Fake-Shops

29. März 2016 21:25; Akt: 30.03.2016 11:01 Print

Online-Betrüger zocken Amazon-Kunden ab

von K. Wolfensberger - Kriminelle knöpfen Kunden des grössten Online-Händlers deren Geld ab. Auch Schweizer sollten sich vor der Masche in Acht nehmen.

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Ein Premium-Kühlschrank zum halben Preis? Beim Online-Händler Amazon gibt es derzeit vermehrt sehr günstige Schnäppchen zu finden. Doch ein Test des deutschen Magazins «Computer Bild» zeigt: Oftmals handelt es sich um Scheinangebote von Betrügerbanden. Sie würden Amazon benutzen, da der Versandhändler vielen Kunden als besonders vertrauenswürdig gilt.

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Das Problem: Amazon verkauft nicht nur selbst, sondern lässt auf dem Amazon Marketplace auch externe Händler Produkte anbieten. Der Versandhändler kassiert für die Bereitstellung dieser Möglichkeit dann entsprechende Verkaufsprovisionen. Unter die vielen rechtschaffenen Verkäufer haben sich auch Betrüger gemischt.

Der Lockvogel-Preis

Ihre Masche: Sucht ein Kunde beispielsweise nach einem Fernseher, so taucht in der Liste mit den Resultaten in der Kategorie «Andere Angebote» das gesuchte Produkt zum Tiefpreis auf. Bei den Angeboten stehen dann im Bereich «Verkäuferinformationen» Dinge wie «Preis gibt es nur hier unter» oder «Kontaktieren Sie mich». Die Nutzer sollen so von der sicheren Amazon-Website zu Fake-Shops weggelockt werden. Manchmal geben die Betrüger auch gleich ihre E-Mail-Adresse an, mit der Bitte um eine Kontaktaufnahme.

Im Test von «Computer Bild» beantworteten die angeblichen Verkäufer Anfragen per Mail innert kürzester Zeit. In fehlerhaftem Deutsch hätten sie die Verfügbarkeit und den einwandfreien Zustand der Artikel bestätigt. Der günstige Preis sei dank spezieller Kontingente möglich, so die Behauptung. Zur Abwicklung des Kaufs benötige man nur noch Name, Adresse und Telefonnummer des Käufers.

Schickten die Tester den Betrügern diese Daten zu, so erhielten sie per Mail eine gefälschte Amazon-Bestellbestätigung. In dieser fand sich jeweils ein Bezahl-Button und die Aufforderung, das Geld auf ein Konto im Ausland zu transferieren, zum Bespiel via Western Union oder Paypal. Waren kamen später aber keine an.

Um sich vor diesem Trick zu schützen, sollten Kunden alle ihre Käufe nur über Amazon selbst abwickeln, empfiehlt der Versandhändler. Er versichert, gegen die Betrüger vorzugehen: «Erlangen wir Kenntnis über ein unzulässiges Angebot, entfernen wir dieses unverzüglich.»

Betrug auch auf Schweizer Seiten verbreitet

«Leider ist der Betrug auf Online-Marktplätzen so alt wie die Online-Marktplätze selbst», sagt Ralf Wölfle, Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zu 20 Minuten. Nicht nur bei Amazon, auch bei Schweizer Anbietern gebe es daher entsprechende Probleme.

Das bestätigt auch das Auktionsportal Ricardo.ch. «Es kommt leider vor, dass die Frage-und-Antwort-Funktion missbraucht wird, um die Mitglieder mit dem Versprechen der Bezahlung eines besonders guten Preises von Ricardo.ch wegzulocken», sagt Sprecher Simon Marquard. Wie bei Amazon würden die Betrüger eine Zahlung mittels PayPal oder einer unbekannten ausländischen Bank anfordern. Ricardo.ch rät, auf keinen Fall zu bezahlen und umgehend den Kundendienst zu kontaktieren.

Laut eigenen Angaben wendet die Auktionsplattform automatisierte Kontrollmechnanismen an, um solche betrügerischen Tätigkeiten zu unterbinden. Sie pflege zudem einen engen Kontakt zu den Behörden. Der Marktplatz Siroop von Swisscom und Coop widerum schützt sich vor Betrügern, indem er nur vorab geprüfte Händler auf seiner Plattform Produkte verkaufen lässt.

Zu gut, um wahr zu sein

Der «Beobachter» rät Käufern, sich vor einer Transaktion immer die Frage zu stellen: Ist das Angebot zu gut, um wahr zu sein? Falls ja, handle es sich wohl um einen Betrugsversuch. Werden Produkte angeboten, die über offizielle Kanäle noch nicht erhältlich sind, sollte man ebenfalls auf der Hut sein.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ... am 29.03.2016 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meistens

    Muss man nur ein wenig auf die Schreibweise achten. Die meisten Mails haben so viele Fehler, dass es kaum ein seriöses geschäft sein kann.

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  • Beat Bachmann am 29.03.2016 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abofallen sind auch betrug

    für mich gehören auch abofallen zum internetbetrug. da ich schon mal in eine getappt bin, und das schon beim schliessen des browsers, musste ich halt ja stimmen. abofallen sind nicht immer ersichtlich. daher sofort wehren. betrug im internet ist halt fast nicht mehr weg zu denken. bei vorsicht kann mans aber verhindern oder minimieren.

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  • Köbeli Guggisbärg, Gochelimoos am 29.03.2016 23:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ricardo duldet Betrugsversuche

    Bei der Suche nach einem occ. Motorrad auf Ricardo, hiess es auf einmal vom Anbieter, dass er aus beruflichen Gründen in die Slowakei zurück musste. Der Versand des Motorrades in die Schweiz, wäre kein Problem, aber bitte vorher und ungesehen bezahlen bitte. Habe den Betrugsversuch bei Ricardo gemeldet und von denen nicht mal eine Antwort bekommen. Also dulden sie Betrugsversuche, nur um mehr Angebote auf ihrer Plattform zu haben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr. R. am 30.03.2016 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ricardo duldet Betrugsversuche!

    Hier werden nur die Fake-Verkäufer angeprangert. Aber ich hab es so erlebt, dass Ricardo diese geschützt hat.....

    • assp am 30.03.2016 14:48 Report Diesen Beitrag melden

      ohja

      ich auch und nicht nur 1x... Antwort kam nach langem hin-und-her, dass sie nichts dafür können... erst viel später, war dann "der User" nicht mehr aktiv...

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  • Jessica am 30.03.2016 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun ja

    Ich habe folgende Erfahrung gemacht: Bei Ricardo bestellte ich einen Womanizer für knapp die Hälfte des Preises, den man in Erotik Geschäften bezahlt. Das Geld habe ich mit Pay Pal überwiesen, den Artikel nie erhalten. Aber immerhin eine gute Bewertung, in der stand: Kunde empfehlenswert, jederzeit gerne wieder... Ricardo löschte zwar das Profil, aber mehr ist auch nicht passiert. Selber schuld..

  • Antonio am 30.03.2016 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Verkaufe auch über diese Plattformen Neuprodukte. Ich würde gerne möglichst viel Transparenz bieten, aber das verbiete die Handelsplattform. Ich darf den Leute nicht mal sagen wie ich heisse und wo ich genau wohne, so könnte jeder bei Problemen seinen eigenen Schlägertrupp vorbei schicken.^^

  • Köbeli Guggisbärg, Gochelimoos am 29.03.2016 23:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ricardo duldet Betrugsversuche

    Bei der Suche nach einem occ. Motorrad auf Ricardo, hiess es auf einmal vom Anbieter, dass er aus beruflichen Gründen in die Slowakei zurück musste. Der Versand des Motorrades in die Schweiz, wäre kein Problem, aber bitte vorher und ungesehen bezahlen bitte. Habe den Betrugsversuch bei Ricardo gemeldet und von denen nicht mal eine Antwort bekommen. Also dulden sie Betrugsversuche, nur um mehr Angebote auf ihrer Plattform zu haben.

    • Peter am 30.03.2016 03:07 Report Diesen Beitrag melden

      Bei mir auch!

      Das selbe mit gestohlener Ware. Der Höhepunkt war, das der Verkäufer eine schlechte Note hinterliess, die nicht zu löschen sei, so Ricardo. Immerhin reagierte man auf die polizeiliche Anzeige und entfernte das Konto des Diebes.

    • Anneli am 30.03.2016 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Köbeli Guggisbärg, Gochelimoos

      Zudem verlangt Ricardo extreme Gebühren, will man telefonisch eine Auskunft, eine Abzockerei sondergleichen...

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  • Rezowa am 29.03.2016 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Erfahrung mit Betrügern....

    Habe ich gerade gemacht. Wollte ein Iphone S5 günstig kaufen. Als ich die Kontoverbindung für die Bezahlung erhalten habe, sah ich, dass auf die Raiffeisenbank mit IBAN RO.... einzuzahlen ist. Das tönt nach Rumänien...... Habe den Anbieter nochmals kontaktiert, ohne zu bazahlen. Darauf erhielt ich ein Mail in sehr schlechtem Deutsch. Also: die IBAN Nummer sollte kontrolliert werden. Die ersten 2 Buchstaben sind für das Land der Bank....

    • Yannis am 30.03.2016 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rezowa

      Auch wir in Ungarn sein gutes Leute, nicht so wie Kolleg in Polen, du nicht immer müssen reden wen du das nicht wissen wirklich, ok?

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