Bitter für Mitarbeiter

26. Oktober 2012 17:49; Akt: 26.10.2012 17:49 Print

Coop zügelt Schoggi-Fabrik nach Pratteln

Coop verlagert seine Schoggi-Fabrik aus dem Kanton Zürich nach Pratteln BL. 248 Mitarbeiter stehen vor der Entscheidung: Pendeln oder den Job wechseln?

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Die Coop-Schoggi wird künftig in Pratteln produziert. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Coop fasst Teile seiner Lebensmittelproduktion in Pratteln BL zusammen und investiert dafür 290 Mio. Franken. Der Handelskonzern verlagert dafür die Produktion von Chocolats Halba vom Kanton Zürich ins Baselbiet. 248 Mitarbeiter müssen umziehen oder bei Coop eine andere Stelle annehmen.

Chocolats Halba, die Coop-Nahrungmittelherstellerin Sunray und die Weinabfüllerei Cave beziehen einen neuen Produktions- und Logistik-Standort mit 500 Mitarbeitern auf 80'000 Quadratmetern auf dem Areal Salina Raurica. Coop ist auf dem insgesamt 600'000 Quadratmeter grossen Entwicklungsgebiet der erste grosse Investor.

Für Mitarbeiter werden Lösungen gesucht

Mit der Reorganisation will Coop gegenüber heute Jahr für Jahr 11 Mio. Franken einsparen. Sunray und Cave beschäftigen in Pratteln bereits heute etwa 250 Personen. Den Mitarbeitern der Halba-Standorte in Wallisellen ZH und Hinwil ZH bietet Coop nach eigenen Angaben neue Arbeitsstellen innerhalb der Coop-Gruppe an.

Das Halba-Werk in Wallisellen schliesst voraussichtlich 2016, jenes in Hinwil 2016 oder 2017. Mit allen Mitarbeitern soll ein persönliches Gespräch stattfinden, teilte der Handelskonzern am Freitag mit. Coop ist nach eigenen Aussagen interessiert daran, Wissen und Können der Mitarbeiter zu behalten. Man sei bereit, die Halba-Angestellte bei einem etwaigen Umzug finanziell zu entlasten.

«Aus allen Nähten geplatzt»

Die räumliche Situation und die Lage der Halba-Fabriken seien aber schon seit längerem unbefriedigend gewesen, sagte Coop- Logistikchef Leo Ebneter vor den Medien. Die Werke «platzen aus allen Nähten». Zudem sei es problematisch, an zwei Standorten zu produzieren.

Coop verspricht sich durch die Reorganisation auch eine umweltfreudlichere Produktion. Die Halba-Fabriken im Kanton Zürich hatten bisher keinen Bahnanschluss. In Pratteln, wo die Anlagen direkt an den Schienen stehen sollen, will Coop die Produkte mit weniger CO2-Ausstoss abtransportieren.

Halba ist ein traditionsreicher, 1933 gegründeter Schokoladenhersteller, der sich der nachhaltigen Produktion und dem Fair-Trade-Handel mit Rohstoffen verschrieben hat. Produziert werden im Jahr 12'000 Tonnen. In Wallisellen entstehen Schokolade-Tafeln und Confiserieartikel, in Hinwil Pralinés und Saisonartikel.

Neue Standorte

Der neue Standort in Pratteln soll zu 80 Prozent mit der Produktion und mit 20 Prozent mit der Logistik belegt sein. Auch die bisherigen Standorte von Sunray und Cave stossen laut Coop räumlich an ihre Grenzen.

Sunray verarbeitet im Jahr 30'000 Tonnen Rohwaren wie Nüsse, Trockenfrüchte, Gewürze, Backzutaten und Zucker. Bei Cave vinifiziert Coop im Jahr 800'000 Liter Traubenmost und füllt 42 Mio. Flaschen ab.

(sda)