Krankenkassenprämien

13. September 2011 12:52; Akt: 13.09.2011 20:08 Print

Eine bittere Pille für die Jungen

von Alex Hämmerli - Die Prämien der Schweizer Krankenkassen steigen weiter: Provisorische Daten für 2012 zeigen einen durchschnittlichen Anstieg von 5,2 Prozent. Besonders schlecht kommen die Jungen weg.

Jährliche Krankenkassenprämie im Schnitt pro Versicherten (in Fr.)
Quelle: BfS

Die Prämien steigen weiter.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Auch im kommenden Jahr werden die Krankenkassen wieder teurer: Die Vergleichsportale Bonus.ch und Comparis.ch haben die von den Versicherungen übermittelten Daten analysiert und kommen zum Schluss, dass die Prämien im kommenden Jahr im Schnitt um 5,2 bzw. 3 Prozent steigen werden. Bonus.ch erklärt die steilere Prognose damit, dass man entsprechend der Anzahl der Versicherten bei den Krankenkassen anders gewichtet habe. Dies ermögliche eine präzisere Schätzung. Kleinere Krankenkassen würden die Prämien tendenziell weniger stark erhöhen.

Die Prognosen zeigen, dass die Prämien erneut deutlich stärker steigen als die allgemeine Teuerung: Das Bundesamt für Statistik rechnet für das laufende Jahr mit einer Inflation von rund 0,4 Prozent. 2012 dürfte die Teuerung 0,3 Prozent betragen. Der Anstieg der Prämien wird aber voraussichtlich moderater ausfallen als auch schon. Von 2008 auf 2009 etwa zogen die Preise um 11,5 Prozent an. Von 2010 auf 2011 waren es 6,5 Prozent.

Junge zahlen mehr

Besonders schlecht kommen einmal mehr die jungen Erwachsenen weg: Wie bereits im Vorjahr steigen die Prämien für die Versicherten zwischen 18 und 25 Jahren am stärksten. Comparis rechnet damit, dass die Prämien in diesem Segment um gut 5 Prozent steigen werden. Bonus.ch geht sogar von 5,9 Prozent aus. Das seien 1,9 Prozent mehr als bei den Erwachsenen und 2,2 Prozent mehr im Vergleich mit der vorgesehenen Erhöhung für die 0- bis 18-Jährigen.

«Die Prämienerhöhung bei den jungen Erwachsenen widerspiegelt kaum den Anstieg der Gesundheitskosten in dieser Altersgruppe», sagt Jonas Grossniklaus, Krankenkassen-Experte bei Comparis.ch. Vielmehr dürften wie bereits im letzten Jahr einige Krankenkassen ihre früheren Rabatte für dieses Segment reduziert haben. Der Hintergrund: Laut einer Anordnung des Bundesamts für Gesundheit müssen die Krankenkassen Prämienrabatte, die höher als 15 Prozent sind, bestätigen lassen.

Kantonale Diskrepanzen

Auch bezüglich der Kantone gibt es grosse Unterschiede beim Kostenzuwachs: In der Analyse von Comparis müssen die Einwohner des Kantons Appenzell Innerrhoden am tiefsten in die Tasche greifen: Dort steigen die Prämien um 8 Prozent. Im Jura sind es 7 Prozent. Bei Bonus.ch ist die Reihenfolge aufgrund der Unterschiede in der Berechnung eine andere. Die stärksten Erhöhungen seien mit 8,6 bzw. 8,5 Prozent für die Kantone Zug und Uri zu befürchten.

Bezüglich der Kantone, die heuer am besten wegkommen, sind sich Bonus.ch und Comparis.ch hingegen einig: Das Tessin und der Kanton Bern werden weniger als 1 Prozent drauflegen müssen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • didi am 23.09.2011 00:14 Report Diesen Beitrag melden

    KK-Prämie als Lohn-Abzug

    Die Prämie sollte dem Lohn direkt abgezogen werden. Und zwar prozentual, so wie z.B. die AHV. Wer mehr verdient, soll mehr Prämien zahlen. Und umgekehrt.

  • Robert am 13.09.2011 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Schweinerei

    Sonst gehts noch? Wir Jungen die selten zum Arzt gehen müsse zahlen,zahle und nochmals zahlen! Was läuft schief bei euch, sollen wir alle in den Schulden landen!?

  • Ulf Benz am 13.09.2011 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das kann ja .....

    denjenigen, welche bereits von Sozialhilfe leben egal sein ... für die gibt es keine Prämienerhöhung und Selbstbehalt haben sie auch keinen .... dank den Sozis, den Grünnasen und der CVP! Bei denjenigen geht jeglicher Anreiz Kosten zu sparen, verloren ... und da würde viel Einsparpotential drinnliegen. Ganz einfach, weil sie nichts bezahlen müssen und mehr als andere, beim Arzt anzutreffen sind.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • didi am 23.09.2011 00:14 Report Diesen Beitrag melden

    KK-Prämie als Lohn-Abzug

    Die Prämie sollte dem Lohn direkt abgezogen werden. Und zwar prozentual, so wie z.B. die AHV. Wer mehr verdient, soll mehr Prämien zahlen. Und umgekehrt.

  • sabrina am 14.09.2011 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    immer auf die Jungen

    Immer auf die jungen. Wir bezahlen schon das doppelte an Autoversicherung und verdienen einiges weniger als die ü30iger und müssen immer mehr für alles bezahlen. Wir war das nochmal mit Ausbildung ist wichtig und immer mehr jugendliche tappen in die Schuldenfalle.

  • Anita am 13.09.2011 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apotheke statt Arzt

    Lieber einmal mehr in die Apotheke gehen und sich dort eine gute Beratung holen statt sofort zum Arzt rennen wegen einem Mittel, dass man sonst ohne Rezept günstiger gekriegt hätte.

  • F.S. am 13.09.2011 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungleichnis!!

    Immer das Gleiche: Jährlich steigen die Gesundheitskosten, die SBB-Abo's, die Billag-Gebühren uvm. Aber der prozentuale Anstieg des Einkommens ist geringer. Ausgaben werden teurer, die Löhne bleiben gleich oder steigen zu wenig an....! Und dann wundern sich alle wenn die Kaufkraft sinkt und sich der Wohlstand verschlechtert...!

    • Michael Gerber am 13.09.2011 21:15 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Sehr richtig und scharfsinnig!

    • Andreas am 14.09.2011 14:22 Report Diesen Beitrag melden

      Staatliche Inflation

      Und deine Aufzählung betrifft nur Staatlich verordnete Kosten während andere Preise sinken. Also eine vom Staat verursachte Inflation in der Schweiz? Jenes das wir bei Coop und Migros sparen wird vom Staat gleich wieder abgeschöpft? Man sollte das mal genau analysieren ;-)

    einklappen einklappen
  • Bernhard Feigenwinter am 13.09.2011 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos und zum Scheitern verurteilt

    Wie sinnlos. Es hüpfen alle immer zu der billigsten Krankenkasse. Dann ein Jahr lang einzahlen und schwupps wieder zu einer günstigeren. So funktioniert das System erst recht nicht! Eine Krankenkasse für ALLE und fertig! Man stelle sich vor es gäbe 50 AHV-Kassen. Ade merci!

    • Hank Hammer am 13.09.2011 22:36 Report Diesen Beitrag melden

      50 AHV-Kassen

      Es gibt 50 AHV-Kassen.

    einklappen einklappen