Sportartikelbranche

02. August 2012 14:27; Akt: 02.08.2012 14:35 Print

Fussball-EM und Olympia sind Adidas' Goldesel

Die Olympischen Spiele in London entpuppen sich bisher aus kommerzieller Sicht als die für Adidas erfolgreichsten Spiele aller Zeiten. Der Konzern machte einen deutlichen Gewinnsprung.

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Adidas hat sich von jeher als Sportausrüster ausgerichtet. (Bild: Keystone)

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Höhere Margen und eine geringere Zinsbelastung haben Adidas im ersten Halbjahr einen deutlichen Gewinnsprung beschert. Das Konzernergebnis nach Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 455 Millionen Euro, wie Europas führender Sportartikelhersteller am Donnerstag auf einer Telefonkonferenz von den Olympischen Spielen in London mitteilte. Der Konzernumsatz erhöhte sich währungsbereinigt um elf Prozent auf 7,3 Milliarden Euro.

«Ich bin sehr glücklich über unsere exzellente Performance», sagte der Adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer und schraubte die Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht nach oben: Erwartet wird nun ein Anstieg des Konzerngewinns nach Steuern um 15 bis 17 Prozent auf 770 bis 785 Millionen Euro. Bisher waren 12 bis 17 Prozent geplant. Der Umsatz soll nach wie vor währungsbereinigt um etwa zehn Prozent auf 14,6 Milliarden Euro zulegen.

Krisenresistent

Anders als etwa der Mitbewerber Puma, der erst vor wenigen Tagen wegen Schwierigkeiten im Europa-Geschäft eine Gewinnwarnung für 2012 herausgegeben hatte, habe sich Adidas von jeher als Sportausrüster ausgerichtet, erklärte Hainer. Diese Industrie sei weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen. «Denn Sport inspiriert die Menschen. Sie sind daher auch in schlechten Zeiten eher bereit, sich entsprechende Produkte zu kaufen», betonte er. Bestes Beispiel hierfür sei Spanien: In dem krisengebeutelten Land seien während der Fussball-Europameisterschaft 900 000 Trikots der spanischen Nationalmannschaft verkauft worden - für rund 75 Euro.

Im ersten Halbjahr konnte Adidas den Angaben zufolge seinen Umsatz in allen Regionen steigern. Wachstumstreiber waren vor allem die Marke Adidas - auch in den Bereichen Laufen, Basketball und Outdoor - sowie die Golfmarke TaylorMade-Adidas. Dank hoher Zuwächse in Grossbritannien, Deutschland und Spanien stiegen selbst im krisengeplagten Westeuropa die Erlöse um sechs Prozent. Hierzu trugen auch die Fussball-EM und die Olympischen Spiele bei.

Diese entpuppen sich laut Hainer bisher aus kommerzieller Sicht als die für Adidas erfolgreichsten Spiele aller Zeiten. «Der Umsatz mit Lizenzprodukten stieg im Vergleich zu Peking um 250 Prozent auf 100 Millionen Euro», sagte der Adidas-Chef.

Reebok fehlen die Innovationen

Enttäuscht zeigte sich Hainer von der Entwicklung der US-Tochter Reebok. Hier ging der Umsatz im ersten Halbjahr um 16 Prozent zurück. Neben den im April bekannt gegebenen kriminellen Machenschaften von zwei ehemaligen Managern von Reebok India, die den Konzern voraussichtlich mit einmalig 70 Millionen Euro belasten werden, führt Hainer den Rückgang vor allem auf fehlende Produktinnovationen im laufenden Jahr zurück.

2012 werde von der Fussball-EM und Olympia dominiert. Da spiele Reebok als reine Fitnessmarke kaum eine Rolle, erklärte er und betonte: «Ich glaube an Reebok». Zahlreiche neue Produkte in der Pipeline sollen im nächsten Jahr für frischen Wind bei der US-Tochter sorgen. Die im DAX notierte Adidas-Aktie gab trotz der guten Zahlen bis zum Mittag um knapp ein Prozent nach.

(dapd)

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