Fehlkäufe

12. Januar 2017 05:46; Akt: 12.01.2017 08:59 Print

Bei Kleidern greifen wir am häufigsten daneben

Über ein Drittel der Schweizer hat 2016 Fehlkäufe für über 100 Franken getätigt. Bei Frauen und Männern sorgen dabei unterschiedliche Produkte für Frust.

Wir überschätzen den künftigen Glücksgewinn durch unsere Einkäufe, erklärt Wirtschaftspsychologe Jörn Basel von der Fachhochschule Kalaidos (Video: 20 Minuten).
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Beim Kauf war das Glücksgefühl noch gross, wenige Wochen später folgt die Ernüchterung: Das Snowboard steht kaum gebraucht in der Ecke, die Jeans liegen noch ungetragen im Schrank. Nun zeigt eine repräsentative Erhebung von Marketagent, die 20 Minuten exklusiv vorliegt, dass mehr als 70 Prozent der Schweizer Konsumenten zwischen 14 und 65 Jahren 2016 Fehlkäufe getätigt zu haben. Bei rund 5,7 Millionen Einwohnern in dieser Altersspanne bedeutete das: Rund 4 Millionen haben im Laden oder im Netz danebengegriffen.

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Insgesamt 2981 Teilnehmer

35 Prozent dieser Personen erklärten dabei, weniger als 100 Franken dafür ausgegeben zu haben. Knapp 18 Prozent haben bis zu 200 Franken in etwas investiert, das sich als Reinfall herausstellte. Für rund eineinhalb Prozent wurde es gar richtig teuer: Sie gaben an, bei einem Fehlkauf mehr als 1000 in den Sand gesetzt zu haben. Zufriedener dürften jenes Viertel der Befragten sein, das laut eigenen Aussagen keine unsinnige Anschaffung tätigte.

«Aus psychologischer Sicht ist die Tatsache sehr, sehr wichtig, dass wir stark überschätzen, wie zufrieden uns gewisse Dinge in der Zukunft machen, vor allem materielle», erklärt Wirtschaftspsychologe Jörn Basel im Video-Interview. In gewisser Weise seien Fehlkäufe ein Wohlstandsphänomen.


Im Bezug auf den Ort zeigt sich: Beim Online-Shopping und im stationären Einkauf werden praktisch gleich viele Fehlkäufe getätigt. 38 Prozent haben ihre Fehlkäufe mehrheitlich in Geschäften getätigt, 37 Prozent mehrheitlich im Online-Shop. Rund 24 Prozent haben zu gleichen Teilen im Laden oder im Webshop ein Produkt erworben und es später bereut.

Allerdings gibt es durchaus Unterschiede, wenn man die Zahlen für die Geschlechter einzeln aufschlüsselt. Frauen scheinen sich eher in Geschäften zu Fehlkäufen hinreissen zu lassen: 45 Prozent der Frauen haben gemäss der Umfrage die überflüssigen Artikel mehrheitlich in Geschäften erstanden. Bei den Männern liegt der Anteil nur bei knapp einem Drittel. Genau umgekehrt sieht das Bild beim Online-Shopping aus. In Zahlen: Rund 43 Prozent der Männer erklären, sich mehrheitlich in Online-Shops vergriffen zu haben. Bei den Frauen sind es nur gut 32 Prozent.

Besonders anfällig für fehlgeleitete Einkäufe sind dabei Kleider, Schuhe und Accessoires. Mehr als die Hälfte der Personen, die angaben, Fehleinkäufe getätigt zu haben, nannte diese Produktkategorie. Am zweithäufigsten – von rund einem Drittel – wurde der Kauf von Elektronikgeräten bedauert. Mit den Anschaffungen im Bereich Haushaltsgeräte (19 Prozent) und Kosmetik (17 Prozent) wurden ebenfalls viele nicht glücklich.

Dabei bereuten Frauen ihre Ausgaben für Kleider, Accessoires und Schuhe deutlich häufiger als Männer. Fast 70 Prozent fanden, dass sie diesem Bereich in den letzten 12 Monaten einen Fehlkauf getätigt hätten. Bei den Männern waren es knapp 40 Prozent. Bei ihnen sind es vor allem Elektronikprodukte (43 Prozent), die sich als Missgriff herausstellten.

(lin/ekr/sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 1 Tap am 12.01.2017 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch normal

    Fehler gehören halt dazu, ob beim einkaufen oder Prüfung schreiben..

  • Geissenpeter am 12.01.2017 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marketing

    Der Schlüssel für Firmen euch Müll zu verkaufen heisst: Marketing. Das sind intelligente Köpfe, meist mit psychologischen und philisophischen Uniabschlüssen, die wissen wie man Menschen manipuliert.

    einklappen einklappen
  • Majou am 12.01.2017 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überlegen wär gut

    Ich glaub das sind Leute die genug Geld haben. Solche die wenig haben überlegen es sich zweimal.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sehnsucht 67 am 12.01.2017 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mann od Frau.

    Wäre interessant zu wissen ob dieses Phänomen Geschlechterspeziefisch ist.

  • Blanca am 12.01.2017 08:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unmöglich

    Ein solches Problem kenne ich nicht ! Ich habe zuwenig Geld als dass ich mir Fehleinkäufe "leisten " kann :-)

  • P. Drittenbas am 12.01.2017 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Kann mir bestimmt nicht passieren

    Ich habe noch nie was gekauft was ich später bereut habe, denn ich überlege schon vorher genau ob ich diesen Artikel auch wirklich brauche. Da ich sowieso restlos alles im Ausland besorge, fahre ich doppelt gut. Wieso ich das mache? Naja-Geld habe ich zwar genug, aber bei mir geht es rein um das Prinzip, wir werden von der Elite am Laufmeter verschauckelt, und die meisten merken dies nicht mal. Soviel zur Retourkutsche.

  • antonzum am 12.01.2017 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein ganz klarer Fehlkauf

    Am 7.7.77 den Ehering gekauft aber erst nach 30 Jahren realisiert. Es lebe das Leben!

  • Susi Schlau am 12.01.2017 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Immer die Verallgemeinerung

    Nur weil paar daneben greifen, sind das noch längst nicht alle - oder wir eben nicht!