Schweiz unter Druck

24. August 2008 12:00; Akt: 24.08.2008 12:11 Print

Raymond Bär wehrt sich für BankgeheimnisRaymond Bär wehrt sich für Bankgeheimnis

Der Präsident der Bank Julius Bär, Raymond Bär, stellt sich vor das Schweizer Bankgeheimnis. Er wirft den Kritikern im Ausland vor, «nicht mit offenen Karten» zu spielen.

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«Es geht den Kritikern nicht um moralische oder ethische Standards, sonder um harte Wirtschaftspolitik», sagt Raymond Bär im Interview mit der «SonntagsZeitung». «Es geht um Machtpolitik. Vor allem defizitäre Hochsteuerländer kritisieren die Schweiz.»

Man könne alles kritisieren, aber es sei «nicht schwer zu verstehen, weshalb wir angegriffen werden». Er sei stolz, in der Schweiz «in einem Vertrauensstaat» zu leben, sagte Bär. «Bei uns ist der Bürger mündig, in anderen europäischen Ländern wird er entmündigt.»

Harte Worte gegen Deutschland

Bärs Kritik geht an die Adresse Deutschlands, dem das Schweizer Bankgeheimnis im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung ein besonderer Dorn im Auge ist. «Einen Misstrauensstaat wie Deutschland können wir nicht wollen.»

Die ganze Problematik müsse «ruhig und sachlich» angegangen werden. Zumal nicht alle Akteure mit offenen Karten spielen würden. So sei allgemein bekannt, dass der US-Bundesstaat Miami «eine Hochburg für unversteuertes Geld aus Lateinamerika ist».

Die Schweiz sei gut beraten, die Rechtsordnung nicht vom Ausland aufzwingen zu lassen, sagte Bär mit Blick auf die Differenzierung zwischen Steuerbetrug und -hinterziehung. Diese sei die Schweizer Rechtsauffassung.

(sda)

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