Immobilienpreise

15. Januar 2016 09:59; Akt: 15.01.2016 12:36 Print

Eigenheim wird billiger – und zugleich unbezahlbar

von F. Lindegger - Laut einer UBS-Studie werden in diesem Jahr erstmals seit 17 Jahren sinkende Eigenheimpreise erwartet. Trotzdem können sich immer weniger den Traum vom Eigenheim leisten.

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Wohneigentum ist heute in der Schweiz teuerungsbereinigt so teuer wie auf dem Höhepunkt der letzten Immobilienblase Anfang der 1990er-Jahre. Erstmals seit 17 Jahren werden für das laufende Jahr aber wieder sinkende Eigenheimpreise erwartet. Wie die UBS im Rahmen der Studie Real Estate Focus berechnetet, dürften die durchschnittlichen Angebotspreise für Einfamilienhäuser im Lauf des Jahres stagnieren, bei Eigentumswohnungen rechnet die Grossbank gar mit einem Preisrückgang von 1 Prozent.

Der von der UBS prognostizierte Rückgang überrascht, denn eigentlich spräche vieles dafür, dass die Preise im Immobilienmarkt weiter steigen sollten. So sind seit der Finanzkrise 2008 die Hypothekarzinsen massiv gesunken. Dies liess die Nachfrage nach Wohneigentum ansteigen. Gleichzeitig investieren zurzeit viele institutionelle Anleger in den Immobilienmarkt. Dies Preise stiegen seit 2008 denn auch um rund 30 Prozent.

Finanzierung wird schwieriger

Gleichzeitig gingen die jährlichen Nutzungskosten für Immobilien – aufgrund den tiefen Zinsen – deutlich zurück. Laut der UBS im Schnitt um 20 Prozent. Seit Mitte 2014 sind deshalb die Kosten für die eigenen vier Wände tiefer als die Mietkosten einer vergleichbaren Wohnung oder Haus. Die UBS beziffert die aktuellen Einsparungen mit rund 5 Prozent. Von den günstigen Konditionen beim Immobilienkauf möchten denn auch immer mehr Personen profitieren.

Allerdings können sich hierzulande immer weniger ein Eigenheim leisten. Vor allem, da es immer schwieriger wird, den nötigen Kredit zu erhalten. 2008 hätte noch die Hälfte der Schweizer Haushalte eine Finanzierung von 80 Prozent des Kaufpreises für eine 120 Quadratmeter grosse Neubauwohnung erhalten. Laut der UBS trifft dies heute nur noch auf rund einen Viertel der Haushalte zu. Grund: Die Einkommen haben im Vergleich zu den Eingenheimpreisen seit 2008 kaum zugelegt. Zudem würden zusätzliche Hürden wie die Voraussetzung von Eigenmitteln, die aus Erspartem oder Vorsorgegeldern stammen können, sowie die Amortisationspflicht, den Kreis der möglichen Käufer weiter verkleinern.

Dies führe dazu, dass viele Haushalte Abstriche bei der Wohnfläche machten. Die durchschnittliche Wohnfläche bei Neubauwohnungen erreichte laut den Autoren der Studie ihren Höhepunkt vor 2008. Dies, nachdem die Fläche seit den 1960er-Jahren laufend zugenommen habe. Inzwischen liege die Wohnungsgrösse bereits mehr als 10 Prozent unter dem Spitzenwert, mit weiter sinkender Tendenz.

Eigentumswohnung wird beliebter

Und auch bei der Wahl des Standorts für das neue Eigenheim gibt es laut der UBS Veränderungen. Weg von den Hochpreisregionen hin an Ort günstigerer Immobilien. So hätten die Preise im Mittelland und der Ostschweiz in den letzten Jahren am stärksten zugelegt. Als Beispiel nennt die Grossbank wiederum ein Eigenheim von 120 Quadratmetern im Neubaustandard, das im Kanton Zürich nur noch für rund 25 Prozent aller Zürcher Haushalte finanzierbar sei. Liege ein vergleichbares Objekt allerdings im Kanton Thurgau, sei dieses für rund 65 Prozent der Zürcher Haushalte erschwinglich.

Aufgrund des relativ geringeren Kapitalbedarfs gehört zudem das Stockwerkeigentum zu den Hauptprofiteuren dieser
Entwicklung. Die Autoren der Studie glauben, dass die Eigentumswohnung zunehmend auch in peripheren Lagen das Einfamilienhaus als Eigentumsform erster Wahl verdrängen wird.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • antonzum am 15.01.2016 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles ist weg

    Nach meiner Scheidung ist Ferienwohnung weg, Haus weg... und zum Glück auch Frau!!!

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  • Anonymous am 15.01.2016 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber rente im Ausland

    Da mache ich mir lieber eine schöne Moderne Wohnung in Portugal für 200~500 tausend die hier in der Schweiz über 1.5mill kosten würde. Dies sind mindestens meine langfristige Pläne, ich werde nicht über 50 Jahre hier arbeiten und im ende Garnichts für eine gemütliche rente oder für mein Nachwuchs haben weil es hier zu teuer ist. Sorry Schweiz.

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  • Erich Rüegger am 15.01.2016 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Schweiz

    In der Schweiz wo so eine schlechter Job Markt ist z.b kein Kündigungsschutz kein Arbeitsplatzgarantie eine neue Stelle zu finden ist wie ein sechser im Lotto ab 50 keine Chance auf Arbeit alles Dank dem Liberalen Arbeitsgesetz wo ja so toll ist wenn man die Politiker hört. Z.b Alstom Massenentlassungen. Und da soll man sich noch Verschulden mit Hypotheken für Haus oder Whonung? Und das mit dem Eigenmietwert ist auch noch so eine Sache. Ist das die tolle Super Schweiz mit der Besten Lebensqualität?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni am 16.01.2016 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich als Büezer finde

    Ich kann mir heute kein Eigenheim leisten, darum kauf ich mir keins. Ich gönne es aber jedem eins zu haben.

  • Trucker am 16.01.2016 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke!

    In der Schweiz ein Eigenheim? Per se , nein! In anderen Ländern kriege ich bedeutend mehr fürs Geld, Ruhe und freundliche, lebensfrohe Menschen obendrein... Ich bin nicht mehr bereit, mein verdientes Geld teuer abgeben zu müssen, nur damit die CEOS in der Manageretage noch dicker und träger werden für weniger Leistung oder Produkt.....

    • Susanne am 16.01.2016 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Trucker

      Den Lohn verdienen sie aber in der Schweiz? Seien sie doch bitte konsequent!

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  • Casanova am 16.01.2016 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Casi

    Da wirt soviel Mist geschrieben von wegen sparen kein Problem in der Schweiz . Eine Lehre machen egal was aber ein Abschluss ist wichtig .Dann ab ins Ausland für eine Schweizer Firma da Wirt einem alles bezahl und braucht kein Geld für Ferien . Dazu kein Auto keine Wohnung in der Schweiz kommst du nach 10 bis 15 Jahre zurück Gelt genug gehabt für mein Haus . Noch was liebe Männer es hat auch Frauen lm Ausland die haben nicht so grosses Bedürfnis für eine Villa . Noch Wass , vieleich Haltes du es garnicht mehr aus in der Schweiz . Ich habe über 200000.-Fr. gehabt nach 10 Jahren

  • Nikk P. am 16.01.2016 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kontrollmechanismen

    Zu wenig Kontrollmechanismen früher haben dazu geführt, das viele Pensionierte in die Altersarmut gerutscht sind. Jetzt dürfen es die Jungerwachsenen ausbaden und müssen sich,- neben der viel grösseren Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt auch noch damit begnügen, mehrheitlich viel Mietzins zu zahlen. Höhere Auslagen, tiefere Einkommen; Wie soll man da dass nötige eigenen Kapitel zusammen bringen? Ich spreche hier von der Allgemeinheit.

  • Suissr am 16.01.2016 01:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billiger?

    Und weil auch die Politiker merken das Eigenheim billiger wird, erhöht man plötzlich den Eigenmietwert. Dann kommt wieder Geld rein. Ob Besitzer oder Mieter, zahlen alle wieder mehr.