Superteures Desaster

15. November 2012 16:27; Akt: 15.11.2012 16:41 Print

Die höchste Busse in der Geschichte der USA

Der Ölkonzern BP und die US-Behörden sollen sich wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko auf eine Busse von bis zu 5 Milliarden Dollar geeinigt haben.

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Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Elf Menschen starben, tausende von Vögeln und Fischen sind verendet, über 700 Millionen Liter Öl sind ins Meer geflossen. 20. April 2010: Die Ölplattform Deepwater im Golf von Mexiko explodiert. Elf von 126 Arbeitern sterben, die andern werden evakuiert, drei von ihnen schwer verletzt. 21. April 2010: Die Bohrinsel steht in Flammen. Löschversuche verlaufen erfolglos. 22. April 2010: Deepwater sinkt. Die Ölplattform gehört der Schweizer Transocean mit Sitz im schweizerischen Zug, der britische Konzern BP hat sie von Transocean geleast. 28. April 2010: Ölarbeiter versuchen, eine Sperre um das auslaufende Öl zu errichten. Erfolglos. 30. April 2010: Das Öl erreicht die Küste. Die Pelikane «verölen». 3. Mai 2010: US-Präsident Barack Obama erklärt die Katastrophe zum Ereignis von nationaler Bedeutung. 3. Mai 2010: BP kündigt an, alle Kosten der Katastrophe zu übernehmen. 7. Mai 2010: Eine Stahlbetonglocke wird über das Leck gestülpt. Ohne Erfolg. Mai 2010: Das Sterben geht weiter. Mai 2010: Ölschwaden auf dem Wasser. Mai 2010: Die US-Navy versucht, das Öl kontrolliert abzubrennen. Erfolglos. Mai 2010: Pelikan im mexikanischen Golf. 11. Mai 2010: Protest im US-Senat während eines BP-Hearings. 12. Mai 2010: BP versucht, eine kleinere Glocke über das Loch zu stülpen. Ohne Erfolg. 15. Mai 2010: Protest am Firmensitz der Plattformbesitzerin Transocean in Zug. 26. Mai 2010: Die Aktion «Top Kill» soll das Leck mit Schlamm versiegeln. Erfolglos. 2. Juni 2010: Die US-Behörden leiten strafrechtliche Schritte gegen BP ein. 3. Juni 2010: Das Öl erreicht die Traumstrände Floridas. 17. Juni 2010: BP-Chef Tony Hayward redet von einer «beispiellosen Serie von Fehlern». 29. Juni 2010: BP gibt zu, dass die Schäden eventuell unbezahlbar sind. 2. Juli 2010: Serie von Fehlern geht weiter: Augenzeugen berichten, BP schütte an gewissen Stränden einfach Sand über das Öl. 3. Juli 2010: Der Supertanker «A Whale» wird als Öl-Sauger eingesetzt. Erfolglos. 10. Juli 2010: Ein am 4. Juni installierter Trichter wird entfernt. Das Öl fliesst wieder völlig ungehindert ins Meer. 12. Juli 2010: Eine neue Glocke wird über das Leck gestülpt. 18. Juli 2010: Serie von Fehlern geht weiter: BP veröffentlicht auf ihrer Website ein manipuliertes Foto, das Geschäftigkeit im BP-Katastrophenzentrum vortäuscht. Im Original war der Bildschirm im unteren Bild weiss. Ab 15. Juli 2010: Die neu installierte Absaugglocke schliesst das Leck. Erstmals seit Beginn der Katastrophe fliesst kein Öl mehr ins Meer. Die Verseuchung ist aber nach wie vor omnipräsent. 19.9.2010: Die defekte Ölquelle im Golf von Mexiko ist endgültig versiegelt. Fünf Monate nach Beginn der Ölpest gelang es BP-Experten, die Quelle mehrere Tausend Meter unter dem Meeresboden mit Zement zu verschliessen.

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Der Ölkonzern BP hat nach Informationen der Nachrichtenagentur AP eine Strafe über mehrere Milliarden Dollar für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko akzeptiert. Unter Berufung auf mit der Vereinbarung vertrauten Personen hiess es am Donnerstag, zwei BP-Mitarbeiter müssten mit einer Anklage wegen fahrlässiger Tötung rechnen.

Nach Informationen des britischen Radio- und TV-Senders BBC haben sich BP und die US-Behörden auf eine Strafzahlung in Höhe von 3 bis 5 Mrd. Dollar geeinigt. Eine offizielle Stellungnahme werde noch am Donnerstag erwartet, hiess es. Es wäre die höchste Strafzahlung in der US-Geschichte, die ein Unternehmen jemals zahlen musste. Nicht berücksichtigt sind zivile Schadenersatzansprüche.

Elf Tote

BP hatte zuvor selbst mitgeteilt, man stehe in «fortgeschrittenen Gesprächen». Bei der Explosion der Förderplattform «Deepwater Horizon» im April 2010 waren elf Menschen gestorben. 4,9 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl liefen ins Meer.

Ganze Küstenabschnitte wurden zerstört, mit erheblichen Folgen für die Natur und für die Wirtschaft. Das US-Justizministerium geht davon aus, dass BP und seine Partnerfirmen grob fahrlässig gehandelt hatten.

38 Milliarden zurückgestellt

BP hatte in seiner Bilanz 38 Milliarden Dollar für die Kosten der Katastrophe zurückgestellt. 14 Milliarden mussten die Briten bereits an Reparatur- und Reinigungskosten zahlen, etwa für das Stopfen des Lecks. Neun Milliarden Dollar wurden bereits an private Kläger ausgezahlt.

Auf die Zahlung weiterer 7,8 Milliarden Dollar hat sich das Unternehmen mit Vertretern Tausender von Klägern geeinigt. Diese Summe ist noch nicht ausgezahlt und bedarf noch der gerichtlichen Bestätigung.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ever am 16.11.2012 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwann

    ...irgendwann in der Zukunft werden uns die 4.9 Millionen Barrel Öl fehlen...

  • P. Voser am 15.11.2012 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    kein Problem für BP

    Als Aussenstehender mag das eine horrende Busse sein. Das Unternehmen bezahlt mehrere Milliarden Dollar. Wer die Branche kennt zuckt entspannt mit den Schultern. BP gehört neben Shell und Exxon zu den Top Fünf. Das heisst, BP macht so im Schnitt 20 Milliarden Dollar Reingewinn jedes Jahr (und das über Jahrzehnte). Was sind da 5 oder 7 Milliarden Dollar Busse. Würde mich nicht wundern wenn BP das aus der Portokasse bezahlt.

  • Marcel am 15.11.2012 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Man hat es ja...

    Zum Vergleich: Gewinn 2011: 23.9 Mia. Dollar. Noch Fragen?