Startups.ch Awards 2012

21. September 2012 12:19; Akt: 21.09.2012 15:49 Print

Die beste Geschäftsidee hat ein Chirurg

von S. Spaeth - 150 Jungunternehmer haben für die Startups.ch Awards ihre Businesspläne eingereicht und auf die Auszeichnung für die beste Geschäftsidee gehofft. Sieger ist ein Chirurg des Basler Unispitals.

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Alle waren sie am am Donnersagabend in Zürich-Oerlikon versammelt, die ideenreichen Schweizer Jungunternehmer: Sie buhlten anlässlich der Startups.ch Awards mit Konzepten wie dem Ski im ganz persönlichen Design, Billig-Beinprothesen für Afrika oder einem GPS-Armreif, mit dem sich der verlorengegangene Sprössling aufzuspüren lässt, um die Gunst der Fachjury.

Der Sieg und damit ein Check im Wert von 50 000 Franken ging in der Deutschschweiz an den Chirurgen Philipp Kirchhoff. Er überzeugte die Jurymitglieder – unter anderem Sonova-Verwaltungsrat Andy Rihs, IBM-Brand-Systems-Vizepräsidentin Isabelle Welton und Unternehmer Patrick Liotard-Vogt – mit einer tatsächlichen Weltneuheit.

Bei Krichhoffs Projekt Koring geht es um ein Bauchimplantat für Krebspatienten. Der im Bauchraum implantierte Ring soll die Stabilität des künstlichen Darmausgangs erhöhen und das Austreten der Eingeweide aus dem Bauchraum verhindern. Diese Beschwerde kommt jährlich bei weltweit 150 000 Patienten mit künstlichem Darmausgang vor. Die Idee zum Implantat hatte der aus Deutschland stammende Arzt während seiner täglichen Arbeit im Operationssaal am Unispital Basel.

Krichhoff hat bereits einen Prototypen entwickelt und hofft, seine Erfindung in diesem Herbst in einer Pilotstudie am Patienten testen zu können. Das Preisgeld will Kirchhoff unter anderem dafür einsetzten das Produkt zur Marktreife zu führen und die eigene Firma zu Gründen. Die Startups.ch Awards richten sich an Jungunternehmer, die einen Schritt vor der Firmengründung stehen.

Hilfe für 24 Millionen Menschen

Der Siegerpreis der Westschweiz ging an das Startup DahuShaper. Das Unternehmen von fünf jungen Ingenieuren des Technikums Lausanne (EPFL) bietet Wintersportlern den Ski nach Mass – oder die Möglichkeit, nicht nur das Design des Skis zu gestalten, sondern auch Härte, Breite und Taillierung zu bestimmen.

Von den Bewerbern aus dem Tessin überzeugte die Jury das Startup Swissleg am meisten. Die Idee von Roberto Agosta, Paulo Gonçalves und dem im Sudan lebenden Mohammad Ismail ist die Produktion von Beinprothesen, die rasch, kostengünstig und massgeschneidert hergestellt werden können. Ihren Markt sehen die Jungunternehmer bei der armen Bevölkerung in Afrika, Asien und Südamerika. Derzeit haben laut Swissleg 24 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu passenden Beinprothesen.

Zürcher Schüler als Publikumslieblinge

Neben dem Juryentscheid hatte auch eine Abstimmung im Internet Einfluss auf die Wahl der besten Geschäftsidee. Hier stand das Projekt Sackstarch der Kantonsschule Zürich-Hottingen an der Spitze und wurde mit einem Preisgeld von 20 000 Franken belohnt, gestiftet von der Sallfort Privatbank und der Kommunikationsagentur Contract Media.

Die sechs jungen Männer stellen aus Restposten der Sonnenstorenproduktion Seesäcke und Sporttaschen her. Ohne den Siegercheck hätte die Jugendlichen ihre Eltern um Geld anpumpen müssen, um die Weiterentwicklung ihres Projekts voranzutreiben. Die Schüler wollen Sackstarch mit dem Preisgeld nun vor allem bekannter machen und ins Marketing investieren.

So funktioniert das Implantat Koring:

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