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Atomdebatte
24. November 2011 07:41; Akt: 24.11.2011 13:27 Print
Stilllegung der Schweizer AKW wird teurer
Die neu berechneten Kosten für die Stilllegung der fünf Schweizer AKWs sind um zehn Prozent höher als noch vor fünf Jahren. Der Bund spricht von rund 20 Milliarden Franken.
Die Stilllegung der fünf schweizerischen Atomkraftwerke wird schätzungsweise über 20 Milliarden Franken kosten - 10 Prozent mehr als vor fünf Jahren angenommen. Entsprechend müssen die Betreiber ihre Beiträge an Stilllegungs- und Entsorgungsfonds erhöhen.
Bildstrecken AKW in der Schweiz und der Widerstand dagegenTeuerungsbereinigt kostet der Ausstieg aus der Atomenergie nach Ansicht des Bundes 20,654 Milliarden Franken. Das sind die Kosten für Stilllegung, Nachbetriebsphase und Entsorgung der radioaktiven Abfälle, wie das Bundesamt für Energie (BFE) am Donnerstagmorgen mitteilte.
Abriss 17 Prozent teurer ...
Die Nachbetriebsphase nach dem Abschalten eines AKW dauert rund fünf Jahre und kostet gut 1,7 Milliarden Franken - 2 Prozent mehr als in der letzten Kostenschätzung 2006. Die drei Betreibergesellschaften der fünf Schweizer AKW kommen für diese Kosten selber auf.
Die Stilllegungskosten der AKW und des Zentralen Zwischenlagers in Würenlingen (ZWILAG) sowie die Entsorgung hingegen werden durch den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds finanziert, welche die Betreiber äufnen.
Die Stilllegung kommt nach der am Donnerstag veröffentlichten neuen Kostenstudie von swissnuclear - im Auftrag der Kommission für die beiden Fonds - auf rund 3 Milliarden Franken zu stehen, 17 Prozent mehr bei der letzten Kostenschätzung 2006.
Die Kosten für die 15 bis 20 Jahre dauernden Demontage- und Rückbauarbeiten wurden nach Erfahrungen aus den laufenden Stilllegungsprojekten in Deutschland angepasst. Sie werden vollumfänglich durch den Stilllegungsfonds gedeckt, der Ende 2010 mit 1,331 Milliarden Franken geäufnet war.
... Entsorgung 10 Prozent
Die Entsorgung kommt aus heutiger Sicht 10 Prozent teurer zu stehen als in der letzten Berechnung angenommen. Neu werden für alle anfallenden Arbeiten und Infrastrukturen bis hin zum Verschluss der Tiefenlager rund 16 Milliarden Franken fällig.
Die höheren Kosten fallen bei den geologischen Tiefenlagern an. Ausschlaggebend waren Erfahrungen im Tunnelbau und verschärfte Anforderungen an nukleare Bauten.
Die während des Betriebs eines AKW anfallenden Entsorgungskosten tragen die Betreiber. Bis 2010 gaben sie dafür nach Angaben des BFE 4,8 Milliarden Franken aus. Bis zur Betriebseinstellung aller AKW steigt diese Summe auf 7,5 Milliarden Franken.
Die Differenz von gut 8,4 Milliarden Franken deckt der Entsorgungsfonds. Im Fonds lagen Ende vergangenen Jahres 2,8 Milliarden Franken. Die ausstehenden Beträge zahlen zum einen die Betreiber ein. Zum anderen werden sie durch Kapitalerträge des Fonds erwirtschaftet.
Höhere Fondsbeiträge
Aufgrund der höheren Kostenschätzung werden die Jahresbeiträge der AKW-Betreiber für 2012 bis 2016 erhöht. Nach provisorischen Zahlen müssen die drei Betreiber künftig insgesamt 127,7 Millionen Franken pro Jahr in den Entsorgungsfonds zahlen. In den Stilllegungsfonds sollen neu 60,7 Millionen fliessen, wozu auch ZWILAG 2,2 Millionen Franken beisteuert.
Die Grundlage für die Berechnung der Beiträge der Betreiber bilden Kostenstudien, die gemäss Stilllegungs- und Entsorgungsverordnung (SEFV) alle fünf Jahre aufgrund des neusten Stands von Wissen und Technik aktualisiert werden müssen.
Die Kostenberechnungen werden nun durch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) unter Einbezug externer Experten überprüft und Ende 2012 vom Bundesrat genehmigt.
Die neue Schätzung kostet den Betreiber Alpiq etwa 30 Millionen Franken mehr im Jahr, die BKW rechnet mit gut 30 Millionen Zahlungen an die beiden Fonds. Axpo kommentiert die Zahlen erst an der Bilanzmedienkonferenz am 25. Januar 2012.
(sda)
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Alle 229 Kommentare

































Das ist doch ein Witz
Diese Fonds müssten doch unter Berücksichtigung von Zins- und Zinseszinseffekten über ein Riesenvermögen verfügen. Schlussendlich ist doch die ganze Bevölkerung von solchen Unvermögen betroffen, sei es über die Strompreise oder über die Steuern.
Abriss bezahlen Betreiber!
Ich gehe davon aus, dass die Betreiber das Geld für den Abriss wie vorgeschrieben immer schon auf's Konto gelegt haben. Oder muss jetzt evt. wieder der Steuerzahler für die Atomlobby bluten?
Bezahlen
Keine frage, der Bürger wird alles bezahlen und die stromproduzenten werden sich Gewinne ausschütten. Alles wie schon gehabt
Wacht auf!
Bitte setzt Euch mal mit der Kernspaltung auseinander! Bei einer Kernspaltung werden Neutronen frei. Die verschwinden nicht einfach. Die werden vom Druckkessel (Stahl) und dem Beton aufgenommen (absorbiert). Dabei altert beides besonders stark. Es wird dabei "mürbe". Nach ca 40 jahren ist damit eigentlich die Lebensdauer durch den Neutronen Beschuss erreicht. Welches Auto fährt noch nach 40 Jahren tag täglich auf de Strasse? Was passiert mit einem Auto am Lebensende? Man lässt es auf der Strasse stehen? Denke es wird verschrottet = Entsorgt / Rückgebaut (