Zuviel Risiko

01. November 2012 21:43; Akt: 01.11.2012 21:43 Print

Privatanleger waren der UBS voraus

von Leo Hug - Die UBS trennt sich fünf Jahre nach Ausbruch der Bankenkrise vom Investment-Banking. Die Privatanleger haben diesen Schritt schon früher vollzogen.

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Vor der Finanzkrise besassen die Schweizer Privatanleger noch strukturierte Produkte im Wert von 50 Milliarden Franken. Jetzt sind es nicht mal mehr halb so viel. (Bild: Keystone)

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Mit der Abkehr vom Investmentbanking ist die UBS in guter Gesellschaft. Die Schweizer Privatanleger rümpfen bei dieser Bankensparte schon längstens die Nase und meiden zusehends Produkte aus den Labors der Investmentbanker. Konkret lassen immer mehr Sparer die Finger von den strukturierten Produkten. Das sind mehr oder weniger risikoreiche Kombinationen verschiedener Finanzvehikel.

Volumen mehr als halbiert

Als die US-Immobilienkrise im Oktober 2007 die Finanzkrise auslöste, besassen die Schweizer Privatanleger noch strukturierte Produkte im Wert von 50 Milliarden Franken. Seither wenden sich immer mehr von davon ab. Inzwischen besitzen sie nur noch «Strukis» im Gegenwert von 22 Milliarden Franken.

Zurückhaltung in der Branche

Auch die Branche selbst hat ein zwiespältiges Verhältnis zu diesen Produkten: An der Messe für strukturierte Produkte von vergangener Woche in Zürich präsentierten sich deutlich weniger Aussteller als im Vorjahr. Prominentester Abwesender war bereits zum zweiten Mal die Zürcher Kantonalbank (ZKB) – immerhin die Nummer Drei in der Branche. Laut ZKB-Sprecher Igor Moser habe sich Aufwand und Ertrag nicht mehr ausbezahlt.

Die goldenen Zeiten der strukturierten Produkte sind offenbar vorbei. Das sei aber kein grundsätzlicher Trend, wehrt Jürg Stähelin ab. Er ist Geschäftsführer des Schweizerischen Verbands für Strukturierte Produkte SVSP. Die Messe für strukturierte Produkte werde auch im nächste Jahr stattfinden. «Wir halten an dieser Plattform fest und werden sie optimieren.»

Abkühlung einer Überhitzung

Auch unabhängige Experten stufen den Rückgang der strukturierten Produkte nicht schon als deren Untergang ein. Gemäss dem Luzerner Finanzprofessor Christoph Lengwiler haben viele Anleger in der Finanzkrise mit strukturierten Produkten Geld verloren. Sie schätzten die Risiken vorsichtiger ein und seien sich auch der versteckten Kosten der strukturierten Produkte bewusst. Es brauche nun Zeit und ruhigere Märkte, bis das Vertrauen der Anleger zurückkehre.

Ähnlich argumentiert der Bankberater René Michael Weber. «Der Markt für strukturierte Produkte kühlt sich derzeit von einer überhitzten Situation ab. Zurzeit sind einfache und transparente Produkte bei den Kunden deutlich stärker im Trend».

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Josef am 02.11.2012 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Den Rest versteht man sowieso nicht

    Deshalb kaufe ich nur noch physisches Gold und erspare mir damit Steuern.

  • Fred am 02.11.2012 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Kaufen was man versteht... und wenn jemand ein gewisses Produkt nicht versteht: Hände weg! Und wer Mühe hat ein Kapitalschutzprodukt zu verstehen, bravo... Auch mit Aktien und Rohstoffen wurde in der Finanzkrise viel Geld verloren --> das ist der Markt, nicht das Produkt macht die Verluste!

  • pur am 02.11.2012 06:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pro investmentbanking

    das investment banking ist nicht grundsätzlich schlecht und hat auch nicht nur sparten wie eigenhandel und aufsetzung von struckis. vor allem der eigenhandel ist, jedenfalls bei der cs schon lange vergangenheit. z.b. börsengänge, firmenfusionen und das bedeutende dcm geschäft sind mit kleinen risiken behaftet, bringen aber gute erträge!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Josef am 02.11.2012 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Den Rest versteht man sowieso nicht

    Deshalb kaufe ich nur noch physisches Gold und erspare mir damit Steuern.

  • Marina am 02.11.2012 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    Einfache und transparente Produkte

    Die Grundlage für ein Investment. Wer in etwas investiert, dass er nicht versteht ist selber schuld, wenn dann das Geld weg ist.

  • Längst fällig am 02.11.2012 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Neuorientierung der UBS infolge

    Sachzwang nicht durch Einsicht.

  • Fred am 02.11.2012 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Kaufen was man versteht... und wenn jemand ein gewisses Produkt nicht versteht: Hände weg! Und wer Mühe hat ein Kapitalschutzprodukt zu verstehen, bravo... Auch mit Aktien und Rohstoffen wurde in der Finanzkrise viel Geld verloren --> das ist der Markt, nicht das Produkt macht die Verluste!

  • pur am 02.11.2012 06:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pro investmentbanking

    das investment banking ist nicht grundsätzlich schlecht und hat auch nicht nur sparten wie eigenhandel und aufsetzung von struckis. vor allem der eigenhandel ist, jedenfalls bei der cs schon lange vergangenheit. z.b. börsengänge, firmenfusionen und das bedeutende dcm geschäft sind mit kleinen risiken behaftet, bringen aber gute erträge!

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