Frisches Geld

14. November 2012 13:18; Akt: 14.11.2012 13:28 Print

Kunden tragen Geld zu Julius Bär

Die Privatbank Julius Bär verzeichnet trotz des Steuerstreits der Schweiz mit den USA und mehreren EU-Ländern einen markanten Zufluss an Kundengeldern.

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Die gesamthaft betreuten Kundenvermögen stiegen um 9 Prozent auf 274 Mrd. Franken. (Bild: Keystone)

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Die Privatbank Julius Bär vermeldet einen Rekord. Die verwalteten Vermögen erreichten Ende Oktober den Rekordstand von 187 Milliarden Franken. Das sind 10 Prozent mehr als Ende 2011, wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Die gesamthaft betreuten Kundenvermögen stiegen um 9 Prozent auf 274 Mrd. Franken.

Die Zunahme der verwalteten Vermögen war geprägt vom anhaltenden Netto-Neugeldzufluss. Dieser lag am oberen Ende des mittelfristigen Zielbands der Gruppe von 4 bis 6 Prozent, wie es hiess. Gleichzeitig profitierte Julius Bär von den anziehenden Aktien- und Anleihemärkten. Der Währungseinfluss blieb dagegen gering, wozu der Euro-Mindestkurs der Schweizerischen Nationalbank (SNB) beitrug.

Die Transaktions- und Handelsaktivität der Kunden nahm im Juli und August ab, ehe sie sich im September und Oktober wieder etwas erholte. Das Niveau des ersten Halbjahres sei aber auch in den vergangenen beiden Monaten nicht ganz erreicht worden, hiess es.

Marge gesunken

Als Folge davon war die Bruttomarge in den ersten zehn Monaten 2012 leicht tiefer als die im ersten Semester erzielten 0,98 Prozent. Entsprechend verschlechterte sich das Kosten-Ertrags-Verhältnis leicht.

Dies belastete den Aktienkurs. Analysten erklärten laut Finanznachrichtenagentur AWP, die verwalteten Vermögen fielen zwar etwas über den Erwartungen aus, dagegen seien die Erträge weiterhin unter Druck. Gegen Mittag notierte die Julius-Bär-Aktie 0,8 Prozent schwächer.

Kernkapitalquote von 24 Prozent

Bei der Übernahme des Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch ausserhalb der USA und Japans sieht sich Julius Bär auf Kurs. Der Abschluss der Transaktion werde Ende Januar 2013 erwartet.

Zur Finanzierung hat Julius Bär im Oktober mit einer Kapitalerhöhung brutto 492 Mio. Fr. eingenommen. Julius Bär sieht sich gut finanziert: Per Ende September betrug die Kernkapitalquote (Tier 1) 24,0 Prozent.

(sda)

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