Scotch-Piraten

08. November 2011 10:34; Akt: 08.11.2011 10:34 Print

Ein Laser trennt wahren Whisky vom faulen Fusel

Wissenschaftler haben in Schottland ein Verfahren entwickelt, mit dem sie testen können, ob ein Whisky echt ist oder nicht. Damit wollen sie Scotch-Fälschern das Handwerk legen.

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Ist er wohl echt oder gefälscht?

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Dass Gucci-Taschen, Ray Ban Brillen oder Adidas-Schuhe gefälscht werden, erstaunt heute kaum noch jemanden. Weniger bekannt ist, dass es Produktpiraten auch auf edle Schottische Whiskys abgesehen haben. Bislang gab es keine verlässliche Methode um nachzuweisen, dass der Glenfiddich, Edradour oder Ardbeg in der heimischen Bar auch wirklich echt ist. Doch das hat nun ein Ende.

Drei indische Wissenschaftler an der Uni St. Andrews in Glasgow haben eine Methode entwickelt, mit der sie die Echtheit eines Single Malt Whiskeys nachweisen können. Das funktioniert folgendermassen: Ein Tropfen des Lebenswassers wird auf einen transparenten Träger pipettiert. Anschliessend werden zwei Glasfasern in die Flüssigkeit getaucht. Durch die eine Faser wird der Whisky mit einem Laser beleuchtet. Die andere Faser ist dazu da, den Lichtstrahl aufzufangen, der durch die Flüssigkeit gebrochen wird. Schliesslich analysiert man das Spektrum des Lichtstrahls.

Das Verfahren macht sich die Streuung des Lichts, aber auch die Fluoreszenz des Whiskys zunutze, erklären die Scotch-Wissenschaftler in ihrem Forschungspapier. Daneben registrieren die Sensoren energetische Abweichungen, die durch die Laserbestrahlung entsteht.

Alter und Marke mit Leichtigkeit bestimmt

Die Experten können mit ihrer Methode einerseits den Alkoholgehalt des Whiskys messen. Ein Scotch muss mindestens 40 Prozent Alkohol enthalten. Ist das Getränk schwächer, handelt es sich mit Sicherheit um gefälschten Fusel. Doch das ist bei Weitem nicht alles: Details wie die Marke, das Alter und sogar in welchem Fass der Whisky gereift ist, bleiben mit der Methode kein Geheimnis mehr.

Das Schottische Parlament hat die Prüfmethode mit Freude aufgenommen: «Das Parlament gratuliert dem Team (…) für seine Pionierarbeit (…), bei der Bekämpfung der Scotch-Fälscherei», heisst es auf der Parlaments-Webseite. Die Forscher haben ihre Prüfmethode bereits patentiert.

(ahi)