Sparkurs

09. November 2012 11:32; Akt: 09.11.2012 12:52 Print

Credit Suisse streicht in der Schweiz 300 Jobs

Credit-Suisse-Boss Brady Dougan macht ernst und baut in der Schweiz 300 Stellen ab. Die Betreuung von Kleinkunden und die Vermögensverwaltung für Wohlhabende werden zusammengelegt.

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Hire and fire bei den Schweizer Banken? In den vergangenen 15 Jahren haben die Institute immer wieder Stellen abgebaut. Die grössten Stellenstreich-Runden in einer Übersicht. Kahlschlag bei der Credit Suisse: In der Schweiz streicht CS-Boss Brady Dougan 300 Stellen, weil die personalintensive Betreuung von Kleinkunden und die Vermögensverwaltung für Wohlhabende zusammengefasst werden. Kahlschlag bei der Schweizer Privatbank Julius Bär. Wegen der geplanten Übernahme des Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch ausserhalb der USA will CEO Boris Collardi 15 bis 18 Prozent der Stellen abbauen. Das entspricht 850 bis 1030 Jobs. hat die UBS die Streichung von rund 7200 Jobs bekannt gegeben. Die Credit Suisse gab im selben Zeitraum den Abbau von rund 2000 Jobs bekannt. Laut dem Bundesamt für Statistik wies der Schweizer Bankensaktor Ende 2011 die Zahl von 124 400 Vollzeitstellen aus. Den Rekorstand erreichte die Branche nach dem 3. Quartal 2011 mit 125 000 Jobs. Zum Vergelich: 10 Jahren zuvor waren es 117 100 Stellen. machte den Banken die Schuldenprobleme in der EU und in den USA zu schaffen. Die UBS gibt bekannt, in der Schweiz 400 Stellen abzubauen. Kurz zuvor hat Konkurrentin Credit Suisse gemeldet, hierzulande 500 Arbeitsplätze abzubauen. Beim Eurogipfel wird ein Rettungsschirm beschlossen. Während die krisengeschüttelte UBS ihren Mitarbeiterbestand von 65 233 auf 64 617 reduziert, baut die CS trotz Staatsschuldenkrise und Euro-Rettungsschirm ihren Personalbestand von 47 600 auf 50100 weltweit aus. Die Pleite der Lehman Brothers erschüttert das Finanzsystem. Die UBS streicht nach den Milliardenverlusten in der Finanzkrise vor allem im Investment Banking 8700 Stellen weltweit. 2500 Mitarbeitende in der Schweiz sind betroffen. Ebenfalls als Folge der Finanzkrise baut die CS 5300 Stellen weltweit ab, davon 650 in der Schweiz. Nach dem Abgang von CEO Peter Wuffli jubeln die UBS-Investmentbanker in den USA. Marcel Ospel kündigt sogar eine neue Offensive in Amerika an: Höhere Risikobereitschaft, um den Anschluss nicht zu verpassen. Ein Fehlgriff: 2007/08 muss die Bank 6100 Stellen im Investment Banking weltweit streichen. (Im Bild: Unterzeichnung des Steuer-Vertrags zwischen der Schweiz und den USA) Die CS nimmt Abschied von der gescheiterten Universalbank-Strategie. Sie verkauft den Traditionsversicherer Winterthur an den französischen Konzern Axa. Mit einem Schlag nimmt die Zahl der Beschäftigten bei der CS von 63 523 auf 44 871 ab. Ein grosser Tsunami erschüttert die Welt, ein kleiner die Grossbank UBS: Um Kosten zu sparen und in Asien zu wachsen, müssen 400 Stellen in der Schweiz gestrichen werden. Nach einem Rekordverlust von 3,3 Milliarden Franken für das Geschäftsjahr 2002 muss das Duo Oswald Grübel (CEO Credit Suisse Financial Services CSFS) und John Mack (CEO Credit Suisse First Boston CSFB) die Bank wieder auf Vordermann bringen. Bei CSFS verschwinden 1250 Arbeitsplätze, davon mehr als 350 in der Schweiz. Auch Konkurrentin UBS streicht 800 Stellen in der Schweiz. Die CS verlagert Wertschriften- und Treasury-Transaktionen nach London. Die Folge: 300 Stellen weniger in der Schweiz. Unbemerkt von der Öffentlichkeit findet ein weiterer Stellenabbau von 22 Prozent statt. Die Belegschaft der CS schrumpft von 78 457 auf 60 837 weltweit. In der Schweiz sinkt die Zahl der Bankangestellten von 21 270 auf 19 661. Auch die UBS baut 1000 Stellen in der Schweiz ab. Die CSFB streicht nach Turbulenzen um ungedeckte Swissair-Kredite und Verluste bei CSFB sowie einem schwächeren Versicherungsgeschäft weltweit 2500 Stellen. Auch die UBS baut 600 Stellen ab. Im Millenium knallen bei 900 UBS-Mitarbeitenden die Korken nicht. Ihre Stellen werden abgebaut. Nichtsdestotrotz steigt die Zahl der UBS-Mitarbeitenden im Geschäftsjahr 2000 um 45 Prozent auf 71 076. Dies wegen der Übernahme des US-Brokers Paine Webber. Die beiden Traditionsbanken Bankgesellschaft und der Bankverein fusionieren. Die neue Bank startet mit 7000 Angestellten weniger. Das neue Konglomerat beschäftigt 55 176 Angestellte weltweit, davon 36 638 in der Schweiz. Konkurrentin CS streicht derweil 700 Stellen bei CSFB in der Schweiz. Im Jahr von Klonschaf Dollys Geburt entschliesst sich die CS zu einer Neuorganisation. 3500 Arbeitsplätze in der Schweiz fallen der Optimierung zum Opfer.

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Die sich auf Sparkurs befindende Grossbank Credit Suisse (CS) baut in der Schweiz 300 Stellen ab. Die personalintensive Betreuung von Kleinkunden und die Vermögensverwaltung für Wohlhabende sollen zusammengefasst werden.

«Es geht um eine Vereinfachung der Managementstrukturen», sagte CS-Sprecher Marc Dosch der Nachrichtenagentur SDA. CS-Privatbank- Chef Hans-Ulrich Meister hatte am Freitagmorgen die Mitarbeiter über die neuen Massnahmen informiert.

Die Betreuung des Geschäfts sowohl für Kleinkunden als auch für reiche Privatkunden umfasst nach CS-Angaben «mehrere Tausend» Mitarbeiter. Betroffen vom nun angekündigten Stellenabbau seien vor allem Management-Funktionen, Stabsstellen und Fachleute, sagte Dosch.

Angestellte Schweiz fordert Kurzarbeit

Bei der Organisation Angestellte Schweiz ist man über den Entscheid der CS betrübt: Es sei fantasielos, in schwierigen Zeiten immer zur Massnahme des Stellenabbaus zu greifen. Der Vorschlag: Kurzarbeit – das habe sich in anderen Branchen bestens bewährt. Dabei bleibe das wertvolle Know-how erhalten und man sei bestens aufgestellt, wenn sich die Situation wieder verbessert habe. «Die mangelnde Weitsicht überrascht umso mehr, als sich die Banken sonst mit Blick auf die Profitmaximierung sehr einfallsreich geben», schreibt Angestellte Schweiz in einer Medienmitteilung.

Insgesamt beschäftigt die CS in der Schweiz rund zwei Fünftel ihrer etwa 48 000 Mitarbeiter. Die Schweiz ist der einzige Markt der Bank, in dem sie aus historischen Gründen ein Kleinkundengeschäft betreibt. Der Schnitt ermöglicht es der Bank, 50 Millionen Franken im Jahr zu sparen.

Die CS kann sich wie andere globale Banken aktuellen Wirtschaftsproblemen nicht entziehen. Ende Oktober hatte die Bank bekannt gegeben, dass sie bis 2015 vier Milliarden Franken einsparen wolle. Damit baut sie frühere Sparprogramme noch aus. Mitte 2011 hatte ein Stellenabbau begonnen, dem bisher etwa 2500 Posten zum Opfer gefallen sind.

(sas/sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marc walder am 10.11.2012 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    salamitaktik

    das ist erst der anfang liebe leute,salamitaktik es werden noch einige tausend mehr folgen,ist auch gut so,das sind immer noch künstlich aufgeblasene firmen,die party ist vorbei gewöhnt euch daran.die schweiz kann viel mehr wir haben genug andere fähigkeiten

  • Thierry G. am 09.11.2012 23:40 Report Diesen Beitrag melden

    Übung macht den Meister

    Bravo Chef Hans-Ulrich Meister! Bravo!

  • Horst B. am 09.11.2012 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konstanter Abbau bei der CS

    Nicht nur die Dienstleistungen, sondern auch Mitareiter werden konstant abgebaut. Es ist erstaunlich, dass jetzt die 300 speziell erwähnt werden. Leider hat die Bank kein gutes Gefühl für Personalabbau und so merkt kaum jemand, dass an neuralgischen Orten Leute fehlen und die Erbringung der Leistung am Kunden eher zufällig ist. Sparen ja, Leute abbauen ja, aber mit einer gewissen Weitsicht, bitte.

  • Roland M. am 09.11.2012 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn das Sinn macht?

    Privat Banking wird mit Privat Clients zusammengelegt. Da fühlt sich doch jeder Privat Banking Kunde verarscht. Also ich werde mein Depot von der CS abziehen.

  • Kari Shelby am 09.11.2012 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechnung ohne den Wirt

    gemacht? Hat wirklich jemand geglaubt, den Banken könne man ohne Folgen einfach am Stuhl sägen? Wo kommen Eure Hypotheken usw. her?