Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
HSCB-Datenklau
11. März 2010 13:49; Akt: 11.03.2010 14:16 Print
Daten von 24 000 Bankkunden geklaut
Die Finanzaufsichtsbehörde Finma untersucht, ob die Sicherheits- Infrastruktur der Genfer Privatbank HSBC Schweiz den gesetzlichen Anforderungen genügt.
Der ehemalige Mitarbeiter Herve Falciani hat Daten von insgesamt rund
Der ehemalige IT-Mitarbeiter, der gemäss früheren Angaben der Bank mit der Entwicklung von Informationstechnologie betraut war, hat vor rund drei Jahren Daten von ungefähr
Nur Konten in der Schweiz betroffen
Die gestohlenen Kundendaten beschränken sich aber auf Konten in der Schweiz und betreffen keine Konten bei der ehemaligen HSBC Guyerzeller Bank, wie die Bank zum Ausmass des Diebstahls schreibt. Ebenfalls nicht gefährdet seien Daten von Niederlassungen der Bank ausserhalb der Schweiz oder von anderen Unternehmen innerhalb der HSBC-Gruppe.
«Wir bedauern diese Situation zutiefst und entschuldigen uns bei unseren Kunden in aller Form für diese Bedrohung ihrer Privatsphäre», wird Alexandre Zeller, Chef der HSBC Private Bank (Suisse) SA in der Mitteilung zitiert. Man sei fest entschlossen, die Interessen der Kunden zu schützen, und alle dazu notwendigen Massnahmen zu ergreifen. Die Bank hat alle ihre Kunden mit Konten in der Schweiz kontaktiert. Zudem seien die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft worden.
Finma eröffnet Untersuchung
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hat inzwischen ein formelles Verwaltungsverfahren gegen die HSBC eröffnet. Sie untersucht, wie es zu dem Datendiebstahl dieses Ausmasses kommen konnte. Ebenfalls abgeklärt werden soll, ob die seither von der HSBC getroffenen organisatorischen und technischen Vorkehrungen zur Verhinderungen solcher Vorfälle den gesetzlichen Anforderungen genügen. Die Finma stehe seit dem Bekanntwerden des Diebstahls in engem Kontakt mit der Bank und den Behörden des Bundes.
Die Bundesanwaltschaft führt seit 2008 ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren wegen wirtschaftlichen Nachrichtendienstes, unbefugter Datenbeschaffung und Verletzung des Geschäftsgeheimnisses gegen den Angestellten Herve Falciani. Nach einer Hausdurchsuchung am 22. Dezember 2008 setzte sich dieser nach Frankreich ab und nahm mit den französischen Steuerbehörden Kontakt auf.
Bundesrat drohte Frankreich
Die Bundesanwaltschaft bemühte sich seit Februar 2009 bei den französischen Behörden um die Herausgabe der bei der HSBC gestohlenen Daten. Im vergangenen November bat die Schweiz dann den Appellationshof von Aix-en-Provence um eine Antwort bis Weihnachten, und Bundesrat Hans-Rudolf Merz kündigte an, dass der Bundesrat dem Parlament die Aussetzung der Ratifikation des neuen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) mit Frankreich beantragen wird, solange sich Paris weigert, auf das Schweizer Rechtshilfegesuch einzutreten. Die französischen Behörden lenkten ein und sandten ein Notizbuch und einen Festplattenspiegel des in Frankreich sichergestellten Informatikmaterials in die Schweiz.
Am vergangenen 3. März erhielt die betroffene Bank Kopien eines Grossteils der gestohlenen Daten. Die Bank arbeitet laut Mitteilung mit den Schweizer Behörden zusammen und führt auch ihre eigenen Untersuchungen weiter. Die Schweizer Behörden hätten der Bank bestätigt, dass sie die gestohlenen Daten nicht zur Beantwortung von Gesuchen von ausländischen Behörden einsetzen werden. Frankreich hat der Schweiz zudem zugesichert, gestützt auf die gestohlenen Kundendaten keine Amtshilfegesuche an die Schweiz zu richten und das Material Drittstaaten nur im Einverständnis mit der Schweiz zur Verfügung zu stellen.
(dapd)



























