Sondereinnahmen in Italien

17. August 2017 09:43; Akt: 18.08.2017 10:51 Print

Sondergewinn aus Italien gibt Swisscom Schub

Der grösste Schweizer Telecomanbieter hat weniger eingenommen und trotzdem mehr verdient. Verantwortlich dafür sind Entschädigungszahlungen.

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Weniger Umsatz, mehr Gewinn: Urs Schaeppi, CEO Swisscom, spricht an der Bilanzmedienkonferenz der Swisscom. (Archivbild: 8. Februar 2017) (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Der Umsatz von Swisscom fiel im ersten Halbjahr um 1,4 Prozent auf 5,69 Milliarden Franken. Der Reingewinn stieg indes um 6,5 Prozent auf 839 Millionen Franken.

Grund ist die italienische Tochter Fastweb. Diese habe aus Rechtsverfahren Entschädigungen von 95 Millionen Euro erhalten, gab die Swisscom am Donnerstag in einem Communiqué bekannt. Das zog den Gewinn nach oben.

Die Anleger reagierten zunächst mit Käufen der Swisscom-Aktie, was den Preis in einem nachgebenden Gesamtmarkt leicht steigen liess. Das Beteiligungspapier stand bis zum Mittag aber etwa gleichauf mit dem SMI 0,7 Prozent im Minus.

Härterer Wettbewerb

Der Betriebsgewinn der Swisscom vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) legte um 1,5 Prozent auf 2,26 Milliarden Franken zu. Während Fastweb in Italien den Betriebsgewinn dank der Sondereinnahmen um ein Fünftel steigern konnte, litt in der Schweiz das Telekomgeschäft dagegen unter dem härteren Wettbewerb.

Hierzulande sank der Umsatz um 2,4 Prozent. Neben dem intensiven Wettbewerb nage auch die zunehmende Marktsättigung am Ergebnis. Die Hälfte des Umsatzrückgangs sei auf die sinkende Kundenzahl in der Festnetztelefonie zurückzuführen.

Mehr TV-Kunden

Der Konkurrenzkampf mit Kabelnetzbetreibern und anderen Anbietern sei härter geworden, hiess es. Dennoch erfreue sich Swisscom weiterhin grosser Beliebtheit. Der Bestand an TV-Kunden habe innert Jahresfrist um 96'000 auf 1,45 Millionen zugenommen. Auch in vergangenen drei Monaten konnte die Swisscom 9000 Kunden gewinnen.

Bei den Firmenkunden machte dem Konzern die Preiserosion bei Telekomdiensten zu schaffen. Der Umsatz mit Firmenkunden sank um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Schub auch ohne Sondergewinn

In Italien dagegen hat Fastweb kräftig Rückenwind. Der Umsatz stieg um 4,8 Prozent auf 923 Millionen Euro. Der Ebitda schoss um gut 20 Prozent auf 403 Millionen Euro in die Höhe. Auch ohne die Sondergewinne aus dem Rechtsverfahren wäre der Ebitda um 10 Prozent gestiegen, hiess es.

Damit hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde beim Umsatz erfüllt, beim Gewinn dank Fastweb indes deutlich übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Schnitt mit einem Umsatz von 5,69 Milliarden, aber einem Rückgang des Ebitda auf 2,14 Milliarden und des Reingewinns auf 749 Millionen Franken gerechnet.

In der Folge legt die Swisscom die Latte höher. Fürs Gesamtjahr 2017 erwartet der Konzern nun einen Ebitda von rund 4,3 Milliarden Franken. Das sind 100 Millionen mehr als bisher.

(oli/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ein eingesparter am 17.08.2017 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    gratulation

    Toll gratulation, habt ihr gut gemacht Herr Schäppi. Nun können Sie noch ein paar Milliönchen mehr, ihren gierigen rachen runter stopfen. Die hunderte Mitarbeiter welche die Firma verlassen mussten grüssen freundlichst!

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  • Beni Röter am 17.08.2017 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocker

    Mit den Preisen sind die auch bei 10 Usern noch in der Gewinnzone...

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  • Sulejka am 17.08.2017 09:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swisscom ist halt teuer

    wenn man einen Preisvergleich macht mit anderen Anbieter, dann ist Swisscom der teuerste Anbieter, macht man jedoch auch noch den Vergleich im Kundenservice dann hat Swisscom halt immer noch die Nase vornl, oft lohnt es sich auch das "Drumherum" etwas genauer zu betrachten, dann kommt man schnell auf den Nenner. Ich jedenfalls bleibe Swisscom Kundin

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sämi der Tigers Fan am 22.08.2017 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Teil vom Sondergewinn sollte man

    Ein Teil vom Sondergewinn sollte man in die Uebertragungsrechte für die Schweiz. Eishockeymeisterschaft 2017/2018 und ff investieren, unbedingt als Abgeltung an die UPC.

  • koma am 20.08.2017 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    top!

    bis heute konnte ich jedem noch so schmackhaften neuangebot widerstehen. swisscom ist für mich der absolute top shot!

  • irgend so ein typ am 19.08.2017 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    jao

    Swisscom ja, aber nur für den privatgebrauch. Mann muss sagen das Swisscom sein Geld wert ist im privaten Bereich. Da gibts auch besseren Service und es läuft am stabilsten. allerdings kann würde ich niemals als Geschäft IT-Dienstleistungen von dieser Firma beziehen. Habe wenig gite gehört. Im Sinn von der Kunde ist ein bezahlendes Versuchskaninchen dem nichts transparent eingerichtet und komuniziert werden kann..

  • Jamsil am 19.08.2017 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Riesen Verein:

    Swisscom gehört Teleclub, Wingo, CableX, Ascom..... ex PTT, Fixnet.... im Grunde genommen gibt es nur 2 Player auf dem Schweizer Markt nämlich Sunrise im Mobilefunk und Swisscom. Salt, Wingo, M Budget sind alle auf dem Swisscom Netz. Coop mobile auf Sunrise. Im Kabelnetz hat Swisscom auch Monopol Stellung mir ihren x - Kilometer Schächten und Leitungen. Aber sobald die Provider das 5 G oder 6 Generation Mobilefunknetz zum laufen bringen, wird der Bund als Hauptaktionär viel Geld verlieren weil niemand mehr auf Glasfaser surfen will.

  • B-) am 18.08.2017 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qualität und Innovation im Telekombereich kostet s

    Viele reklamieren Swisscom sei zu teuer. Sich aber einen Audi, Mercedes, BMW, Porsche und wer weiss sonst noch was für teure Autos fahren. Jaja meckern. Blablabla.

    • tim am 19.08.2017 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @B-)

      Innovation welche? twint, tapit, iOs, siroop, ich kenne keine einzige echte Innovation von Swisscom die je Geld eingespielt hätte?

    • B-) am 20.08.2017 01:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @tim

      Swisscom bringt technische Innovationen die die Telekommunikation, das Internet und die ICT weiterbringt. Das was nicht in den Medien breitgetreten wird. Ihre erwähnungen haben viele Vorteile, iO zum Beispiel. Hätte 100% Datenschutz Swissness gewährleistet aber nein man nutzt lieber Whatsapp (Datenschutz ade, aber ist kostenlos. iO hätte je nach Funktion etwas gekostet). Es kann nicht gratis sein und Datenschutz gewährleisten.

    • Till Mettler am 20.08.2017 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @B-)

      ... und genau das scheint Swisscom nicht zu verstehen. NIEMAND will eine schlechte Kopie eines Produkt das es schon gibt. Aber irgendjemand hat sich garantiert die Säcke gefüllt... und ist vor dem grossen Fiasko inklusive Bonus weitergezogen!

    • Fakten am 20.08.2017 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @B-)

      Wieso soll man etwas nützen, das niemand will? Swisscom produziert komplett am Markt vorbei. Geld verdient der Konzern fast nur mit Mobilfunk- und relativ anspruchlosen Internetdiensten. Der ganze Rest muss quersubventioniert werden.

    • W.K. am 20.08.2017 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @B-)

      Den Mist habe ich vor vier Jahren auch noch geglaubt. Seit drei Jahren arbeite ich bei Swisscom, bin zufrieden, aber auch in der Realität angekommen :))

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