Generika

20. Mai 2009 07:27; Akt: 20.05.2009 12:05 Print

Novartis-Tochter Sandoz kauft einNovartis-Tochter Sandoz kauft ein

Die Generika-Tochter Sandoz von Novartis tätigt in Österreich einen Milliarden-Deal: Von der Firma EBEWE Pharma übernimmt die weltweite Nummer 2 im Generikageschäft das Onkologie- Portfolio. Der Kaufpreis beträgt rund 1,4 Milliarden Franken.

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Für den Erwerb der injizierbaren generischen Krebsmedikamente von EBEWE sei eine definitive Vereinbarung unterzeichnet worden, teilte Novartis am Mittwoch mit. Die Akquisition wird in bar bezahlt. Vom Deal ausgeschlossen ist laut dem Communiqué das Geschäft mit injizierbaren neurologischen Produkten des österreichischen Generikaherstellers.

Globales Kompetenzzentrum

Sandoz will am bisherigen EBEWE-Standort in Unterach (A) ein neues globales Kompetenzzentrum für generische Krebsmedikamente aufbauen. Diese bilden laut dem Basler Konzern einen der umfangreichsten und wachstumsstärksten Sektoren des Weltmarkts für injizierbare Nachahmermedikamente.

Leiter des Zentrums wird Friedrich Hillebrand, der die EBEWE 2001 mit weiteren Investoren in einem Management-Buyout vom deutschen BASF-Konzern übernommen hatte. Letztes Jahr erzielte das 1934 in Wien gegründete Unternehmen mit 500 Mitarbeitenden einen Umsatz von umgerechnet rund 282 Millionen Franken und ein operatives Ergebnis von 80 Millionen Franken.

Das Portfolio von EBEWE umfasst diverse Medikamente, die in der Chemotherapie eine wichtige Rolle spielen. Zudem erwartet Novartis von der österreichischen Firma in naher Zukunft verschiedene Neueinführungen.

Durch die Akquisition könne eine starke globale Plattform für zukünftiges Wachstum geschaffen werden, hält der Basler Konzern fest. Der Zukauf sorgte an der Börse am Mittwoch jedoch nicht für Furore, die Novartis-Aktien wurden nur leicht höher als der Gesamtmarkt gehandelt.

Schleppendes Generika-Geschäft

Sandoz ist die zweitgrösste der insgesamt vier Division von Novartis. Mit Nachahmermedikamenten erzielte der Konzern 2008 einen Umsatz von 7,6 Milliarden Dollar und ein operatives Ergebnis von 1,1 Milliarden Dollar.

Sandoz verzeichnete im vergangenen Jahr indes das geringste Wachstum aller Divisionen. Novartis hatte schon im April bei der Publikation der Zahlen für das erste Quartal angekündigt, die Generika-Division wieder auf Expansionskurs mit stärkerem Wachstum und höherer Rentabilität bringen zu wollen.

Sandoz ist mit rund 23 000 Beschäftigten hinter der israelischen Teva der zweitgrösste Generikahersteller der Welt. Novartis baute das Geschäft mit Nachahmermedikamenten immer wieder durch Zukäufe aus.

(sda)

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