«Bilanz»-Rating

02. Dezember 2011 07:17; Akt: 02.12.2011 07:19 Print

Der Reichste verlor am meisten

von Elisabeth Rizzi - Die Eurokrise geht an den 300 Reichsten im Land nicht spurlos vorbei. Top-Verlierer ist Ikea-Gründer Ingvar Kamprad. Er büsst 3 Milliarden ein – und bleibt trotzdem der Reichste.

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Viel verloren - und trotzdem der Reichste. Ingvar Kamprad hat wegen der Euroschwäche drei Milliarden Franken eingebüsst. Sein Vermögen beträgt noch immer geschätzte 35 bis 36 Mrd. Franken. Die Nachkommen der Roche-Gründer haben ein geschätztes Vermögen von 13 bis 14 Milliarden Franken. Das ist gleich viel wie im Vorjahr. Die niederländische Grossfamilie besitzt unter anderem die Modehauskette C&A und unverändert ein Vermögen von 12 bis 13 Milliarden Franken. Ebenfalls wie im Vorjahr 10 bis 11 Milliarden beträgt das Vermögen des italienisch-schweizerischen Unternehmers. Der russische Investor und Unternehmer hat wieder mehr Geld. Sein Vermögen ist um 1 Milliarde auf 10 bis 11 Milliarden angewachsen. Der Medizinaltechnikunternehmer hat seine Synthes verkauft. Das hat Wyss' Vermögen um 3 Milliarden auf 9 bis 10 Milliarden anschwellen lassen und ihn selbst in die Top Ten katapultiert. Der Sohn eines nach Brasilien ausgewanderten Käsehändlers aus dem Emmental verdient sein Geld mit Beteiligungen; allen voran beim Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev. Sein Vermögen ist im letzten Jahr um 2 Milliarden auf 8 bis 9 Milliarden angewachsen. Die Beteiligung des Südafrikaners am Rohstoffkonzern Glencore hat sich 2011 ausgezahlt. Nach dem Börsengang beträgt sein Vermögen 6 bis 7 Milliarden. Das sind 5 Milliarden mehr als 2010. Glasenberg ist damit der Top-Aufsteiger des Jahres. 6 bis 7 Milliarden beträgt das Vermögen des AMAG-Gründers. Der Import von Automarken wie VW, Audi oder Skoda lässt die Kassen immer noch klingeln. Der aus Hamburg stammende Unternehmer hat seine Milliarden mit dem Logistik- und Transportunternehmen Kühne + Nagel gemacht. 2011 lief es nicht so gut. Sein Vermögen schrumpfte um 1 Milliarde auf 6 bis 7 Milliarden Franken. Damit zählt Kühne zu den grössten Absteigern des Jahres. Der regierende Fürst und das Staatsoberhaupt Liechtensteins investiert in Banken, Immobilien und Kunst. Sein Imperium ist 6 bis 7 Milliarden Franken wert; wie schon im Vorjahr. Er hats knapp nicht in die Top-Ten geschafft. Die Erben des griechischen Reeders, Unternehmers und Investors haben Geld verloren: Sie besitzen jetzt eine Milliarde weniger als 2010; nämlich 3 bis 4 Milliarden Franken. Der Formel-1-Boss besitzt wie letztes Jahr 3 bis 4 Milliarden Franken. Die Alleinerbin des griechischen Reeders Aristoteles Onassis hat wie die meisten Griechen Geld verloren. Bilanz: 1 Milliarde Minus. Neu beträgt das Vermögen noch 2 bis 3 Milliarden Franken. Das Familienoberhaupt des deutschen Adelsgeschlechts gilt mit 2 bis 3 Milliarden Franken als jünster Milliardär der Welt und fährt gerne Autorennen. In den Ständerat hat es alt-Bundesrat Christoph Blocher jetzt nicht geschafft. Immerhin hat er kein Geld verloren. Seine Familie besitzt immer noch zwischen 2 und 3 Milliarden Franken. Dahinter steckt hauptsächlich die EMS-Chemie. Der Sohn des Jet Aviation Gründers besitzt mit seiner Familie ein Vermögen von 1 bis 1,5 Milliarden Franken. Die Witwe des weltberühmten Dirigenten hat nach wie vor zwischen 100 und 200 Millionen Franken in der Kasse und betätigt sich als Malerin. Jetzt hat er es auch geschafft: Der Nestlé-Präsident gehört seit Jahren zu den bestbezahlten Top-Managern in der Schweiz. Jetzt gehört er mit einem Vermögen von 100 bis 200 Millionen auch erstmals zu den 300 Reichsten.

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Letztes Jahr frohlockten sie noch: Die Vermögen der 300 reichsten Schweizerinnen und Schweizer waren nach der Banken- und Finanzkrise um 21 Milliarden Franken angeschwollen. Doch nun wirft die Weltuntergangsstimmung in den Euroländern auch dunkle Schatten auf das Alpenland. Nur noch knapp halb so viel Geld verdienten die Vermögendsten in der Eidgenossenschaft; nämlich 11 Milliarden Franken. Gesamthaft besitzen sie 481 Milliarden Franken.

Zwar retteten die grosse Nachfrage nach Luxusgütern und der Boom im Kunstmarkt die Reichen vor dramatischen Verlusten, wie sie in der Finanzkrise auftraten (2008 und 2009 hatten die Reichsten 80 Milliarden Franken verloren). Trotzdem mussten gerade die Reichsten der Reichsten 2011 Federn lassen. So verlor der seit zehn Jahren Reichste im Land gut 3 Milliarden Franken. Ikea-Gründer Ingvar Kamprad ist damit auch der grösste Verlierer im heute publizierten Ranking «Die 300 Reichsten der Schweiz 2011» des Wirtschaftsmagazins Bilanz.

Auch die Griechen zählen zu den Top-Verlierern. Das Vermögen der Familie Latsis schmolz 2011 um 1 Milliarde auf noch 3 bis 4 Milliarden Franken. Die Reiterin Athina Hélène Onassis verlor ebenso viel und besitzt neu noch 2 bis 3 Milliarden Franken. Insgesamt haben 39 der Reichsten dieses Jahr Vermögen vernichtet.

Goldgrube Glencore

28 von ihnen haben dagegen Geld verdient. Der Zuwachs der Vermögen ist in erster Linie den 16 Personen und Familien zuzuschreiben, die heuer neu in die Liste aufgenommen wurden. Von diesen hat knapp ein Drittel seinen Reichtum dem Börsengang des Rohstoffgiganten Glencore zu verdanken. Allen voran das Vermögen des Glencore-CEOs, Ivan Glasenberg, wuchs um 4,75 Milliarden auf neu 6 bis 7 Milliarden Franken.

Auch Hansjörg Wyss hat dank des Verkaufs seines Medizinaltechnik-Unternehmens Synthes viel Geld verdient. Er rutschte mit einem Plus von 3 Milliarden und einem neuen Kontostand von 9 bis 10 Milliarden Franken erstmals in den erlesenen Kreis der zehn reichsten Schweizer.

Neu hat es auch Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck unter die 300 Reichsten geschafft. Er besitzt zwischen 100 und 200 Millionen Franken; so viel wie auch CS-CEO Brady Dougen, die ex UBS-CEOs Oswald Grübel und Marcel Ospel und Novartis-Präsident Daniel Vasella.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • django am 02.12.2011 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Liste von Spendern

    Wann folgt eigentlich eine Liste, die aufzeigt, wieviel welcher Reiche gespendet hat? Ich könnte wetten prozentual verglichen zu Normalsterblichen werden es Peanuts, oder noch weniger, sein. Ansonsten kann ich meinen Vorrednern nur beipflichten. Die Reichen stinken auch auf der Toilette - oder kochen auch nur mit Wasser...

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  • Daniel am 02.12.2011 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern eintreiben

    Diese Statistik dient nur einem Zweck: die Kantone und Gemeinden sollen bei diesen Leuten endlich die Steuern eintreiben. Man muss das Geld dort holen, wo es brach liegt. Genau wie Robbin Hood. Dies Leute sollen dafür bezahlen, dass sie in Ruhe und Frieden bei uns leben dürfen.

  • Fabian Kaufmann am 02.12.2011 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern

    Da sieht man, dass es vielleicht doch nicht so falsch ist, wenn Steuerschlupflöcher weltweit geschlossen werden. Damit könnte man denen ein paar Franken mehr Steuern aufbrummen und uns damit um ein paar Franken entlasten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rudolf Zwahlen am 04.12.2011 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Reich un Arm

    Die Lehre daraus:Indem man die Reichen ärmer macht,wird kein Armer reicher.Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

  • Stefan Müller am 02.12.2011 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    Mitleid bekommt man geschenkt doch Neid muss man sich verdienen.

  • Alfons di Sanzo am 02.12.2011 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    NÖRGLER VOR!!!

    ich habe gelesen, dass wenn man das gesamte Vermögen dieser Superreichen auf jeden einzelnen Schweizer verteilen würde, dann erhält jeder CHF 69'000; an alle Nörgler unter mir...wenn die das machen würden, würded ihr das Geld eh nur verprassen....deshalb sind die reich und ihr nicht. :-)

    • regiorider am 04.12.2011 07:29 Report Diesen Beitrag melden

      manche nehmen es

      Es gibt nur Möglichkeiten Reich zu werden: 1. Lottogewinn 2. Erben

    • Looser am 05.12.2011 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      Arbeiten

      Regioider, Du hast Pt. 3 vergessen "Arbeiten". Du brauchtst eine gut Idee und dann mach Dich selbständig. Wobei die wöchentliche Arbeitszeit nicht bei 42 Stunden liegt. Aber die Chance "Reich" zu werden hat jeder!

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  • Claudia am 02.12.2011 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe den Unmut nicht

    Hallo, nur weil dieser Mann Geld hat wird so auf ihm herum gehackt. Habt ihr eine Ahnung was dieser Mann alles leistet, nicht zuletzt für die Schweizer und das Land Schweiz? Informiert euch mal.

    • Tomy am 02.12.2011 16:04 Report Diesen Beitrag melden

      @ Claudia

      genau!!! danke diesem mann könnt ihr eure billigen möbel beziehen, die trotzdem qualität vorweisen.. also lieber mal den ball flach halten liebe leute. dieser mann ist reich geworden indem er EUCH einiges vergünstigt hat! Alles Neider!

    • Uriel Berlinger am 03.12.2011 03:17 Report Diesen Beitrag melden

      Sklavenarbeiter

      @ Claudia: Dieser Ingvar Kamprad leistet viel, ja er ist fähig, riesige Wälder in Russland zu vernichten, ohne wieder aufzuforsten. Jene Bäume werden bis 500 Jahre alt. Zudem lässt er unzählige Produkte zu Sklavenpreisen in Asien herstellen. Somit ist es nicht seine grosse Arbeitsleistung, sondern von deren Menschen, die er zu Schandpreisen arbeiten lässt. Er weiss um die schändlichsten Arbeitsbedingungen im Osten. Kein Wunder, dass er ein steinreicher Mann ist. Dazu benötigt man schon eine enorme kriminelle Energie. Jedoch gibt es unzählige weitere Unternehmer mit krimineller Energie.

    • Capitalfinder am 03.12.2011 13:41 Report Diesen Beitrag melden

      Der Kapitalismus des Westens.

      @Uriel Berlinger: Das macht jedes Unternehmen dass ein westliches kapitalistisches Denken aufweist. Exxon Mobil macht das, Energiekonzerne und Lebensmittelfirmen ebenso. Also was solls? Ändern könne wir es sowieso nicht.

    • Uriel Berlinger am 04.12.2011 01:09 Report Diesen Beitrag melden

      machtlos

      @Kapitalfinder: Sie haben völlig Recht. Zu viele Firmen verfügen über hohe kriminelle Energie und die Menschen sind demgegenüber meistens machtlos. Wichtig jedoch ist, das fiese Machtspiel dieser Firmen zu durchschauen und nicht gedankenlos zu allem Ja und Amen zu sagen und wir sollten gewisse Produkte einfach nicht mehr konsumieren. Darin haben wir einen gewissen Spielraum.

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  • r. olfino am 02.12.2011 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Teilhaben

    Kürzlich schlug ich einem Superreichen vor, sein Vermögen doch unter der Bevölkerung zu verteilen. Da zog er seinen Geldbeutel und gab mir 50 Rappen mit der Bemerkung: Das ist Dein Anteil.

    • Rego K am 02.12.2011 17:05 Report Diesen Beitrag melden

      Hö??

      Naja, ein Superreicher mit 4 Milliönchen?

    • Meth Salem am 03.12.2011 05:47 Report Diesen Beitrag melden

      Sackstark

      der superreiche Typ! Ich hätte nämlich nicht mal 50 Rappen zu verteilen.

    • Uriel Berlinger am 04.12.2011 01:13 Report Diesen Beitrag melden

      Geld verschenken

      @r.olfino: Ich möchte gerne etwas Geld verschenken

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