Wegen Steuerstreit

07. Oktober 2012 18:30; Akt: 07.10.2012 18:45 Print

Hollande getraut sich nicht in die Schweiz

Frankreichs Präsident François Hollande schlägt eine Einladung von Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf aus. Möglicher Grund: Das schlechte Image des Schweizer Finanzplatzes bei den Franzosen.

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François Hollande folgt der Einladung von Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf vorerst nicht. (Bild: Keystone/Craig Ruttle)

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Vor seiner Wahl oft als «Pudding» ohne Rückgrat verspottet, macht François Hollande seinem Übernamen nun alle Ehre. Er verzichtet auf einen Besuch in der Schweiz – offenbar aus Furcht vor den Reaktionen seiner Wähler.

Denn die Schweiz ist derzeit für viele Franzosen ein rotes Tuch. «Vor allem Hollandes Wähler haben leider ein schlechtes und ein falsche Bild der Schweiz und ihres Finanzplatzes», bestätigt Claudine Schmid, französische Abgeordnete und schweizerisch-französische Doppelbürgerin, gegenüber der «Tagesschau».

Unterkühltes Verhältnis

Auch alt Bundesrat Pascal Couchepin, der stets viel Wert auf die Beziehungspflege mit Frankreich gelegt hat, kommt in der Nachrichtensendung zu Wort: «Das offizielle Frankreich spricht heute fast nur noch kritisch über die Schweiz. Es geht immer ums Bankgeheimnis und um Steuerflucht.» Viele Franzosen sähen es als Verrat, dass die Schweiz französischen Bürgern Steuervorteile anbieten soll.

Entsprechend unterkühlt ist das Verhältnis zwischen den beiden Ländern aktuell. Ein gewisses Desinteresse war aber schon vor Beginn des jüngsten Steuerstreits auszumachen. Der letzte offizielle Besuch eines französischen Präsidenten in der Schweiz liegt bereits 14 Jahre zurück - damals war Jacques Chirac in Bern zu Besuch.

(jbu)

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