Milliarden-Gewinn

06. März 2017 08:24; Akt: 06.03.2017 11:24 Print

SNB schüttet mehr Millionen aus

1,5 Milliarden waren für Bund und Kantone vorgesehen. Jetzt legt die Nationalbank noch eins obendrauf.

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Jahresgewinn von 24 Milliarden Franken: SNB-Direktor Thomas Jordan präsentiert die geldpolitischen Entscheide in Bern. (16. Juni 2016) (Bild: Keystone)

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Laut dem definitiven Jahresergebnis der Schweizerischen Nationalbank (SNB) für 2016 erhält die öffentliche Hand 1,7 Milliarden Franken. Damit gehen rund 200 Millionen Franken mehr an Bund und Kantone, als die SNB im Januar in Aussicht gestellt hatte.

An die öffentliche Hand fliessen für das Geschäftsjahr 2016 neben der ordentlichen Gewinnausschüttung von einer Milliarde Franken zusätzlich 700 Millionen Franken, wie die SNB bekannt gab.

Hoher Gewinn zeichnete sich ab

Diese Zusatzausschüttung ergibt sich aus der neuen Vereinbarung zur Gewinnausschüttung. Demnach erhalten Bund und Kantone eine weitere Milliarde, sobald die Ausschüttungsreserve nach Gewinnverwendung über 20 Milliarden Franken beträgt. Ansonsten wird die Zusatzausschüttung entsprechend gekürzt.

Nach einem Verlust von 23 Milliarden Franken 2015 erzielte die SNB im vergangenen Jahr einen Gewinn von 24,5 Milliarden Franken. Im Januar hatte die Nationalbank bereits ein Ergebnis von gut 24 Milliarden Franken vorausgesagt.

Dass die SNB für das Jahr 2016 einen Gewinn schreiben würde, zeichnete sich ab. Für die erste Jahreshälfte wies die Nationalbank einen Erfolg von 21,3 Milliarden Franken aus. Im dritten Quartal stieg dieser auf 28,7 Milliarden Franken an.

Gewinne auf Devisenanlagen

Der Grossteil des Jahresgewinns geht auf die umfangreichen Devisenanlagen zurück. So verdiente die Nationalbank auf den Fremdwährungspositionen 19,4 Milliarden Franken. Davon entfielen 8,3 Milliarden Franken auf Zinserträge und 3 Milliarden auf Dividendenerträge.

Bei den Zinspapieren verbuchte die SNB Kursgewinne von 1,1 Milliarden Franken. Die Beteiligungspapiere steuerten dank eines günstigen Börsenumfelds 8,6 Milliarden Franken zum Ergebnis bei. Dabei beliefen sich die wechselkursbedingten Verluste auf 1,7 Milliarden Franken.

Daneben profitierte die SNB auch von einem höheren Goldpreis. Auf dem Goldbestand konnte aufgrund des um 11 Prozent gestiegenen Goldpreises ein Bewertungsgewinn von 3,9 Milliarden Franken erzielt werden.

Der Gewinn auf den Frankenpositionen stieg dank der im Januar 2015 eingeführten Negativzinsen auf 1,6 Milliarden Franken, nach 1,2 Milliarden Franken im Vorjahr. Die Höhe der Strafzinsen betrug im vergangenen Jahr nämlich rund 1,5 Milliarden Franken.

Puffer für Wertverluste

Nach Berücksichtigung der Ausschüttungsreserve von 1,9 Milliarden Franken beträgt der Bilanzgewinn 2016 somit 21,7 Milliarden Franken. Dies ermöglicht eine Dividendenzahlung von 15 Franken pro Aktie.

Den Rückstellungen für Währungsreserven weist die Nationalbank 4,6 Milliarden Franken zu. Der Gesamtbestand der Rückstellungen für die Währungsreserven erhöhte sich dadurch auf insgesamt 62,8 Milliarden Franken.

2016 kommt dabei erstmals eine neue Regelung zur Anwendung. Bis anhin berücksichtigte die SNB für die Berechnung das Doppelte der durchschnittlichen nominalen Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts (BIP) der letzten fünf Jahre.

Neu erfolgt zusätzlich eine jährliche Mindestzuweisung, die 8 Prozent des Bestands der Rückstellungen am Ende des Vorjahres entspricht. So sollen auch bei tiefen BIP-Zuwachsraten genügend Rückstellungen gebildet werden.

(woz/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blochende Matatulla am 06.03.2017 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Raub gleich Gewinn....

    Minuszinsen sind kein Gewinn, sondern Staatlich bewilligter RAUB an Volksvermögen! Mit solchen Praktiken kann man leicht Milliarden Gewinne für den Staat machen und an die Kantone ein paar Milliönchen Verteilen!

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  • Nemira am 06.03.2017 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    boomerang

    Das sind ja dann wohl die Gebühren und fehlenden Zinsen auf Sparkonten.

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  • Byrus am 06.03.2017 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Peanuts

    Wie wärs wenn die SNB auch wieder anfangen würde unsere (gesamte!) Währung herzustellen? Anstatt die privaten Banken mit der Herstellung von elektronischem Geld Kasse machen zu lassen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Verfasser am 08.03.2017 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Volkseigentum gehört dem Volk

    Trotz den Ausschüttungen an Bund und Kantone, steigen die Abgaben beim Staat. Es sind Fehlanreize die Ausgaben für bestimmte Anliegen nicht zu kürzen. Besser wäre, wenn die SNB dieses Geld für die Verbilligung der Krankenkassenbeiträge und für die AHV nutzen würde.

    • Supermario am 08.03.2017 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      Blöde Frage

      Und wenn sie (Währungs)-Verluste macht, wie beispielsweise im 2015??? Auch die Bilanz der SNB ist keine Einbahnstrasse und das ewige Gezeter, Gewinne massiv auszuschütten höhlt langfristig unsere immer noch sehr starke Währung aus. Beispiele diesbezüglich gibt es genug; insbesondere nahezu alle südamerikanischen Staaten haben mehrfach Erfahrung mit Verschleuderung der Währungsreserven!

    • Verfasser am 08.03.2017 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Supermario

      Und was ist mit den Negativzinsen, welche unseren Pensionskassen schaden? Wie ist es mit den Sparzinsen auf der Bank usw. Was abläuft ist eine schleichende Enteignung der Bürger.

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  • Supermario am 07.03.2017 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Dilletanten

    Wann wird diesen Dilletanten der SNB endlich das Handwerk gelegt?

    • Supermario der Echte am 07.03.2017 18:01 Report Diesen Beitrag melden

      Schnitzelbank oder was?

      Schon wieder einer, welcher das Fasnachtskostüm angelegt hat! Bin tatsächlich mit Jordan auch nicht immer voll einverstanden; Dilletantismus sieht für mich immer noch ein klein wenig anders aus.

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  • Supermario am 07.03.2017 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Experten hier?

    Frage mich schon ernsthaft, mit welcher Begründung hier eine ganze Anzahl Kommentatoren nach Alimentierung der AHV schreien??? Wegen der Minuszinsen wurden in allererster Linie die PK's geschröpft und wie die gesetzeskonform von der SNB profitieren können, ist mir ziemlich schleierhaft! Die AHV als typische Umlagerungskasse ist nur marginal von den Negativzinsen betroffen!

    • Andrea am 07.03.2017 11:29 Report Diesen Beitrag melden

      @ Supermario selbsternannter TopExperte

      Wo der Effekt der Negativzinsen den Ausgleichsfonds aber stärker beeinflusst, ist bei den Kosten für die Währungsabsicherung von 200 Mio. Das hat einen wesentlichen Einfluss auf das Anlageresultat. Ganz zu Schweigen von den Verlusten an den Aktienmärkten.

    • TomTom am 07.03.2017 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      @ Supermario, nicht ganz so super

      Fakt ist doch, dass die öffentliche Hand mit Schulden machen Geld verdient. Kantone und Gemeinden finanzieren sich hauptsächlich über Steuern und Kredite. Die Konditionen um Geld aufzunehmen, waren bereits im Tiefzinsumfeld der letzten Monate günstig. Nun leihen institutionelle Anleger Städten und Gemeinden kurzfristig Geld zu Negativzinsen.

    • Mustafa Raki am 07.03.2017 11:48 Report Diesen Beitrag melden

      @ Supermario

      Anstatt bei jeder Tages - und Nachtzeit zu "kommentieren", empfehle ich Ihnen, sich bei der SNB für die Position eines TopExperten zu bewerben:-))

    • Carmen am 07.03.2017 11:53 Report Diesen Beitrag melden

      @ Mustafa Raki

      Gewisse Wutbürger wie "Supermario" müssen Ihren persönlichen Frust leider auf diese Weise loswerden.

    • Vanessa am 07.03.2017 16:40 Report Diesen Beitrag melden

      Selbsternannter Experte

      Den "Experten", erkennt man am Daumen runter:-)

    • Supermario am 07.03.2017 18:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Vanessa

      Macht aber die Tatsachen um keinen einzigen Cent besser! Erinnert mich bisweilen eben an die 100 Schafe, welche hinter dem Leittier in die Schlucht stürzen! Aber um bei den Fakten zu bleiben; mit welcher Begründung soll die AHV mit "schwachen" SNB-Gewinnen alimentiert werden? Bin echt gespannt!

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  • Benno B. am 07.03.2017 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Gewinne an das Volk

    Warum schüttet man die Gewinne an Bund und Kantone. Die Politiker werfen das Geld sowieso für unnütze Dinge zum Fenster hinaus: Flüchtlingswesen, Grüne Energiewirtschaft, etc.. Die Gewinne sollte dem Volk zugute kommen, in AHV, IV und EO. Dann müsste man nicht mehr über diese sozialen Errungenschaften diskutieren. Und unsere Jugend könnte mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Politiker sind nicht fähig finanzielle Probleme zu lösen, weil sie zuerst an ihren persönlichen Vorteil und an die nächsten Wahlen denken umd erst in dritter Priorität an das Volk.

    • Mike Meier am 07.03.2017 15:07 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht wirklich Gewinne

      Es sind nicht wirklich Gewinne. Wir alle verlieren, weil die Kaufkraft runtergedrückt wird. Das ist auch nicht anders bei Exportfirmen. Auch sie können sich mit dem schwächeren Franken weniger leisten. Wer gewinnt ist das Ausland. Der Euro, die EU-Wirtschaft, der US-Aktienmarkt etc. Die SNB subventioniert mit CHF im Ausland im ganz grossen Stil und verschuldet sich dabei immer mehr. Denn fast alles ist auf Schulden gebaut. Diese Schulden müssen aber irgendwann zurückbezahlt werden. Wird der Euro wertlos, sind wir ruiniert. Wer haftet? Der Steuerzahler.

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  • Silvano am 07.03.2017 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eigentlich super

    Das Problem das ALLE Staaten haben ist folgendes: Die Reichen (und ihre Unternehmen) bezahlen zu wenig Steuern. Würde man die Steuern erhöhen würden sie einfach ins nächste Land abwandern. Vollständig aus einer Währung zu flüchten in der man investiert hat ist dagegen schon schwieriger. Uns Normalos kanns recht sein wenn die Bonzen etwas mehr abgeben müssen.