Letzter Heimflug vor Hurrikan Irma

11. September 2017 05:52; Akt: 11.09.2017 05:52 Print

Swiss lässt Passagiere in Miami zurück

Auf dem letzten Flug von Miami in die Schweiz vor dem Hurrikan wurde der Platz knapp. Die Swiss nahm ihre Crew mit und lud sechs Passagiere aus.

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Last Exit: Flughafen Miami am Donnerstag... ... der letzte Swiss-Flug vor dem Hurrikan geht nach Zürich. Sechs gebuchte und schon eingecheckte Passagiere müssen in Florida zurückbleiben. Weil Swiss ihre Crew evakuiert. Wegen des Unwetters sind die Flüge ab Miami gestrichen. Die Swiss fliegt je nach Lage frühestens am Dienstag wieder. Bis dahin bleibt der Flughafen in Miami verwaist... ...und die Menschen in Florida suchen per Auto das Weite. Sie fliehen in Autos in Richtung Norden. (7. September 2017) Hamsterkäufe: Die Supermarkt-Regale in Miami sind nahezu leer. (7. September 2017) Massenevakuierung: Ein Konvoi verlässt die Keys im Süden Floridas. (6. September 2017) Überschwemmung auf der französischen Überseeinsel Saint-Martin. Umgestürzte Bäume und überflutete Strassen in Fajardo in Puerto Rico. (6. September 2017) Bild: Jose Jimenez/Getty Vor Puerto Rico ist der Wirbelsturm bereits über mehrere kleinere Karibik-Inseln gefegt: Überflutete Strassen in St. Martin. (6. September 2017) 900'000 Menschen ohne Strom: Auf Puerto Rico versuchen Helfer ein Auto zu bergen. (6. September 2017) Auf Barbuda gibt es für Autos kein Durchkommen mehr. (6. September 2017) Gefahr steht unmittelbar bevor: Eine Frau sitzt in einer Notunterkunft in Puerto Rico, während sich der Hurrikan unabwendbar auf die Insel zubewegt. (6. September 2017) Mit 26 Kilometer pro Stunde zieht der Sturm westwärts. Eine Frau sitzt mit ihren Kindern in einer Notunterkunft in Puerto Rico. (6. September 2017) Die Wahrscheinlichkeit, dass Hurrikan Irma Puerto Rico mit seiner maximalen Windgeschwindigkeit trifft, beträgt laut Meteorologen 100 Prozent. (6. September 2017) Es wird erwartet, dass Irma bei Einbruch der Dunkelheit am Mittwochabend (Ortszeit) auf Puerto Rico trifft. Ein Paar schaut auf das Meer hinaus. (6. September 2017) Menschen in Puerto Rico bereiten sich auf die Ankunft des Monstersturms vor. (6. September 2017) Florida bereitet sich auf die in der Nacht von Freitag auf Samstag erwartete Ankunft Irmas vor. Ein Geschäft in Miami versucht, der ernsten Lage mit ein bisschen Humor zu begegnen. (6. September 2017) Auf der Insel St. Martin sind ganze Küstenabschnitte verwüstet worden. Mindestens zwei Menschen fanden den Tod, mindestens zwei weitere wurden schwer verletzt. (6. September 2017) Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erwartete, dass «der Verlust hart und grausam» sein wird. (6. September 2017) Nur kurze Zeit später vermeldete die französische Regierung die ersten Opferzahlen. (6. September 2017) «Angst ist angebracht», sagten US-Meteorologen: Menschen in Florida fliehen. Dazu benötigen sie Benzin, weshalb Tankstellen überrannt werden. (6. September 2017) Der Florida Turnpike ist in Richtung Norden überlastet. (6. September 2017) Die Florida Keys werden evakuiert. Touristen und Einwohner verlassen die Inselkette, wie die Aufnahme aus Key Largo zeigt. (6. September 2017) Stau in Richtung Norden auf der einzigen Strasse, die auf den nordamerikanischen Kontinent führt. (6. September 2017) Hunderte Touristen verlassen die Dominikanische Republik. Ansturm auf dem internationalen Flughafen in Puerto Plata. (6. September 2017) Das Bild der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde der USA zeigt den Hurrikan im Moment, wo er auf die Insel Anguilla trifft. Links des Sturms und in Richtung seines Verlaufs sichtbar sind Puerto Rico und der Osten der Insel Hispaniola. Auf Hispaniola liegen Haiti und die Dominikanische Republik. Viele Bewohner Haitis wussten am Mittwoch noch nichts von der bevorstehenden Gefahr. Teile der Insel St. Martin stehen unter Wasser. Irma hat nicht nur nie dagewesene Windgeschwindigkeiten gebracht, sondern auch massive Niederschläge sowie Springflut. Schäden an Gebäuden sind beträchtlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass auf Puerto Rico maximale Windstärken erreicht werden, beträgt laut dem US-Hurrikanzentrum 100 Prozent. Auf der Insel St. Martin sind Strassen überflutet. In Florida bilden sich Staus, als die Bewohner Richtung Norden flüchten. (5. September 2017) Im Costco im Norden Miamis brauchten die Leute bis zu acht Stunden für ihre Noteinkäufe. Im gleichen Costco ging nach einiger Zeit das Wasser aus. In Puerto Rico wird eine Notunterkunft mit Wasser ausgerüstet. Auch beim Verlassen des Costco und bei der Tankstelle stand man Schlange. Tankstellen im Norden Miamis verzeichnen einen riesigen Ansturm. Im Home Depot deckten sich die Leute in Miami mit Sperrholz ein. Der stärkste je auf dem offenem Atlantischen Ozean gemessene Sturm: Hurrikan Irma zieht westwärts in Richtung Inseln unter dem Winde. (5. September 2017) Regale sind leergeräumt, wie in diesem Laden in Panama City, Florida. (5. September 2017) Die frühest möglichen Ankunftszeiten, geschätzt um 8 Uhr AST (14 Uhr Schweizer Zeit). (5. September 2017) Bild: US-Hurrikanzentrum Bedroht die Karibik, Florida und die US-Ostküste: Hurrikan Irma. (3. September 2017) Irma hat die höchste Stärke-Stufe erreicht. (3. September 2017) Noch ist Irma über dem Atlantik. (2. September 2017) Diese Grafik zeigt eine Vorschau für die nächsten fünf Tage. (4. September 2017)

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Der letzte Flug von Miami nach Zürich vor dem drohenden Hurrikan Irma ging am vergangenen Donnerstag. Viele Schweizer wollten sich noch in Sicherheit bringen, denn für das Wochenende hat die Swiss ihre Flüge wegen des Unwetters gestoppt. Auf dem letzten Flug zurück liess die Fluggesellschaft sechs fest gebuchte, schon eingecheckte Passagiere am Gate in Miami stehen. Sie evakuierte nämlich ihr eigenes Bordpersonal und brauchte die Plätze im Flugzeug.

Umfrage
Wären Sie als Swiss-Passagier in Miami geblieben?
33 %
40 %
11 %
16 %
Insgesamt 10700 Teilnehmer

20-Minuten-Leserreporter P. war unter den Passagieren am Gate. «Es kam zu einer beinahe lächerlichen, surrealen Auktion», berichtet P. «Ganz ähnlich wie bei den Hunger Games wurden Freiwillige gesucht, die für Geld in Miami bleiben wollten.»

Sechs Mutige

Nach rund einer Viertelstunde fanden sich sechs Mutige, die für eine Belohnung der Swiss weitere Tage in Miami bleiben wollten, berichtet P. Er selbst gehörte nicht dazu. Die Lage in Florida war da schon kritisch: Bereits am Donnerstag hatten der Gouverneur des Staates Florida und die Bürgermeister von Miami und Miami Beach die Evakuierung angeordnet.

Gegenüber 20 Minuten bestätigt Karin Müller, Swiss-Sprecherin, dass sechs gebuchte Passagiere freiwillig und gegen Bezahlung in Miami blieben. Ihnen sei ein Betrag im Rahmen von rund 5000 Dollar, umgerechnet rund 5000 Franken, geboten worden. Die Hotel- und Transferkosten seien zusätzlich bezahlt worden. Swiss habe die ausgeladenen Passagiere betreut und ihnen ein sicheres Hotelzimmer organisiert und sich auch um den Transfer gekümmert. Mindestens ein Teil von ihnen sei inzwischen sogar wieder zurück zu Hause in der Schweiz, da sie auf andere Flüge umgebucht werden konnten, sagt Müller. Den zugesprochenen Geldbetrag hätten sie trotzdem in voller Höhe erhalten.

Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeitern

Swiss benötigte die Plätze, um ihre insgesamt 14 Crew-Mitglieder, die den letzten Flug von der Schweiz nach Miami angetreten hatten, am Donnerstag wieder in die Schweiz zu fliegen. «Wir haben eine Fürsorgepflicht gegenüber unseren Mitarbeitern, die wir sehr ernst nehmen», betont Swiss-Sprecherin Müller. Es sei wichtig, dass die Crew das Vertrauen hat, dass sie in Krisensituationen vom eigenen Arbeitgeber die volle Unterstützung hat, um den Flugbetrieb in solchen Situationen aufrechtzuerhalten.

Laut Müller gibt es in Fällen von Überbuchungen bei Airlines generell die Suche nach Freiwilligen, die bereit sind, auf ihren Flug zu verzichten («voluntary denied boarding»). Je nach Strecke und Situation werde dafür ein bestimmter Betrag geboten sowie die anfallenden Hotelkosten übernommen. Für den Fall, dass sich niemand freiwillig findet, wird vom Personal jemand bestimmt, und die Kompensation wird höher. «Zu einer Art Versteigerung kommt es aber nicht. Zudem sind solche Fälle äusserst selten», sagt Müller. Familien oder Passagiere mit besonderen Bedürfnissen sind davon aber nicht betroffen.

(ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Amy am 11.09.2017 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normales Vorgehen

    Dieses Vorgehen ist was ganz normales. Wenn man Vielflieger ist, kennt man es nicht anders. Ich finde diese Lösung gut, somit können sich Freiwillige melden, die lieber das Geld möchten, anstatt auf den gebuchten Flug. Erwähnt werden sollte noch, dass meistens innerhalb von wenigen Stunden eine Alternativroute angeboten wird. Beim Hurtikane war es aber sicherlich eine ganz besondere Situation und ich finde es gut, dass der Swiss auch ihr eigenes Personal wichtig ist!!!!

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  • Lisi am 11.09.2017 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hut ab

    Ich finde es bemerkenswert, dass ein arbeitgeber sich dermassen um seine angestellten sorgt! Weiss echt nicht was die kritik soll!

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  • Kushi am 11.09.2017 06:08 Report Diesen Beitrag melden

    Freiwillig

    Aus meiner Sicht ist das ok. Sie Swiss hat Freiwillige gesucht und es haben sich Freiwillige gegegen Bezahlung gemeldet. Die waren halt gierig auf die CH 5'000.- und haben lieber diese Option gewählt. Also ist kein Aufschrei nötig. Jeder hat bekommen was er wollte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto Glück am 13.09.2017 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    schlechte Planung

    Eine "last-minute" Entscheidung bereits eingecheckten Fluggästen 5000 USD anzubieten um eigene Crewmitglieder ausfliegen zu können spricht nicht unbedingt für eine gute Planung ihrer Personal- und Sitzplatzkapazitäten. Interessanterweise wollte die SWISS 2 Tage vorher (Dienstag) noch nichts von einem drohenden Flugausfall am Wochenende wissen, eine Umbuchung der Samstagsflüge ab Miami lehnte die SWISS noch ab, um sie dann einen Tag später selbst zu canceln...

  • Mirella am 12.09.2017 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Leserreporter

    Und was soll dabei wie bei den Hunger Games sein? Die Passagiere wurden in Sicherheit gebracht und bekamen viel Geld - ich sehe keine Ähnlichkeiten!

  • Ivanka am 12.09.2017 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso, Frau Stalder?!

    Wie um alles in der Welt kommt diese Frau Stalder auf die Idee, dass die Swiss "dafür gerade stehen" muss, wenn diesen Passagieren etwas passiert? Sie haben sich ja schlussendlich freiwillig zum Bleiben gemeldet, also ist Swiss ganz sicher nicht verantwortlich für sie!

  • Mensch am 12.09.2017 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Swiss sollte verklagt werden

    Die Swiss sollte nach Amerikanischem Recht verklagt werden! Gebuchte und eingecheckte Passagiere vor die Tür setzen, bei so einem Monstersturm ist ein No-Go und absolut unmenschlich! Wir nehmen jeden Wirtschatfflüchling auf und füttern die halbe Welt durch, aber unsere eigenen Leute lassen wir im Hurrikan zurück.

    • @Mensch am 12.09.2017 12:11 Report Diesen Beitrag melden

      Ach wirklich

      Und Mitarbeiter der Swiss, die zudem für das Funktionieren des Flugs zwingend notwendig sind, sollen durch ihren Arbeitgeber keine Fürsorge erhalten?! Wie bekannt ist, war schlicht nicht genug Platz für alle Passagiere und Mitarbeiter zusammen. Und übrigens, der Arbeitgeber (die Swiss) liess ihre Leute (die Crew) genau nicht im Hurrikan zurück!!! Mit der Flüchtlingsaufnahme hat diese Geschichte rein gar nichts zu tun. Reine Polemik.

    • Ivanka am 12.09.2017 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Mensch

      Ausserdem haben sie sich schlussendlich freiwillig gemeldet - es gibt keinen Grund, die Swiss zu verklagen!

    • @ Mensch am 12.09.2017 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Menschen?

      Und die Crew dort zu lassen wäre dann nicht unmenschlich, weil die ja keine Menschen sind, oder was? Zumal all die anderen im Gegensatz zur Crew wohl ursprünglich freiwillig dorthin gereist sind!

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  • Gipsy am 12.09.2017 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Aufregung

    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht... Wenn es zeitlich möglich ist, später zurückzufliegen, Fr. 5'000.-- erhält, an einen sicheren Ort gebracht wird und auf einen späteren Flug gebucht wird: Why not?