Cyberkriminalität

10. Februar 2013 20:54; Akt: 10.02.2013 20:57 Print

Versicherung zahlt bei Facebook-Mobbing & Co.

von T. Hirsekorn - Ob Cyberbullying oder Kreditkartenbetrug: Erstmals kann man sich in der Schweiz gegen Internetkriminalität versichern. Experten sind jedoch skeptisch.

storybild

Jeder Zehnte war in der Schweiz schon einmal von Hacking betroffen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Opfer von hartem Cyberbullying, die beispielsweise auf Facebook durch pornografische Bilder auf einem gefälschten Account verunglimpft werden, sind gegen ihre Peiniger oft macht- und hilflos. Die Groupe Mutuel (GM) bietet nun als erster Schweizer Versicherer ein spezifisch auf Cyberkriminalität ausgerichtetes Rechtsschutzpaket an. «Im obigen Fall böten wir einen IT-Spezialisten auf, um das gefälschte Konto löschen. Danach bei Bedarf einen Anwalt, um rechtliche Schritte einzuleiten», sagt der GM-Sprecher Yves Seydoux.

Umfrage
Könnten Sie Sich vorstellen, eine Rechtsschutzversicherung gegen Cyberkriminalität abzuschliessen?
41 %
59 %
Insgesamt 785 Teilnehmer

Der fünf Jahre gültige Vertrag kostet 360 Franken (6 Franken/Monat). Im Ernstfall übernimmt die GM 10'000 Franken der Gerichtskosten. Auch im Fall von Skimming und bei problematischen Online-Geschäften oder bei Kreditkartenbetrug gäbe es rechtlichen Beistand. Die Nachfrage nach dem Versicherungspaket ist laut Seydoux vorhanden.

Versicherungsexperte hat Vorbehalte

Eine Umfrage zeigt, dass fast jeder Vierte sich gegenüber Internetkriminalität ohnmächtig fühlt (siehe Box). «Das bestätigt sich in der Praxis», sagt Michel Rudin vom Konsumentenforum. Ihr Sorgenbarometer zeige, dass viele Konsumenten das Problem unterschätzten. Seien sie dann davon betroffen, wüssten sie zunächst nicht, an wen sie sich wenden sollten.
Nationalrätin Barbara Schmid-Federer (CVP) glaubt daher, das GM-Paket sei ein lediglich «Schritt in die richtige Richtung». Denn die Schweiz sei zu wenig «IT-fit». Im Strafgesetz klafften zudem noch zu viele Lücken.

Den Versicherungsexperten Stefan Thurnherr vom Vermögenszentrum überzeugt der GM-Deal aber nicht: «Standard sind Einjahresverträge und gedeckte Versicherungssummen von 250000 Franken». Und bei Skimming und Schäden wegen gehackter E-Konten ständen die Banken in der Haftung und zeigten sich ohnehin meist kulant. Wer allerdings grobfahrlässig handle, dürfe weder von den Geldinstituten noch von der GM Rechtsschutz erwarten. Sein Fazit lautet daher: «Das Beste an der Aktion sind die Präventions-Tipps».

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruder Motzi am 11.02.2013 01:16 Report Diesen Beitrag melden

    Eine glasklare Geldmaschine,

    dieses Versicherungsangebot. Es dürfte bei einem "Schadenfall" sehr schwierig sein, zu beweisen, dass die Versicherung zahlen muss. Die Beweiserbringung kann ins Geld gehen und am Ende zahlt die Versicherung wo möglich dann doch nicht.

  • sandro am 10.02.2013 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die groupe mutuel

    die ollte lieber die leistungen an die versichrten bezahlen welche se verspricht. bevor sie so etwas anbietet. das vorgehen dieser versicherung, was das vergüten der leistungen betrifft ist schon fast kriminell.

    einklappen einklappen
  • Luzifer am 11.02.2013 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    Genial

    Das ist eine geniale Idee mit sehr viel Potential!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Typisch CH am 11.02.2013 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Internetversicherung

    Cool. Ich schliesse diese Versicherung ab und brauche mich anschliessend nicht mehr mit den Risiken des Internets zu befassen. Endlich kann ich auch diese Verantwortung abgeben...

  • Bruder Motzi am 11.02.2013 01:16 Report Diesen Beitrag melden

    Eine glasklare Geldmaschine,

    dieses Versicherungsangebot. Es dürfte bei einem "Schadenfall" sehr schwierig sein, zu beweisen, dass die Versicherung zahlen muss. Die Beweiserbringung kann ins Geld gehen und am Ende zahlt die Versicherung wo möglich dann doch nicht.

  • Luzifer am 11.02.2013 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    Genial

    Das ist eine geniale Idee mit sehr viel Potential!

  • Ruth am 10.02.2013 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals Facebook

    Facebook ist gefährlich.Da wird viel Unsinn reingeschrieben.Facebook wird auch für Mobbing und Kriminalität missbraucht.Ich bin froh,dass ich kein Facebook Profil habe.

  • sandro am 10.02.2013 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die groupe mutuel

    die ollte lieber die leistungen an die versichrten bezahlen welche se verspricht. bevor sie so etwas anbietet. das vorgehen dieser versicherung, was das vergüten der leistungen betrifft ist schon fast kriminell.

    • leshi am 10.02.2013 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      zahlen

      da hast du vollkommen recht. warte schon seit monaten auf mein geld

    einklappen einklappen