Euro-Spekulation

30. Januar 2011 09:39; Akt: 30.01.2011 10:30 Print

Doerig und Villiger weisen Vorwürfe zurück

Die Grossbanken wehren sich gegen den Vorwurf, sie würden auf einen schwachen Euro spekulieren und damit den Franken-Kurs nach oben treiben.

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Haben auch kein Interesse an einem tiefen Euro: Grossbanken UBS und CS. (Bild: Keystone)

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Die Banken hätten schlicht kein Interesse an einem tiefen Euro, sagt CS-Verwaltungsratspräsident Hans-Ulrich Doerig in einem Interview des «SonntagsBlicks». «Denn wir leiden darunter genauso wie andere Schweizer Unternehmen, die stark im Ausland engagiert sind», so Doerig.
Die Kritik an den Grossbanken bezeichnet er als «haltlos und schon beinahe bösartig».

Auch UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger bezeichnete den Vorwurf, Banken würden gegen den Euro spekulieren, im Interview mit der «NZZ» vom Samstag als «absurd». «Der Marktanteil der Schweizer Banken im Handel mit Franken liegt global bei etwa 5 Prozent», sagte Villiger. Die UBS habe keinen Einfluss auf den Wechselkurs.

«Wir müssen Wechselkursgeschäfte für unsere Kunden machen, das ist klar. Und ja, wir weisen darauf hin, dass der Franken vielleicht sicherer ist als andere Währungen. Aber das fällt nicht ins Gewicht», sagte Villiger.

«Euro wird überleben»

Villiger wie auch Doerig zeigten sich überzeugt, dass der Euro überleben werde, «weil - was immer auch passiert - Europa den Euro nicht fallen lassen kann», so Villiger. Europa sei in Bezug auf Wachstum und Verschuldung in einer besseren Position als die USA. «Was die Staatsfinanzen betrifft, steht Kalifornien schlechter da als Griechenland!»

Villiger warnte vor Schadenfreude. Gerade die Schweiz habe von einem stabilen Europa gewaltig profitiert. «Wir können gar kein Interesse an einer Destabilisierung unseres grössten Absatzmarktes haben.»

«EU-Banken viel stärker betroffen als wir»

Die UBS sei in den Ländern mit den grössten Schulden nur moderat engagiert. «Die EU-Banken sind gemäss unserer Einschätzung viel stärker betroffen als wir». sagte Villiger. Aber es könne passieren, dass es bei einem Kollaps zu einer Kettenreaktion komme. Darum müsse das Schuldenproblem zwingend gelöst werden.

Villiger plädierte für die Einführung von Umschuldungsmechanismen. «Es müsste ein von Politikern nicht beeinflussbarer Prozess sein, der automatisch nach dem Überschreiten gewisser Schwellenwerte eingeleitet wird. Das hätte auch eine sehr disziplinierende Wirkung.»

(sda)

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