«25 Prozent tiefer»

06. September 2010 22:59; Akt: 07.09.2010 00:52 Print

Zahnbehandlungen könnten günstiger sein

von Elisabeteh Rizzi - Unternehmerisch denkende Zahnärzte klagen, ihr Verband SSO behindere offensive Preismodelle.

storybild

Bei besserer Auslastung könnten die Zahnarztkosten in der Schweiz für den Patienten tiefer sein. (Bild: colourbox.com)

Fehler gesehen?

Der Wettbewerb unter Zahnärzten hat zugenommen: Seit 2004 können EU-Zahnärzte auch in der Schweiz praktizieren. Trotzdem sind die Behandlungspreise nicht gesunken. «Mit einer guten Auslastung wären aber tiefere Preise möglich», sagt nun Reinhard Kriebel, Geschäftsführer des Zahnarzt-Zentrums Rheineck. Er liegt mit einem Taxwertpunkt (Behandlungstarif) von 2.50 Fr. klar unter dem in der Branche als Minimaltarif angesehenen Wert von 3.10 Fr. Der Basler Zahnarzt Willi Ingold verlangt teils bloss 2.20 Fr. pro Taxpunkt. «Man kann in der Schweiz 25 Prozent tiefer sein als die Konkurrenz», erklärt er. Ingold vermutet, der Zahnärzteverband SSO habe ihn wegen der offensiven Preispolitik ausgeschlossen. Das ­bestreitet Zürcher SSO-Sektionspräsident Beat Wäckerle: «Herr Ingold hat mehrere Praxisstandorte. Wir wollen zum Schutz der Patienten aber keine Filialpraxen ohne gesicherte Anwesenheit des Praxisinhabers.»

Beim Swiss Dental Center klingt es allerdings ähnlich wie bei Ingold. «Die SSO hat uns kritisch auf die Finger geschaut, statt unser Modell als eine der ersten Zahnärzte-AGs zu fördern», so Co-Inhaber Mario Besek. Das Center ist bei
der SSO freiwillig ausgetreten. Branchenkenner klagen, der SSO schikaniere unternehmerische Zahnärzte, aus Angst sie könnten stärker wachsen als die Konkurrenz und die Preise drücken. Tatsächlich sagt Wäckerle: «Das Swiss Dental Center pries Gratisuntersuchungen und Rabatte an, was gegen die Standesordnung verstösst.» Der SSO begründet: Aggressive Kundenwerbung schade dem Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient.