Krankenkassen

14. Juli 2017 12:00; Akt: 14.07.2017 12:01 Print

Prämien steigen besonders für Junge und Gesunde

von F. Lindegger - Die Krankenkassenprämien werden auch nächstes Jahr teurer. Für Teile der Bevölkerung könnten die Prämien in nächster Zeit besonders stark steigen.

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Um rund 4 bis 5 Prozent dürften die Prämien im kommenden Jahr steigen. Diesen Schluss legen Zahlen des Krankenkassenverbands Santésuisse nahe. Für einige Versicherte drohen in naher Zukunft aber deutlich höhere Kosten. Die Gründe.

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• Anpassung der Franchisen
Versicherte können Franchisen zwischen 300 und 2500 Franken wählen. De facto lohnen sich heute allerdings nur die tiefste und die höchste Franchise. Vor allem Junge und Gesunde wählen die Franchise mit einer Kostenbeteiligung von 2500 Franken und profitieren dafür von tieferen Prämien. Wie Ende Juni bekannt wurde, plant der Bundesrat, die Zwischenfranchisen attraktiver zu machen. Dazu will er die Rabatte auf die höchste Franchise von jährlich 1540 auf 1100 Franken verringern. Das heisst: Personen mit der höchsten Franchise sollen künftig mehr für ihre Versicherung bezahlen.

Noch ist das allerdings nicht definitiv beschlossen. Die Krankenkassen haben bereits deutliche Kritik am Vorschlag geäussert. Der zuständige Bundesrat Alain Berset blies in der Vergangenheit nach massiver Kritik bereits eine geplante Gesetzesrevision ab, die eine radikalere Änderung der Franchisen vorsah.

• Neue Prämienregionen
Bereits einen Schritt weiter ist eine andere Vorlage, die die Anpassung der Prämienregionen vorsieht. Heute unterscheiden sich die Prämien je nach Kanton und Wohngemeinde. Das will der Bundesrat ändern. Künftig sollen sich die Prämienregionen nicht mehr an Gemeinden, sondern an Bezirken orientieren. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) würde das zu einer gerechteren Verteilung der Gesundheitskosten führen. Die neue Regelung soll ab 2019 gelten, die konkrete Umsetzung ist aber noch ungewiss.

Die Pläne würden laut Santésuisse dazu führen, dass knapp drei Millionen Versicherte künftig höhere Prämien bezahlen müssen. Betroffen wären vor allem ländliche Gemeinden, Städte würden dagegen entlastet. Die Krankenkassen kritisieren die Pläne. Sie argumentieren, dass die Landbevölkerung, die weniger oft zum Arzt gehe und tiefere Kosten verursache, so die Städter quersubventionieren müsse. Das sei unfair.

• Alljährliche Prämienerhöhung
Neue, teure Medikamente, mehr Behandlungen, alternde Gesellschaft – es gibt viele Gründe für die steigenden Gesundheitskosten. Bisher konnte keine Massnahme die Kostenexplosion stoppen. Der Krankenkassenverband Santésuisse geht für dieses Jahr von einer Kostensteigerung von 4,1 Prozent pro Versicherten aus. Entsprechend dürfte auch die Ankündigung der Prämienerhöhung in diesem Herbst ausfallen: Es wird mit einem Anstieg von 4 bis 5 Prozent gerechnet.

Ein Kostentreiber ist vor allem die ambulante Spitalbehandlung, die im Vergleich zum Vorjahr um 9,1 Prozent höher ausfiel. Die Kosten im ambulanten Bereich werden im Gegensatz zur stationären Behandlung vollständig durch die Prämien gedeckt.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mike am 14.07.2017 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    mike

    habe höchste franchise, gehen nie zum arzt (wenn, dann äusserst selten und bezahle es ohnehin ja selber). und jetzt werde ich noch damit bestraft gesund zu sein? das solidaritätsprinzip in allen ehren aber das kanns ja auch nicht sein oder..

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  • the sky is the limit am 14.07.2017 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich nicht..

    Warum müssen immer die gesunden mehr bezahlen und nicht diejenigen, die die kassen unnötig belasten und wegen jedem wehwehchen zum arzt oder gleich ins spital rennen?! Verstehe ich nicht.. man könnt ja mal denen, die die krankenkasse nie brauchen einen rabatt gewähren?!

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  • Horst am 14.07.2017 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das gute ist:

    Ihr braucht den Artikel nicht jedes Jahr neu schreiben, einfach den von letztem Jahr kopieren und fertig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • lalalalal am 19.07.2017 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    soziale Unruhen in der Zukunft

    die schweizer kranke Krankenkassesystem muss geändert werden, sonst droht der Schweiz soziale Unruhe

  • Snoopy am 18.07.2017 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Grenze ist erreicht

    Das Problem ist das Volk regt sich 3 mal im Jahr auf. Beim Billag bezahlen, Steuern und Krankenkasse Erhöhung. Danach ist wieder still im Land und alles läuft wie immer weiter. Die Institutionen und der Staat können diese 3 Tagen im Jahr verkraften. Das ganze System müssen wir bezahlen das ist kein Thema. Alles hat aber seine Grenze und die Grenze ist schon längst erreicht.

  • Ramona Weder am 18.07.2017 01:20 Report Diesen Beitrag melden

    Missbrauchte Solidarität

    Es hat zu viele, die das System nutzen auf Kosten aller. Die Oberen mit zu hohen Lohnbezügen, Ärzte mit unnötigen Leistungen für mehr Einkommen, andere, weil sie eh nichts bezahlen und dann noch jene, die dauernd was haben wollen und alles soll bezahlt werden. Das geht aber auch im Sozial- und Asyl-Bereichen so und deshalb will man als ausgepresster Normalverdiener lieber nicht mehr Steuern zahlen, weil man zu viel finanzieren muss, das man gar nicht will. Es geht nicht ohne Leistungsabbau in der Grundversicherung.

  • Margrit Aegerter am 18.07.2017 01:10 Report Diesen Beitrag melden

    Vielerlei Sparmöglichkeiten

    Es hat nicht Wenige in der Schweiz Wohnhafte, die ohne einen Rappen zu zahlen oder selber zu verdienen, unser Gesundheitswesen nutzen. Sollte man nicht noch mehr ambulant machen, pflegerische oder hauswirtschaftliche Leistungen aufs wirklich Überlebensnotwendiges beschränken? Auch ärztliche Behandlungen sollten minimiert werden, nicht dauernd noch ein Labor und noch ein Röntgen, aus Angst vor Haftpflicht, zum besseren Verdienst oder Auslastung der Geräte. Im Ausland mit schlechter Versorgung sterben auch nicht alle wegen weniger Behandlung. Dann kommen noch die hohen Löhne der Oberen dazu.

  • Ms. Niemand am 18.07.2017 00:25 Report Diesen Beitrag melden

    Einfachere Lösung geht nicht?!

    Wieso macht es sich die Politik denn eigentlich so schwer, abgesehen von den finanziellen Interessen/Lobbies etc...Entscheiden Sie doch für staatl./gesetzl. Krankenkassen (Beiträge 50%Arbeitgeber/50% Arbeitnehmer. Feierabend. Private Krankenkassen kann es ja parallel geben wie bis anhin, für Primaverdienende und/oder Selbständige o. ab bestimmten Gehalt. Selbstverständlich alles nur 100% Schweizer Krankenkassen mit Sitz in der Schweiz. Dieses Gesuch würd ich glatt zur Abstimmung geben, wenn denn erlaubt würde-für das Wohl der CH-Bürger!