Weko

20. November 2012 12:05; Akt: 20.11.2012 12:20 Print

Keine Strafen für Manager bei Kartellabsprachen

Wenn Manager illegale Preis- oder Gebietsabsprachen mit Konkurrenten tätigen, sollen weiterhin nicht sie, sondern ihre Firmen bestraft werden.

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Bei illegalen Kartellabsprachen kommen die beteiligten Manager weiterhin ungeschoren davon. (Bild: colourbox.com)

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Sollen bei unzulässigen Kartellabsprachen nicht nur die Unternehmen gebüsst, sondern auch beteiligte Manager strafrechtlich verfolgt werden können? Die Wettbewerbskommission (Weko) sagt vorläufig Nein.

Solche Strafen würden zwar die Abschreckung erhöhen. Es sei aber bei der anstehenden Revision des Kartellgesetzes, acht Jahre nach der letzten Verschärfung, zu früh für eine umfassende Neugestaltung des Sanktionssystems, sagte Rafael Corazza, Direktor des Sekretariats der Weko, am Dienstag an einer Medienkonferenz in Bern.

Kronzeugenprogramm wäre nötig

Da vor allem Unternehmen von Kartellgesetz-Verstössen profitierten, sollten auch sie sanktioniert werden. Und mit strafrechtlicher Verfolgung beteiligter Personen werde die Bonusregelung gefährdet, mit welcher Unternehmen, die Absprachen melden, bislang ungeschoren davonkommen.

Diese Bonusregelung sei matchentscheidend für die Aufdeckung von Kartellen, sagte Corazza. Damit auch natürliche Personen von einer solchen Regelung profitieren könnten, bräuchte es ein Kronzeugenprogramm und damit ein Novum für die Schweizer Rechtsordnung.

Mehr Nach- als Vorteile

Schliesslich befürchtet die Weko, dass mit strafrechtlicher Verfolgung von Personen die Verfahren bei Kartellverstössen wesentlich verlängert und komplizierter würden. Denn oft seien mehrere Unternehmen mit mehreren Managern beteiligt. Fazit: «Zurzeit hätte die Einführung von Strafen gegen natürliche Personen mehr Nach- als Vorteile», sagte Corazza.

Schub hatte die Forderung durch eine Motion des früheren FDP-Ständerats Rolf Schweiger erhalten. Der langjährige Verwaltungsrat des Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler hatte nach einer Busse der EU gegen den Konzern angeregt, dass Unternehmen Kartellstrafen auf fehlbare Manager abwälzen können sollen.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • S. M. am 21.11.2012 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Moderne Landvögte?

    Unantastbar, hinter ihren "Mauern" und ihrem weltlichen Status konnten sie mehr oder weniger tun, was sie wollten.

  • Marcel Ryter am 20.11.2012 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Aber klar doch!

    Wenn ein Dieb auf einem Esel reitet gehört der Esel geschlachtet (schliesslich hat er den Dieb ja transportiert).

  • holderer am 20.11.2012 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolgsbeteiligungen

    Provisionen,sind auch Ursachen für Absprachen.Findet nicht nur in Managerkreisen statt,sondern in jedem Gewerbe,schon ab Stufe PL.Die hoch gesteckten Ziele sind manchmal gar nicht anders realisierbar.Hauptsache ich erreiche mein Ziel,egal wie. Geschäftsführer,Firmenbesitzer haben meistens keine Ahnung über das Beziehungsnetz z.B.ihrer PL's.Sie sehen nur den Jahresend-Erfolg,zahlen z.T. happige Erfolgsbeteiligungen aus.Am schlimmsten bei Proficenter-system,da arrangiert man sich lieber mit der Konkurrenz,der härteste Gegner kommt meistens aus den eigenen Reihen.Also ein Freipass für Kaderleute

  • Erwin am 20.11.2012 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sinnlos

    wozu bitte brauchen wir dann das weko ?

  • Christoph Geiser am 20.11.2012 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Ähh, hat jemand allen ernstes etwas anderes erwartet? Wir sollten Gott auf Knien danken, dass wir keine Peitschenhiebe mehr bekommen und dafür gefälligst etwas mehr leisten, als mit.