Tourismus

23. April 2017 13:40; Akt: 23.04.2017 19:13 Print

Preise in Schweizer Berghotels sinken stark

Frankenstärke und Gästeschwund: Die Schweizer Hotellerie hatte es auch schon leichter. Nun haben die Probleme zu einem Preiszerfall geführt.

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Die Frankenstärke und der damit verbundene Gästeschwund haben zum Preiszerfall in der Schweizer Hotellerie geführt: Touristen in Zermatt. Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid bestätigt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Unsere internen Schätzungen zeigen: Seit Eintreten der Frankenstärke im Jahr 2011 sind die Hotelpreise in den Schweizer Bergdestinationen durchschnittlich um 10 bis 12 Prozent gesunken.» In den Städten herrscht derweil ein ganz anderer Trend vor. Trotz Wohnungsnot werden in der Stadt derzeit ganze Wohnhäuser zu Apartment-Hotels für Geschäftsreisende umgebaut: Wohnungssuchende stehen Schlange vor einer Liegenschaft in Zürich. Ein Studio mit Kochnische für Langzeitgäste des Hotels Amaris in Olten. 30 Wohnungen mit eigener Küche betreibt Silvia Holzmann, Inhaberin des Hotels Amaris, in Olten und Umgebung. Die Kundschaft solcher Apartment-Studios reicht von Arbeitern aus Ungarn, die einige Wochen auf einer Baustelle aushelfen, bis hin zu Business-Leuten aus dem mittleren und oberen Kader, die beispielsweise für IT-Projekte aus Deutschland anreisen. Je nach Grösse und Ausstattung kostet ein Apartment 1500 Franken bis 4000 Franken pro Monat. Die Schlüssel für das Apartment können die Gäste an der Rezeption des Hotels in Olten abholen. Auch Joe Hegglin bietet seit 2008 mit den Anstatt-Hotels-Business-Apartments in Luzern, in Hochdorf und in Aristau im Aargau an. Die Apartments sollen den Gästen mit Dusche/WC und komplett eingerichteter Kochnische ein Zuhause auf Zeit bieten.

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Die Frankenstärke und der damit verbundene Gästeschwund haben zum Preiszerfall in der Schweizer Hotellerie geführt. Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid bestätigt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Unsere internen Schätzungen zeigen: Seit Eintreten der Frankenstärke im Jahr 2011 sind die Hotelpreise in den Schweizer Bergdestinationen durchschnittlich um 10 bis 12 Prozent gesunken.»

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Die Hotelbranche selbst schätzt die Lage noch dramatischer ein. Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig spricht im Schnitt von 15-prozentigen Abschlägen in den letzten fünf Jahren: «Grundsätzlich gilt die Regel: fünf Prozent weniger Logiernächte, zehn Prozent Prozent tieferer Preis.»

Orte mit Überangebot leiden

Orte mit einem Überangebot hätten wesentlich stärker gelitten, sagt Züllig. Ernst Wyrsch, Präsident von Hotelleriesuisse Graubünden, geht von bis zu 20-prozentigen Rückgängen für Davos aus. Dort eröffneten internationale Hotelketten in den letzten Jahren mehrere Häuser, die Zahl der Betten stieg stark an. Selbst Zermatt konnte sich dem Preisrutsch nicht entziehen. Dort sanken die Preise seit 2011 um 10 bis 15 Prozent.

Jürg Schmid gibt sich dafür für die Zukunft optimistisch. Er erwartet diesen Sommer mehr europäische und chinesische Reisende: «Die Talsohle scheint erreicht, sodass wir für den Sommer verhalten optimistisch sein dürfen.»

Erholung bei asiatischen Gästen

Nach einem Einbruch bei den Gästen aus China im vergangenen Jahr erwartet Schmid in diesem wichtigen Markt eine Erholung. «Die chinesischen Reiseveranstalter melden uns für diesen Sommer bereits wieder wachsende Zahlen.»

Auch bei den europäischen Gästen rechnet er mit einem Wachstum. «Die Auswirkungen der Frankenstärke waren heftig, aber wir werden bald wieder steigende Gästezahlen aus dem Euroraum sehen.»

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Demon Man am 23.04.2017 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Wenn die Preise drei Jahre nacheinander um 20 Prozent gesunken sind, dürften sie etwa der gebotenen Leistung und Infrastruktur entsprechen.

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  • lauretta am 23.04.2017 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    unprofessionell

    der gästeschwund liegt an der unprofessionalität der hiesigen gastgeber. in der ch fehlt schlicht die herzlichkeit. diejenigen die in die schweiz kommen, haben genug geld, also spielt das priesniveau kaum eine rolle, aber die gastfreundschaft schon. und das haben die schweizer einfach nicht im griff....überall ausländisches personal und köche macht es auch nicht grade besser.

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  • Rouliboy am 23.04.2017 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Dieses ewige Gejammer der Hoteliers...

    Die Preise sind am Zerfallen ??? 10-15 % Rabatt bekomme ich in Asien in jeden Hotel (auch gehobene Klasse) wenn ich zum Bespiel bar zahle - das ist wieder das gewohnte Jammern auf allerhöchstem Niveau.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Schmidt am 24.04.2017 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preis

    nicht nur die Preise sinken sondern auch der Service und das schon lange!!!!!

  • brabant01 am 24.04.2017 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geiz und Gier

    wir sollten besser ein Preisnivo vom Zimmer nehmen welche das hotel minimal pro Jahr ein Auslastung erreicht vom etwa 70 %. Gäste im Haus bedeutet auch mehr Restaurant Umsatz... In ein Gastrobetrieb geht es um das ganze Angebot wenn man Umsatz generieren möchte und nicht jede Abteilung alleine. Die viele schlecht ausgebildete Arbeitskräfte sind ein anderes grosses Problem..sehr schlechte Fachkenntnisse...Sprachverständnis problematisch...Persönliche hygiene und Kleidung mangelhaft..möchte auch nicht in ein Bergrestaurant vom Jeanspersonal bedient werden.... Aber die meiste Wirte sind Köche und achten fast nur auf die Küche den Rest ist leider wegen mangelende Kenntnis sehr Schwach... Gratuliere schweizer Gastro.. ihr habt mit Geiz und Gier viel kaput gemacht also nicht Jammern.....!!!

  • Jürg Baer am 24.04.2017 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Fakt ist, die Preise sind zu hoch.

    Vor allem als Familie ist Urlaub in der Schweiz zu teuer. Ich finde, die Preise müssten sich an den Einheimischen orientieren und nicht an reichen Ausländern. Ein Beispiel: Wir (Familie, zu viert) waren Ostern skifahren. Die 4 Tage kosteten uns deutlich über 2000 CHF. In Österreich kostet das etwa die Hälfte. Da denkt man schon nach, wo man nächstes Jahr hinfährt...

  • Samba am 24.04.2017 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Einheimisches Personal

    Wenn ich Ferien in einem Hotel mache, dann tue ich das dort, wo das Hotel mit regionalem Personal bestückt ist. Von Küchen- bis Service-Personal und Zimmer-Angestellten. Bedauerlicherweise finde ich das in der Schweiz kaum noch. Folglich mache ich Ferien dort, wo dieses Angebot noch besteht.

  • tiffany am 24.04.2017 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Überlegung

    Viele vergessen bei ihren Reklamationen Betreff den schweizer Preisen: wir wollen schliesslich ja alle auch einen schweizer lohn oder? oder kommt ihr mit einem Lohn wie er in div. anderen Ländern bezahlt wird klar? es ist eine miese Situation im Moment... aber wichtiger finde ich den Gedanke : WISO ERÖFFNEN IMMER NEHR UND MEHR HOTELS? es wäre für den kompletten schweizer tourismus besser, würde man mit den bereits vorhandenen Betrieben arbeiten. so wäre die Auslastung der Gäste auf weniger Betriebe verteilt sprich die Übernachtungen. aber nein anstelle dessen eröffnen alleine in Basel 2 weitere neue Hotels. das ist meiner Meinung nach ein Witz.