Zu viele Schweine

02. Oktober 2012 10:32; Akt: 02.10.2012 10:56 Print

Bauern verdienen weniger als letztes Jahr

Ernterückgänge und ein Einbruch des Schweine- und Milchpreises drücken auf das Einkommen der Schweizer Landwirte. Dafür erhielt der Agrarsektor mit fast 3 Milliarden Franken mehr Direktzahlungen.

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Der regnerische Juni hat bei pflanzlichen Produktion Schaden angerichtet: Ein Bauer pflügt bei Regen seinen Acker. (Bild: Keystone/Archivbild)

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Die Schweizer Bauern dürften im laufenden Jahr weniger verdienen als 2011. Gemäss ersten Schätzungen sank das Einkommen des Landwirtschaftssektors gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent. Die Hauptgründe dafür sind Ernterückgänge und der Einbruch des Schweine- und Milchpreises.

Die negativen Auswirkungen auf das Einkommen würden jedoch durch tiefere Produktionskosten abgefedert, schreibt das Bundesamt für Statistik (BFS) in einer Mitteilung vom Dienstag. Den Gesamtproduktionswert schätzt das BFS auf 10 Milliarden Franken, was im Vergleich zum Vorjahr einem Minus von 1,9 Prozent entspricht.

Mehr Direktzahlungen

Die Produktionskosten gingen um 0,7 Prozent oder 76 Millionen Franken zurück. Die Direktzahlungen nahmen gleichzeitig zu, und zwar um 0,5 Prozent oder 14 Millionen Franken. Mit über 2,9 Milliarden Franken machen die Direktzahlungen rund 23 Prozent der Gesamtressourcen im Agrarsektor aus.

Das Nettounternehmenseinkommen der Bauernfamilien schätzt das BFS für das Jahr 2012 auf rund 2,6 Milliarden Franken, was einem Minus von 3,7 Prozent gegenüber 2011 entspricht. Das gesamte vom Agrarsektor erzeugte Entgelt für die Angestellten und Selbstständigerwerbenden werde voraussichtlich um 3 Prozent sinken, schreibt das Bundesamt.

Weniger Betriebe

Fortgesetzt hat sich der Trend hin zu weniger Betrieben und Beschäftigten. Das landwirtschaftliche Arbeitsvolumen ging gegenüber 2011 um rund 1,7 Prozent zurück, das Entgelt pro Arbeitseinheit nahm um 1,3 Prozent ab.

In der pflanzlichen Produktion haben 2011 eine lange Kälteperiode im Februar sowie ein regnerischer Juni Schaden angerichtet. Der Produktionswert ging bei Getreide, Zuckerrüben, Ölsaaten und Kartoffeln um 6,6 Prozent zurück. Bei Obst, Gemüse, Wein- und Gartenbau sank er um 4,2 Prozent.

Übersättigter Schweinemarkt

In der tierischen Produktion dürfte der Produktionswert um 1,7 Prozent oder 83 Millionen Franken gesunken sein. Eingebrochen ist insbesondere der Produktionswert der Schweinehaltung, der über ein Sechstel der tierischen Produktion ausmacht. Er ging gegenüber 2011 um mehr als 7 Prozent zurück.

Das Angebot an Schlachtschweinen bleibe stark und erhöhe den Druck auf den bereits angespannten Markt noch weiter, schreibt das BFS. Die Übersättigung habe weiterhin negative Folgen für die erzielten Preise. Diese sanken 2012 um rund 8 Prozent.

Sinkender Milchpreis

Bei der Milchproduktion sank der Wert um 1,6 Prozent. Gemäss den Schätzungen stieg die im Jahr 2012 vermarktete Milchmenge gegenüber 2011 um 3 Prozent, während der Durchschnittspreis um 4,5 Prozent sank.

Zugenommen haben die landwirtschaftlichen Dienstleistungen, also Facharbeiten für Dritte in der Ernte oder bei der künstlichen Besamung. Das Dienstleistungsvolumen scheine einen Höchststand zu erreichen, schreibt das BFS.

Die nichtlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten gingen dagegen zurück. Schuld daran ist die geringere Fruchtsaftproduktion als Folge der rückläufigen Mostobsternte. Zu den Nebentätigkeiten zählen die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf dem Hof, die Haltung von Pensionstieren oder ein Übernachtungsangebot für Touristen.

Die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung erstellt das BFS in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bauernverband.


(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • leider Nichtbauer am 02.10.2012 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Löhne??

    ich wüsste gerne mal wieviel bei den angegebenen Bruttolöhnen schon alles bezahlt ist ( Wohnung, Auto, Essen,Versicherung, Benzin, Strassenverkehrssteuer usw. ) Vieleicht kann mir ein Landwirt oder Steuerberater aus kunft geben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • leider Nichtbauer am 02.10.2012 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Löhne??

    ich wüsste gerne mal wieviel bei den angegebenen Bruttolöhnen schon alles bezahlt ist ( Wohnung, Auto, Essen,Versicherung, Benzin, Strassenverkehrssteuer usw. ) Vieleicht kann mir ein Landwirt oder Steuerberater aus kunft geben.