Krankenkassen

21. September 2017 20:20; Akt: 21.09.2017 20:20 Print

Prämien steigen nächstes Jahr um 3 bis 4 Prozent

Offiziell gibt der Bund die neuen Prämien erst Ende Monat bekannt. Der Anstieg dürfte rund 4 Prozent betragen. St. Galler und Bündner trifft es aber viel härter.

So ein Frust: Die Krankenkassenprämien steigen und steigen.
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Dass die Krankenkassenprämien aufs neue Jahr steigen werden, ist so gut wie sicher. Offen ist allerdings die genaue Höhe des Anstiegs. Gelingt es Gesundheitsminister Alain Berset wenigstens, die Kostenexplosion etwas zu dämpfen? Das Vergleichsportal Verivox und die Experten Global Sana gehen davon aus, dass die Prämien in der Grundversicherung im Schnitt um 3 bis 4 Prozent steigen werden. Diesen Berechnungen von Verivox liegen die Informationen von Krankenkassen zugrunde, die zusammen rund die Hälfte des Marktes abdecken.

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Alain Berset hatte erst vor Monatsfrist entschieden, dass über Einschnitte im Ärztetarif Tarmed definitiv 470 Millionen Franken gespart werden sollen, was einer Reduktion von 1,5 Prämienprozentpunkten entsprechen dürfte. «Ohne diese Änderung würden die Prämien vermutlich um 4 bis 5 Prozent steigen», schreibt Verivox. In den letzten Jahren sind die Prämien der Grundversicherung jeweils im Durchschnitt um rund 4 Prozent gestiegen.

«Die finanzielle Situation der Kassen und die Kostenentwiklung erfordern eine Erhöhung der Prämien um 5 Prozent», sagt auch Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte bei Comparis. Wie viel im nächsten Jahr mit dem Eingriff des Bundesrats in den Tarmed tatsächlich gespart werde, sei höchst ungewiss. Es ist laut Schneuwly deshalb höchst riskant, wenn jede Kasse nun ihre Prämienprognosen um 1,5 Prozent nach unten korrigieren muss, wie das vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) angeblich verlangt wird. Kassen trügen ein unternehmerisches Risiko.

Freude in Schwyz, Ärger in St. Gallen

Die Befragung der Krankenkassen zeigt, dass es zu enormen regionalen Unterschieden bei den Prämienaufschlägen kommen wird. So dürften sich Kunden einiger Anbieter im Kanton Schwyz über nur geringe Erhöhungen oder sogar Senkungen freuen, während die Einwohner von St. Gallen und Graubünden Aufschläge bis 10 Prozent in Kauf nehmen müssen. «Versicherte, die ein alternatives Modell gewählt oder sich für eine höhere Franchise entschieden haben, müssen ebenfalls mit stärkeren Aufschlägen rechnen», sagt Christoph Biveroni von Verivox.

Die Mehrheit der Schweizer hat eine Zusatzversicherung. Während der Spitalzusatz «Allgemeine Abteilung ganze Schweiz» im kommenden Jahr eher günstiger wird, rechnen einige der befragten Krankenkassen mit massiven Aufschlägen bei den Leistungen «Halbprivat» und «Privat».

Jeder Fünfte will die Kasse wechseln

Die jährlich steigenden Krankenkassenprämien haben auch eine Auswirkung auf die Wechselwilligkeit der Bevölkerung: 20 Prozent der Schweizer wären bereit, diesen Herbst den Anbieter zu wechseln, wie eine Erhebung des Vergleichsdienstes Bonus.ch zeigt. Die Absicht, zu einem neuen Versicherer zu gehen, liegt dieses Jahr sehr viel höher als die effektive Wechselrate, die zuletzt bei rund 12 Prozent lag.

Die höchste Wechselabsicht hegen die Einwohner des Kantons Jura, der in den letzten zwei Jahren mit starken Erhöhungen konfrontiert war: 43,5 Prozent der Befragten sind bereit, diesen Herbst die Versicherung zu wechseln. Hoch ist die Absicht mit 41 Prozent auch im Kanton Luzern. Tief ist die Wechselquote mit 10 Prozent in Solothurn und mit rund 11 Prozent in Genf.

Prämien steigen im nächsten Jahr 3 bis 4 Prozent

(sas)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Melanie Gerber am 21.09.2017 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Absolute Bschiss!!!

    Hört doch auf mit diesen gefälschten Prozentzahlen!! Meine KK-Beiträge sind jedes Mal bis 15 % gestiegen! Ich habe es nur noch satt von unserem Staat abgezockt zu werden!!

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  • Duck Nuck am 21.09.2017 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neuer Trend?

    Jedes Jahr 3-4 %?? Ich kündige...

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  • Der Ironiker am 21.09.2017 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Vergleichsportale treiben Preise auch

    Und bald machen wieder alle Vergleichsportale wie Comparis gross Werbung, damit sie Vermittlungsprovisoin einheimsen können, und so die Preise ebenfalls mit nach oben treiben. Übrigens: Priminfo ist vom Bund, dort lassen sich Krankenkassen ohne versteckte Provisionen vergleichen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Snoopy am 25.09.2017 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem

    Das Problem der KK Prämien Steigerung ist nur eins. Wir sind ein Volk in dem wir uns Heute aufregen und unser Wut überall loslassen und Morgen zahlen wir ganz still die neuen Prämien. Die BR und KK wissen das und können mit uns alles machen was sie wollen. Das ganze System MUSS finanziert werden kein Thema. Aber alles hat seine Grenze und die Grenze ist schon längst erreicht!

  • Ueli am 25.09.2017 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Das Gesundheitswesen braucht dringend

    ...eine Reform. Moderne Behandlungsmethoden stehen nicht im Verhältnis zu Ihren kosten. Ausserdem sollte man selber entscheiden können ob die KK überteuerte Behandlungen deckt oder ob nur das nötigste versichert ist - so könnte man Selber die kosten um 2/3 reduzieren ohne einen unterschied zu merken. Angebot und Nachfrage... Unser Gesundheitssystem bietet zu viel teure Dinge an für die wir nicht bereit wären zu zahlen würde es nicht über die Versicherung laufen, aber schlussendlich tragen wir doch die kosten. Deshalb braucht es höhere Selbstbehalte damit es den Leuten klar wird.

  • Lady X am 25.09.2017 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pech gehabt

    Dann hat meine Krankenkasse ja Pech gehabt. Num gehe ich umso mehr zum Arzt. Auch wenn das nur wegen einem Kribbeln am Ohrläppchen ist. Bezahlt wird es ja :) schliesslich müssen wir auch gezwungenermassen die Prämien bezahlen, ob wir nun zum Arzt gehen, oder eben nicht.

    • Ueli am 25.09.2017 08:34 Report Diesen Beitrag melden

      @Lady X

      Ja ganz toll, so entstehen mehr kosten und die Prämien steigen noch mehr an, jeder will ja was fürs Geld. Doch zum Arzt gehen heisst nicht, dass man auch was kriegt für sein Geld - das ist eine Illusion.

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  • Pit848 am 24.09.2017 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit!

    Und die Löhne? Das würde uns interresieren,mindestens um 10%!

  • Konfrontator am 24.09.2017 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr Normal...

    Ein ja zur Einheitskasse wäre dazumal nicht falsch gewesen... ...im jetzigen System kann es unmöglich weiter gehen zumal jede Kasse machen kann was sie will. Nicht mehr lange und wir sind auf Prämien von CHF 10000. pro Jahr.

    • Heinz am 24.09.2017 23:10 Report Diesen Beitrag melden

      Reine Abzocke der Lobby

      Schön für diejenigen die keine Arbeit mehr haben wegen Gewinnoptimierung in der Arbeitswelt und ja die Boni müssen natürlich auch noch eingerechnet werden. Wieso kostet die gleiche stationäre Behandlung im Spital weniger als eine Ambulante (Luzern. K-Tipp)? Wieso kostet eine OP (Blindarm) in allen Kantonen unterschiedlich, bis mehr als das doppelte (Appenzell/Genf)? Einheitspreise auf die OP, Behandlungen wie auch für die Therapien und Medikamente. OK. Gebe zu wenn ich für die gleiche Arbeit das doppelte verdienen würde, möchte ich auch nicht Einheitspreise.

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