Handwerk statt Büro

13. September 2017 08:35; Akt: 13.09.2017 08:35 Print

So gut bezahlt sind die Bauberufe

von S. Spaeth - Maurer, Strassenbauer, Baupraktiker: Rund 250 Lehrstellen konnten die Baufirmen diesen Herbst nicht besetzen. Und dies trotz hoher Löhne und Aufstiegschancen.

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Jugendliche zieht es heute eher in Bürojobs als auf den Bau. Kommt hinzu, dass durch den allgemeinen Trend zur Akademisierung die Anzahl Jugendlicher, die überhaupt eine Lehre in Angriff nehmen wollen, sinkt. Das spürt auch der Schweizerische Baumeisterverband (SBV). Im Bauhauptgewerbe konnten in diesem Spätsommer rund 250 Lehrstellen nicht besetzt werden. Laut SBV löst zudem ein Teil der Lehrlinge das Arbeitsverhältnis innerhalb der drei Lehrjahre vorzeitig auf. Im letzten Jahr betraf dies 13 Prozent der Lehrverträge – und dies, obwohl die Betriebe bei der Rekrutierung genauer hinschauen als früher.

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«Viele haben ein falsches Bild von den Tätigkeiten auf dem Bau», sagt Vera Steinmann, Leiterin Berufswerbung beim SBV, zu 20 Minuten. Das traditionelle Bild des Bauarbeiters sei überholt. Längst gebe es auf dem Bau attraktive Arbeitsbedingungen und sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten. Das zeigt sich auch beim Lohn: Verdient ein Maurer nach drei Jahren Lehre rund 5500 Franken im Monat, liegen bei einem Vorarbeiter schon bis zu 6300 Franken drin.

Die nächste Stufe in der Karriereleiter ist Polier mit bis zu 6500 Franken im Monat. Die Ausbildung dauert drei Semester. Gleich nach der Lehre kann aber auch mit der mehrere Semester dauernden Bauführerschule begonnen werden. Die jüngsten Absolventen sind derzeit 23 Jahre alt. Nach der Ausbildung zum Bauführer liegen laut SBV bis zu 9000 Franken pro Monat drin.

Baubranche bleibt eine Männerdomäne

Der Mangel an Lehrlingen könnte für den SBV auch längerfristig zum Problem werden: «Fehlen die Lernenden, fehlen in einigen Jahren auch die Kandidaten für die Kaderpositionen», sagt Steinmann. Um den Nachwuchs sicherzustellen, lanciert der SBV die fünfteilige Webserie «Die Bauhelden», die das Lehrlingsleben zwischen Beton, Backsteinen und Bodenplatten (siehe Box) dokumentiert. Ziel: das Image der Bauberufe aufpolieren.

Der beliebteste Lehrberuf auf dem Bau ist Maurer mit gegen tausend Lehrabschlüssen im Jahr 2016. Die neueren Zahlen liegen noch nicht vor. Dahinter folgt Strassenbauer mit 360 Abschlüssen und Gleisbauer mit 50 Lernenden. Nur sehr wenige Lehrlinge gibt es beispielsweise in den Berufen Steinmetz oder Pflästerer. Vera Steinmann vom SBV will aber nicht von unbeliebten Jobs sprechen: «Diese Berufe werden teilweise nur bei spezialisierten Unternehmen angeboten.»

Klar ist: Obwohl bei «Die Bauhelden» mit Nadja auch eine junge Frau mit von der Partie ist, handelt es sich beim Baugewerbe um ein Männerdomäne: 2016 lag der Frauenanteil in den Bauausbildungen und in der gesamten Branche bei lediglich rund ein bis zwei Prozent.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Babo am 13.09.2017 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kader Löhne

    Polierlohn ist ab 6500.- und nicht bis zu 6500.- Gute Poliere verdienen oft auch bis zu 8500.-, abhängig vom Arbeitsort natürlich. Bf fängt bei 7000.- an und kann bis zu 10'000.- gehen. Gruss aus der Bf-Schule

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  • Frau am 13.09.2017 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schmutzige Hände

    Und da haben wir soviel Jugendliche Arbeitslose die zu Hause rumsitzen und die RAV beehren. Zur Info : ein Schulabgänger/ in erhält vom RAV 400.- . Warum arbeiten und sich die Hände schmutzig machen,wenn sich in Mamas Hotel gut leben lässt ! Alles eine Erziehungssache !

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  • Daniel Müller am 13.09.2017 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausrede

    Die Jugend von heute ist zu verweichlicht und bequem, einen Handwerkerberuf zu lernen! Etwas anderes ist blosse Ausrede!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • s.m. am 16.09.2017 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Maurer

    Mir wurde die Lust auf dem Bau zu arbeiten ziemlich früh von meinem Lehrbetrieb genommen. Beim Schnuppern hatte ich richtig spass, durfte den Hammer in die Hand nehme und mitarbeiten. Ich habe tatsächlich in einer Woche schon einiges gelernt. Danach habe ich die Lehre gestartet, und durfte erstmal 2-3 Monate Handlanger spielen und Schaltafel um Schaltafel Putzen. Da ist mir die Freude vergangen. Besser wäre es gewesen ein Ausgelernter hätte mich an der Hand genommen und mich in die Maurerwelt eingeführt.

  • Mueli am 14.09.2017 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nie mehr

    Könnte ich nochmal wählen würde ich auch was anderes lernen. Man bekommt keinen Respekt mehr und wird im Bus nach einer 11 Stunden schicht (von mehrheitlich alten) als Assi bezeichnet weil man Müde ist und nur noch heim will. Das hat man davon wenn man sich die Hände gerne schmutzig macht...

  • Linearium am 14.09.2017 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Heisse Luft und Schönrederei

    Ja klar, und dann werden die stolzen Berufsleute durch Facharbeiter ersetzt! So ca. ab 45ig fängt das Spielchen dann an! Viel Spass noch! Zudem wird die Baubranche wieder Schrumpfen, oder besser gesagt gesundschrumpfen.

  • patrick h. am 14.09.2017 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Alten

    Liebe Alten... wenn die Jugend doch so faul und unfähig ist wie ihr hier beschreibt... warum werfen die Firmen dann Euch 50+ raus? Zu teuer? Glaub ich nicht. Zu unflexibel und zu lernresistent für die Technologien des 21 Jahrhunderts? Eher.

    • Vielspassnoch am 14.09.2017 14:11 Report Diesen Beitrag melden

      Geduld Partrick

      Oh, ein ganz strenger. Das Leben wird Dich schon noch lehren zwischen heisser Luft und Realität zu unterscheiden.

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  • patrick h. am 14.09.2017 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    ciao

    Wenn ich mir die Kommentare so durchlese würde ich allen Jungen empfehlen nicht mehr zu arbeiten. Die nicht vorhandene Wertschätzung der Alten in diesen Kommentaren zeigt was sie von uns halten und ich finde wir sollten das zurückgeben. Ich habe absolut 0 Respekt mehr vor dem Alter. Würde meinen Sitz im Bus niemals für einen Rentner freigeben. Wenn ihr glaubt wir machen nichts und tragen nichts zu unserer Welt bei dann zeigen wir euch mal was es bedeutet wenn wir nichts machen. Aus dem Weg, wir haben keine Zeit mehr für die lästige, alte Generation!

    • Grosi59 am 14.09.2017 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @patrick h.

      Wow, das hat aber Eindruck hinterlassen! Das macht mir richtig Angst! Haben sie überhaupt schon eine Ausbildung abgeschlossen? Sind ihre Steuergelder überhaupt relevant für die Allgemeinheit? Zahlen sie schon Pensionskasse. Haushalt, Familie... oder leben sie noch bei Mutti? Tja, ich glaube mein Mann und ich haben die letzten ü.30 Jahren einiges mehr finanziert und haben KEINERLEI schlechtes Gewissen, das nächste Jahr die AHV zu beziehen!!! Junger Mann: werden sie zuerst erwachsen, auch wenn sich das Niveau nicht ändert, so hilft vielleicht mal die Lebenserfahrung!

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