Michael Mueller

18. Mai 2017 10:17; Akt: 18.05.2017 10:17 Print

Kiosk-Chef will Daten von Kunden auswerten

Valora-Chef Michael Mueller fordert, dass in der Schweiz das Auswerten von Kundendaten erlaubt wird. Ansonsten drohten Wettbewerbsnachteile.

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In der Schweiz soll das Auswerten von Kundendaten erlaubt sein. Das fordert Michael Mueller, Chef der Kioskbetreiberin Valora, in einem Interview mit der «Handelszeitung», da ansonsten Wettbewerbsnachteile drohten. «Wenn wir jede Auswertung per Gesetz abwürgen, wird die Branche noch mehr unter Druck geraten, gerade durch Anbieter aus dem Ausland», sagt Mueller.

In der Schweiz müsste dringend eine Diskussion darüber geführt werden, «wie viele Restriktionen wir uns zumuten wollen». Deshalb müsse der Detailhandel in Bern konsequenter für relevante Rahmenbedingungen einstehen.

Pilotprojekt in Zürich

Muellers Argumentation zum aktuellen Zeitpunkt erstaunt nicht. Wie 20 Minuten berichtet hatte, läuft am Zürcher Hauptbahnhof derzeit ein Pilotprojekt. «Wir haben unsere Geschäfte mit Sensoren von Minodes ausgerüstet», sagte damals Cyril Dorsaz, der für Valora als Digital Innovation Manager arbeitet.

Das Pilotprojekt mit Minodes bei den Valora-Formaten K-Kiosk, Caffè Spettacolo, Brezelkönig und Press & Books funktioniert dabei so: Die Sensoren können die Smartphones der Kunden ausfindig machen, sofern die Wi-Fi-Option aktiviert ist. «So sehen wir, ob der Kunde nach dem Kaffeekauf im Spettacolo auch noch einen Brezelkönig besucht und wie treu er uns ist», sagt Dorsaz.

Ausbau in den USA

Die Resultate könnten einerseits für die Platzierung einer neuen Filiale, Öffnungszeiten-Optimierungen und den Personaleinsatz relevant sein, aber auch für das Marketing.

Mueller plant zudem, die kürzlich akquirierte US-Brezelfirma Pretzel Baron massiv auszubauen. «Wir haben derzeit in der Halle eine einzige Produktionslinie, drei weitere Linien haben da sicher noch Platz», so der Manager im Interview.

Valora führt als Retail-Unternehmen ein Netzwerk von mehr als 1000 Verkaufsstellen an Hochfrequenzlagen in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Zu Valora gehören unter anderem die K-Kioske und die Press-&-Books-Läden.

(kwo/dapd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Moser am 18.05.2017 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Frage

    Die richtige Frage wäre, wieviel Schnüffelei den Kunden noch zugemutet werden soll

  • MoeDoe am 18.05.2017 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fire this guy

    Als Kunde würde ich die sofortige Entlassung von Michael Müller als angemessen empfinden.

  • m.f. am 18.05.2017 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein nein nein!

    Hoffentlich wird dies verboten. Was wo und wann ich etwas kaufe geht den werten Herrn nichts an!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hani nid am 18.05.2017 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zum Glück

    bin ich keine Kundin!

  • patrick h. am 18.05.2017 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    nein zu valora

    Kauft nicht bei Valora und den Tochterunternehmen wie Brezelkönig. Ich weiss es ist hart aber: zigis kriegt man im discounter oft billiger und lotto spielen kann man bequem online. alles andere ist sowieso überall "hundertmal" günstiger... Leid tut es mir nur wegen den Angestellten. Das Management sitzt denen eh schon im Nacken. Man wird z.B. daran gemessen wie viele von den "heute haben wir noch xy aktion" verkauft werden. da gibts ranglisten unter den filialen in der umgebung.

  • Herr Smartphone am 18.05.2017 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übertriebene Paranoia

    Wenn man die Kommentare hier liest, wird einem klar, wie wenige Menschen etwas von Grössenordnung verstehen. Ich denke nicht, dass der Herr Mueller das Intresse und die Zeit hat sich über einzelne Kunden zu Erkundigen! Hört einmal auf immer mit dieser Paranoia! Oder sonst schmeisst euer Smartphone in den Abfall bevor ihr etwas sagt....

  • W. Lanaus am 18.05.2017 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bewegungsprofile - nein, danke.

    Im Ausland, z. B. im EU-Raum, wird Datenschutz ernst genommen. Das musste Facebook unlängst erfahren. Die Begehrlichkeiten bestimmter Firmenbosse werden immer dreister. Dem sollte man einen Riegel schieben.

  • Ueli am 18.05.2017 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nur ruhig

    Alles easy. Smartphone ausschalten, im Laden nach Sonden fragen, falls ja, Laden verlassen und künftig meiden. Mal sehen, wer am längeren Hebel sitzt.