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Fashion-Sponsor Oerlikon
08. November 2012 19:11; Akt: 08.11.2012 19:11 Print
Eine Maschinenfabrik auf dem Catwalk
von Sabina Sturzenegger - Der Industriekonzern Oerlikon ist Sponsor der Zürcher Fashion Days. Das Engagement kommt nicht von ungefähr: Die Pfäffiker beherrschen den weltweiten Textilmaschinenmarkt.
Mercedes-Benz, Paul Mitchell, H&M: Die diesjährigen Fashion Days in Zürich haben grosse Namen als Geldgeber an Land gezogen. Erstmals nach dem Abgang des erfolglosen Schweizer Textilunternehmens Vögele engagiert sich der deutsche Autokonzern Mercedes-Benz als Titelsponsor der gleichnamigen Fashion Days auch hierzulande.
TextilmaschinenbauerDer Weltmarkt der Textilindustrie wächst rasant. Davon können nicht zuletzt auch die Schweizer Textilmaschinenbauer profitieren. Die führenden Schweizer Unternehmen in diesem Segment sind neben Oerlikon Textile (vormals Saurer), die Winterthurer Rieter und die Schweiter SSM Textilmaschinen aus Horgen. Die drei Unternehmen halten zusammen einen geschätzten Weltmarktanteil von über 40 Prozent. Oerlikon Textile verzeichnete in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen Umsatz von 1,54 Mia. Franken, während Rieter im ersten Halbjahr 490 Mio. Fr. umsetzte. Schweiter kam im selben Zeitraum auf 38,7 Mio. Franken. (egg)
Als einzige Firma mit Schweizer Wurzeln nimmt der Maschinen- und Anlagenbauer Oerlikon an diesem Zirkus teil: Als «Presenting Sponsor» zeigt das Traditionsunternehmen an den Fashion Days schweizerisches und asiatisches Design.
New York, Berlin, Paris
Die Vorbilder des viertägigen Mode-Events sind klar: Die von Mercedes gesponserten Fashion Weeks in New York, Berlin, Miami oder Peking sowie die Modewochen in Paris, London und Mailand.
Ein Schweizer Industriekonzern, der Mode präsentiert: Passt das? Oerlikon stand in der Vergangenheit eher als Waffenschmiede, als Herstellerin von Raketenkomponenten und als Übernahmekandidatin im Fokus.
Wichtiger Bestandteil der Modewelt
Oerlikon sei heute «mit Abstand der grösste Hersteller von Textilmaschinen zur Produktion von Baumwoll- und Chemiefasern», sagt André Wissenberg, Vizepräsident Marketing und Communications im Unternehmenssegment Textile. Rund die Hälfte der weltweiten Produktion von höherwertigen Garnen für Kleider erfolge auf Oerlikon-Maschinen. Viele wüssten nicht, dass der Konzern deshalb mit seinen Produkten seit Jahrzehnten wichtiger Bestandteil der Modewelt sei.
Dabei hat sich Oerlikon besonders auf die chinesische Textilproduktion fokussiert. Auch das kommt nicht von ungefähr: Im Land des Lächelns boomt die Textilindustrie wie nirgends sonst. Rund 60 Prozent der weltweiten Garnmengen für Kleidung werden in China gefertigt. Laut dem Schweizerischen Textilverband haben die aus China exportierten Textilien einen Anteil am Welthandel von 27 Prozent, bei der Bekleidung sind es sogar 41 Prozent.
Auch Schweizer Design
An diesem Boom kann und will auch der Schweizer Konzern teilhaben: «Für Oerlikon ist China der wichtigste Markt im Textil-Segment, das Unternehmen realisiert rund 70 Prozent seiner Geschäfte dort», heisst es beim Unternehmen. In Schanghai, wo der Konzern im Juni die Eröffnung des chinesischen Hauptsitzes feierte, hat Oerlikon einen Preis ausgeschrieben, den «Fibers and Yarns Award». Die Kreationen bestehen aus Textilien, die ausschliesslich auf Oerlikon-Maschinen gefertigt wurden.
Zusammen mit Kreationen von Schweizer Designern wie Laend Phuengkit, Van Bery, Marc Stone, Little Black Dress, Javier Reyes, Portenier Roth, Claudia Zuber und Kazu Huggler, gehen diese am Freitagabend an den Fashion Days in Zürich über den Catwalk.

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