Wo-Wo-Wohnige?!

19. September 2012 15:48; Akt: 19.09.2012 16:43 Print

Stadtwohnungen könnten viel günstiger sein

von Sabina Sturzenegger - Eine 4,5-Zimmer-Neubauwohnung in Zürich für 2000 Franken? Wäre möglich, sagt eine neue Studie. Die Mieter müssten allerdings mit weniger Fläche und weniger Komfort leben.

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Wer in einer grösseren Schweizer Stadt eine Wohnung sucht, findet vielleicht eine «günstige» Altbauwohnung von schlechter Qualität – oder eine richtig teure Neubauwohnung. Unter 4000 Franken Miete ist eine moderne Familienwohnung mit vier Zimmern kaum zu haben.

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Doch es wäre möglich, Wohnungen an zentraler Lage zu günstigen Mieten zu bauen. Das zeigt eine Studie, an der das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO), der Generalunternehmer Halter und der Investorenberater Pensimo beteiligt waren.

Muster-Mehrfamilienhaus erstellt

Konkret haben die Studienautoren einem kürzlich erstellten Neubau mit Mietwohnungen in Zürich-Altstetten ein «günstiges» Muster-Mehrfamilienhaus gegenübergestellt. Die Grösse des Grundstücks, die Geschossflächen und das Volumen wurden übernommen.

Eine 4,5-Zimmer-Wohnung in diesem Modell-Mietshaus würde weniger als 2000 Franken pro Monat kosten. Sie hätte eine Fläche von knapp 85 Quadratmetern und nur ein Bad. Die Einzelzimmer wären mit etwas mehr als 8 Quadratmetern relativ klein. Dafür wird der Gang- und Flurbereich grosszügiger und dient als Arbeits- und Spielort. Für die Aufwertung der Wohnung wird vorgeschlagen, dass sie über zwei Balkone, raumhohe Fenster sowie genügend Aussenraum, beispielsweise eine Dachterrasse, verfügt.

«Es braucht ergänzende Angebote zu dem, was wir zurzeit auf dem Mietwohnungsmarkt haben», kommentiert Jörg Koch, Chef von Pensimo, den Vorschlag gegenüber 20 Minuten Online.

Mietzinsbelastung ist hoch

Tatsache ist: In der Schweiz ist die Mietzinsbelastung für einen wachsenden Teil der Bevölkerung hoch, der Wohnraum hat sich in vielen grossen Schweizer Städten und Agglomerationen verknappt. Bei Ersatzneubauten wird zwar meist deutlich mehr Fläche erstellt als abgerissen, aber es werden auch deutlich grössere Wohnungen gebaut. So nimmt die Zahl der Wohnungen nur unwesentlich zu.

Dennoch: Wer möchte heute noch eine Neubauwohnung mit lediglich 85 Quadratmetern bewohnen? «Es gibt eine grosse Nachfrage für kleinere, günstige Wohnungen in der Schweiz», ist Jörg Koch überzeugt. Er denke zum Beispiel an Alleinerziehende, Studierende oder Patchwork-Familien. «Es gibt viele Leute, die sich eine grosse, teure Stadtwohnung nicht leisten können, und es gibt nochmals so viele, die es sich nicht leisten wollen», sagt er.

Die Nachfrage nach einfachen, günstigen und reduzierten Wohnungen bestätigt auch der Mieterverband: «Ich hoffe, die Investoren nehmen diese Möglichkeit auch wahr», sagt MV-Sekretär Peter Macher.

Beitrag zur Entspannung des Wohnungsmarkts

Das hofft auch Jörg Koch. Er hofft sogar, dass mit dem neuen Ansatz ein «kleiner Beitrag zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt» geleistet werden könne. «Die Studie zeigt an einem theoretisch durchgerechneten Fallbeispiel, dass die Erstellung von nicht subventionierten günstigeren Wohnungen in der Schweiz möglich ist.»

Wie sich die Idee umsetzen lässt, wird sich vorerst anhand von drei Projekten zeigen. In Bern, Dübendorf und Winterthur sollen ab 2013 Mietshäuser in Bau gehen, die den Vorgaben der Studie entsprechen. Bewohnbar werden sie Ende 2014 oder Anfang 2015. Ob sich das Modell auch in hart umkämpften Immobilienmärkten wie Zürich, Basel oder Genf umsetzen lässt, muss sich weisen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • E.C. am 19.09.2012 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig

    Ich wohne in ZürichAltstetten (Kreis 11) und bezahle für eine neue moderne 3,5Zimmer Wohnung 110qm (2Badezimmer+Balkon+Wintergarten) 1850.- inkl. Nebenkosten.. Also finde ich 2000.- für weniger nicht gerade Preisgünstig...

  • Sera am 19.09.2012 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht ein anständiger Grundriss?

    Schlafzimmer Eltern 16, Schlafzimmer Kinder je 13, Bad 8, Wohnen/Essen 30, Flur 5.

  • Ralph am 19.09.2012 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    @Päschä

    Es ist noch nicht so lange her, da hatte es in den meisten Mietwohnungen nur ein Badezimmer. Und trotzdem konnte immer die ganze Familie duschen. Es war einfach ein Organisationssache. Und es war auch kein Problem zu zweit in einem Zimmer zu schlafen. Aber da sieht man mal, wie hoch die Grundansprüche heute sind. Was nur ein Bad? Nein danke. Etwas Bescheidenheit kann niemandem schaden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • bruno fivian am 20.09.2012 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vorwahl?

    frage mich wann dieses bild aufgenommen wurde mit der 01 vorwahl...nicht gerade aussagekràftig,wenn das inserat erscheint als wäre es zehn jährig....

  • marcel thalmann am 19.09.2012 23:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin der Meinung

    Dass 70-120 SFR/m2 genug sind, alles über diesem Betrag ist Abzockerei. NK separat.

  • Simon Trachsel am 19.09.2012 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Zellengrösse?

    Schränke braucht der moderne Architekt scheinbar keine. Vermutlich hat er vergessen, dass er ja in seiner Wohnung noch einen begehbaren Kleiderschrank hat. Selbst für einen Büroarbeitsplatz werden 8m2 gerechnet (und das ohne Bett)

  • E.C. am 19.09.2012 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig

    Ich wohne in ZürichAltstetten (Kreis 11) und bezahle für eine neue moderne 3,5Zimmer Wohnung 110qm (2Badezimmer+Balkon+Wintergarten) 1850.- inkl. Nebenkosten.. Also finde ich 2000.- für weniger nicht gerade Preisgünstig...

  • Rafael am 19.09.2012 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wer....

    ....es sich nicht leisten kann, soll halt nicht direkt in der Stadt leben? Ich habe für 2'000.- eine 120m2-Wohnung frisch renoviert in Dietikon gefunden - 4.5 Zimmer, grosser Balkon. Ging gut.