2500 Franken im Monat

20. Mai 2016 11:01; Akt: 20.05.2016 23:52 Print

Carole ist die Erste mit einem Grundeinkommen

Befürworter der Initiative haben per Crowdfunding ein Grundeinkommen für eine Person finanziert. In einer Verlosung hat es nun eine 30-jährige Zürcherin gewonnen.

«Das gibt mir Luft»: Carole sagt, was sie mit dem Geld alles anfangen könnte.

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Das erste Grundeinkommen der Schweiz ist finanziert und soll während eines Jahres an die 30-jährige Carole aus Zürich ausgezahlt werden. Wie geht das, obwohl noch gar nicht über die entsprechende Volksinitiative abgestimmt wurde? Möglich macht die Auszahlung eine Zürcher Gruppe, die sich «Grundeinkommen für dich» nennt.

Umfrage
Was halten Sie von der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens?
36 %
17 %
23 %
24 %
Insgesamt 76654 Teilnehmer

Über die Crowdfunding-Plattform Wemakeit hat sie erfolgreich 30'000 Franken gesammelt. Das Geld erhält Carole nun in Teilen à 2500 Franken pro Monat. Ausgewählt wurde sie im Rahmen einer Verlosung über die Website von «Grundeinkommen für dich».

Die Glückliche erklärt im Video, dass sie das Grundeinkommen vielleicht für eine Weiterbildung nutzen möchte. «Zu wissen, ich kann ein Studium machen, während für mein Einkommen gesorgt ist, ist eine Riesenerleichterung», so die Zürcherin.

Sammlung geht weiter

Nach der ersten Auslosung soll die Aktion aber nicht fertig sein. «Grundeinkommen für dich» hat bereits eine weitere Sammelrunde für ein nächstes Grundeinkommen gestartet. Dahinter stehen Meret Vischer, Ralph Moser und Silvan Groher.

Groher freut sich vor allem, dass noch vor dem 5. Juni das erste Grundeinkommen in der Schweiz ausbezahlt werden konnte. Er sagt: «Mit unserem Projekt sollen Menschen über die Abstimmung hinaus nachdenken, wie es mit der Schweiz weitergeht. Es braucht neue Ideen, um eine menschenwürdige Existenz zu garantieren.»

Enstehung der Idee

Wie kam es überhaupt zur Idee, das Grundeinkommen zu verlosen? Groher erklärt seine Beweggründe: «Für uns ist ein Grundeinkommen eine Antwort auf die Digitalisierung und den drohenden Jobverlust in vielen Branchen.»

Die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen, über die am 5. Juni abgestimmt wird, verlangt, dass «der ganzen Bevölkerung ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglicht» wird. Den Initianten schwebt daher ein Betrag von etwa 2500 Franken pro Monat und Person vor. Für Kinder würde ein Viertel des Betrages ausbezahlt.

Die Höhe des garantierten Grundeinkommens und dessen Finanzierung sind allerdings nicht im Initiativtext vorgegeben, sondern würden bei einem Ja zur Initiative vom Parlament festgelegt.

200 Milliarden Franken pro Jahr

In ersten Abstimmungs-Umfragen haben sich erstaunlich viele Personen als Befürworter der Initiative geoutet. Kosten würde das Vorhaben nach den Plänen der verschiedenen Gruppierungen rund 200 Milliarden Franken pro Jahr, fast ein Drittel des Bruttoinlandprodukts (BIP) der Schweiz. Hinter dem Begehren steht ein bunt gemischtes Komitee, dem unter anderen der frühere Bundesratssprecher Oswald Sigg angehört.

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jürg am 20.05.2016 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    BGE nicht zusätzlich zum Lohn

    Ja, aber .. kriegt Carole diese 2500 nun zusätzlich zum Lohn? Die Initiative würde das ja gerade nicht so vorsehen. Bitte um Klarstellung.

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  • Liese am 20.05.2016 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    finanzierung?!

    und bezahlt sie um es zu finanzieren 40% mwst? fünfer unds weggli gibts nicht ;) konsequent sein liebe initianten

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  • Johnny Weissmüller am 20.05.2016 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher doch

    Die Erste und auch die Letzte...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Domi am 21.05.2016 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pfff

    Die Suizidrate würde eher steigen, da mehr Leute nicht mehr arbeiten würden. Wie man ja weiss macht Arbeit aber glücklich

    • Marco am 22.05.2016 00:19 Report Diesen Beitrag melden

      Ja genau

      Arbeit macht frei! Google das mal ;-) Ich bin sicher die Kinder in Taiwan bringen sich so oft um wegen mangelndem Leistungsdruck und weil sie so wenig Hausaufgaben haben.

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  • Werner am 21.05.2016 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbilder

    wer zweifelt, Ja oder Nein zu sagen, koennte sich vielleicht die Politik und Wirtschaft als Vorbild nehmen. Da werden schon lange bedingungslose Boni und Löhne bezahlt. Egal, ob gut, schlecht oder gar nicht gearbeitet wird ;-)

    • Karin am 21.05.2016 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner

      Ich finde bedingungslose Boni falsch. Daher werde ich Nein stimmen. Und die Mehrheit des Volkes findest das auch. Daher wird die Initiative haushoch verlieren

    • Marco am 21.05.2016 21:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Karin

      Als vor über 100 Jahren die CH Bevölkerung zum 1. mal über die AHV abstimmte, kamen genau die selben Argumente gegen die AHV wie jetzt gegen das BGE. Vielleicht braucht es 4 Abstimmungen wie bei der AHV aber am Ende ist das BGE alternativlos. Suchen Sie mal bei YT nach "precht industrie 4.0" der kann ihnen das besser erklären.

    • Adi S. am 21.05.2016 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner

      Und wer leistet die Arbeit für diese zu hohen Bonis? Klar, die Untergebenen, welche mit Glück vielleicht eine 50er Note Lohnerhöhung bekommt und auch ein Kniefall vor dem Riesenbonusbezüger machen müssen......., Na, geht ein Licht auf?

    • Karin am 21.05.2016 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marco

      Das einzige worin ich Ihnen zustimme ist, dass sie es nicht erklären können.

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  • Massimo am 21.05.2016 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfache Frage aber keine Antwort

    Liebe Befürworter. Es ist schon ein Armutszeugnis. Ich habe um 14:07 hier eine Frage gestellt und keiner kann sie mir beantworten. Habt ihr vielleicht eure Idee nicht zu Ende gedacht? Nochmals: was muss ein EU-Bürger um das BGE zu erhalten? Genügt es den Wohnsitz in die Schweiz zu verlegen? Dann dürften im ersten Jahr schätzungsweise 50 Mio. Menschen in die Schweiz einwandern. In Bulgarien beträgt das Durchschnittseinkommen aktuell 467 im Monat. Falls das nicht vorgesehen ist, wie wollt ihr die Leute davon abhalten hier das BGE zu beziehen? Danke für seriöse Antwort.

    • Werner am 21.05.2016 21:00 Report Diesen Beitrag melden

      hier eine Antwort

      das BGE wird ja nicht nächstes Jahr eingeführt, sondern wohl erst so in 20 Jahren. Bis dahin wird sich wohl in der EU oder bei den bilat. Verträgen noch vieles aendern. Ansonsten koennte das PFZ-abkommen auch noch gekündigt werden. Ihre Bedenken sind jedenalls kein Grund, dass man das BGE ablehnen muesste

    • Massimo am 21.05.2016 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner

      Ihre "Antwort" beweist, dass das ganze nicht mal ansatzweise durchdacht ist. Die Schweiz ist keine Insel! Wir haben PFZ mit x Ländern, die massive Arbeitslosigkeit haben und ein Lohnniveau das 10 x tiefer liegt als das der Schweiz. Wie kommen sie auf 20 Jahre? Im Initiativtext steht keine Frist. Und wie können Sie davon ausgehen dass die EU in 20 Jahren keine Probleme mehr hat? Alle Fakten sprechen für das Gegenteil.

    • Adi S. am 21.05.2016 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner

      sehr klare Antwort.....

    • Theo am 21.05.2016 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner

      Tolles Argument: es geht ja noch lange, bis es soweit ist. Nach dem Motto: ich stelle heute mal die Weichen falsch, die Auswirkungen spüren ja erst meine Kinder. Ist das Ihr Ernst??? Was für ein schwaches Argument

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  • md am 21.05.2016 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Utopaten

    2500.-- für nichts tun. Da gibt es noch mehr Wirtschaftsflüchtlinge Nimmt mich wunder wo die alles Geld für diesen Unsinn hernehmen wollen. Mwst ins unendliche erhöhen dann bleibt von denn 2500 nicht mehr viel übrig. Oder gehen die Initianten als Strassenmusiker um zu betteln .

    • Troll am 21.05.2016 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @md

      Migration und deren Bedingungen darf man gerne separat diskutieren und sind hier als Angstmacherargument fehl am Platz.

    • Peter Moser am 21.05.2016 20:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Troll

      Und warum wird Schweden überrannt? Der schönen Landschaft wegen oder doch wegen der besten Sozialleistungen in Europa?

    • Troll am 21.05.2016 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Moser

      Wer kommt, und wer eine Aufenthaltsbewilligung erhält und somit allenfalls Anspruch auf ein Grundeinkommen sind zwei Paar Schuhe.

    • Proll am 21.05.2016 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Troll

      Denken Sie dass es die Integration fördert wenn niemand mehr arbeiten muss? Was denken Sie wo Integration am meisten stattfindet? Bei der täglichen Arbeit mit anderen Menschen. Wenn es nicht mehr nötig ist zu arbeiten, warum soll man sich dann integrieren? Wozu? Wofür die Sprache und die Gepflogenheiten von hier lernen? Es gibt ja keine Bedingungen mehr. Und wenn man zB. Eine 8 köpfige Grossfamilie ist - in vielen Kulturen normal - kommt man locker auf 10-20'000.- im Monat. Also warum je arbeiten, sich mühsam hocharbeiten, sich integrieren?

    • Werner am 21.05.2016 21:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Proll

      ich weiss nicht, ob Sie arbeiten, aber falls nicht, und Sie sich nicht integrieren möchten und auch sonst nichts mit der Gesellschaft zu tun haben muessen, haben Sie trotzdem Anecht auf das Existenzminimum. Aber vielleicht haben Sie ja Gründe dass Sie arbeiten gehen, obwohl nicht nötig, und andere haben selber wohl auch Gründe.

    • Proll am 21.05.2016 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner

      5000.-- für ein Ehepaar, bzw. 10'000.-- wenn noch 2 erwachsene Kinder im Haushalt leben, ist einiges mehr als das existenzminimum.

    • Luchs am 21.05.2016 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @md

      Das Wichtigste Blendest du Aus, in Kürze kann die Wirtschaft das Aufkommen von Menschen die Arbeit suchen ( nur Schweizer ) in der Schweiz, nicht mehr Bedienen, d.h. Arbeitslosigkeit ist absolut Normal und das Problem, Arbeit oder Arbeitslosigkeit wird so Zunehmen dass es Soziale Probleme gibt nicht nur in Europa, sondern, STAUNE ... mit Recht auch in der Schweiz, darum ist diese Idee weiter zu Verfolgen, ich nehme nicht an, dass du, gerade du, zu den Verhinderten der Zukunft für eine Absolute Solidarische und Sozialverträgliche Schweiz bist, Denk mal nach!!!!!

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  • Hondo Rondo am 21.05.2016 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    Gewinnerin speziell ausgesucht?

    Bin wohl etwas von gestern, denn ich dachte es gebe schon so etwas ähnliches namens Stipendium? Und welch ein Glück, dass die ausgesuchte Person demographisch so ideal getroffen wurde. Nicht auzudenken, wenn ein erst gerade eingereister Militärdienstverweigerer aus Eritra gewonnen hätte. Oder ist das ganze am Ende eine reine PR Aktion?

    • Trinic am 21.05.2016 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hondo Rondo

      Absolut. Sie passt allzu perfekt ins Klischee der Befürworter. Jung, Studentin, nutzt das Geld für mehr Lebensqualität, macht trotzdem ihre Ausbildung etc. wäre das Geld an eine Millionär gegangen, oder einen Bauern, oder ein SVP-Mitglied, oder eine Person mit alkoholproblemen, wäre die Propaganda ziemlich misslungen. Von daher wohl eher kein Zufall sondern gezielt ausgewählte Gewinnerin. Oder man hat nur Leute aus einer bestimmten Klientel beim Wettbewerb mitmachen lassen.

    • Thomas Homberger am 21.05.2016 22:15 Report Diesen Beitrag melden

      sicher nicht

      Ganz bestimmt nicht. Wissen sie wieviele Leute es gibt die gerne etwas anderes machen würden oder überhaupt Geld bräuchte um in dieser Wirtschaft überleben zu können? Eine Menge und diejenigen leben unter dem Armutzeugniss der Schweiz. Es gibt nichts Schlimmeres wenn man arbeiten will es aber nicht kann.Oder wenn man sich Aus und - Weiterbilden will.

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