Streik dauert an

13. März 2017 08:05; Akt: 13.03.2017 10:36 Print

Berliner Flughäfen liegen weiterhin lahm

Der Streik des Flughafenpersonals in Berlin dauert an. Bisher wurden rund 650 Flüge gestrichen, unter anderem auch jene nach Zürich.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wegen eines Streiks des Bodenpersonals der Flughäfen Tegel und Schönefeld sind fast alle Flüge von und nach Berlin am Montag gestrichen worden. Die Gewerkschaft Verdi hatte rund 2000 Beschäftige zum Streik zwischen Montag 4 Uhr und Dienstag gegen 5 Uhr aufgerufen.

448 Abflüge in Tegel und 194 Abflüge in Schönefeld würden voraussichtlich ausfallen, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg am späten Sonntagabend. Es könnten demnach noch mehr werden. «Wir bitten alle Passagiere, sich vor Reisebeginn bei Ihrer Fluggesellschaft über den aktuellen Flugstatus zu erkundigen.»

Auch Swiss, Airberlin und Easyjet betroffen

Bei der Fluggesellschaft Swiss fallen alle Flüge von und nach Berlin aus. Das erklärte eine Swiss-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Der Abendflug am Sonntag werde zudem nach Dresden umgeleitet, von wo die Passagiere mit Bussen nach Berlin transportiert würden.

Betroffen vom Streik sind auch die Verbindungen der Fluggesellschaft Airberlin von Zürich nach Berlin. Passagiere müssten erneut mit Verzögerungen, Flugausfällen und insbesondere starken Einschränkungen bei der Gepäckabfertigung rechnen, schreibt AirBerlin auf ihrer Internetseite. Alle Gäste würden gebeten, sich online regelmässig über den Status ihres Fluges zu informieren.

Ersatzflüge über Dresden

Die Billigfluglinie Easyjet, die von Basel aus nach Berlin fliegt, arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Auswirkungen des Streiks zu minimieren. Aber auch hier wird es zu Stornierungen und Verzögerungen kommen, wie es auf der Internetseite heisst. Easyjet werde mit betroffenen Kunden per E-Mail und SMS Kontakt aufnehmen.

Von dem Streik war auch die dreitägige Reise von Berlins Regierungschef Michael Müller nach Moskau betroffen. Die Senatskanzlei musste Ersatzflüge über Dresden organisieren.

Tarifkstreik spitzt sich zu

Erst am Freitag waren Hunderte Flüge in Tegel und Schönefeld ausgefallen. Der Ausstand traf auch zahlreiche Besucher der am Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in der Hauptstadt, die am Sonntagabend endete. Wie schon bei früheren Streiks leiteten einige Fluglinien bestimmte Flüge um, etwa nach Dresden und Leipzig, deren Flughäfen jeweils rund 25 Landungen übernahmen.

Der Tarifstreik an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld hat sich weiter zugespitzt. Weil es am Wochenende kein neues Angebot der Arbeitgeber gab, war der neue Ausstand für Verdi unausweichlich.

Die Gewerkschaft fordert bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten einen Euro mehr pro Stunde für die Mitarbeiter des Bodenpersonals. Die Arbeitgeber boten zuletzt die schrittweise Erhöhung der Löhne in allen Entgeltgruppen an - bei einer Laufzeit von drei Jahren und mit einem Gesamtvolumen von acht Prozent mehr Geld.

(mch/chi/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy Maeder am 12.03.2017 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich angemessen

    Ich fliege regelmässig nach Berlin. Ich zahle gerne pro Flug einen Euro mehr, wenn ich die Gewissheit habe, dass der in der Tasche eines Flughafenarbeiters an der Front landet. Wenn es darum geht, Topmanagement-Posten zu schaffen, ist man bei den Flughäfen Berlin-Brandenburg sonst ja auch nicht so knausrig wie bei den Angestellten in den untersten Lohnklassen.

  • René B. am 12.03.2017 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    11 Euro pro Stunde

    Wer würde bei uns für dieses Geld am Morgen aufstehen?

    einklappen einklappen
  • anonym am 12.03.2017 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mir egal, ich flieg heute nach Berlin

    Die Arbeiter haben recht. Wie kann man mit ein paar Euro in der Stunde überleben und die Chefs machen Urlaub in Monte Carlo?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rico S am 18.03.2017 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Wo auf der Welt wird eigentlich heute auf diesem Lohnniveau sonst noch gestreikt, als in Deutschland. M.E. ist das langsam peinlich für Deutschland, diese kindische Streikerei im öffentlichen Verkehr.

  • Lukas Reich am 14.03.2017 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grösstes Streikland Europas!

    Unser lieber grosser nördlicher Nachbar! Mittlerweile für mich das schlimmste Streikland in Europa! Und dies soll DIE europäische Grossmacht sein....! Schade für das schöne Tourismusland Deutschland!

    • m.roth am 14.03.2017 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lukas Reich

      würde der schweiz auch ma l gut tun zu streiken. ich bin aus der schweiz ausgewandert nach deutschland un muss sagen,streiks sind toll dadurch steigen die löhne wieder an.

    einklappen einklappen
  • Ike am 13.03.2017 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flughäfen?

    Beim einen spielt es ja keine Rolle. Der ist eh leer.

  • Hjjj am 13.03.2017 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo

    Mein gott immer die gleichen fie Streiken. Wir in der Pflege sind such unterbezahlt, und lassen die Patienten nicht im Bett liegen für 1 mehr, sollten wir vielleicht einmal tun.

    • Nico am 14.03.2017 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hjjj

      informieren sie sich doch mal über das modell "care streik". im arbeitskampf sollten wir lohnabhängigen immer solidarisch zueinander stehen. wenn die spaltungsversuche von seiten des kapitals glücken, stehen wir alleine da. meine besten wünsche für eine baldige verbesserung der arbeitsbedingungen im caresektor! Mit freundlichen Grüßen

    einklappen einklappen
  • Beobachter am 13.03.2017 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Passt doch!

    Das fällt in Berlin nicht mehr auf, ob der BER oder auch der Rest geschlossen hat. Man passt sich halt an... grööööl