier.