Rekordverlust

10. April 2012 11:47; Akt: 10.04.2012 11:48 Print

Sony steckt in einer tiefen Krise

Die Lage beim japanischen Elektronikkonzern Sony spitzt sich dramatisch zu: Der Milliarden-Verlust wird doppelt so hoch ausfallen wie bisher befürchtet.

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Die Hoffnung stirbt zuletzt, doch Sony schreibt im vierten Jahr in Folge rote Zahlen. (Bild: Keystone)

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Sony, der Hersteller der Playstation, revidierte am Dienstag seine Ertragsprognose für das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr drastisch nach unten und geht jetzt von einem Rekordverlust von 520 Mrd. Yen (5,9 Mrd. Fr.) aus.

Im Februar war der einstige Vorzeigekonzern noch von einem Fehlbetrag von 220 Mrd. Yen ausgegangen. Sony nannte als Grund erhöhte Steueraufwendungen vor allem in den USA, was dem Unternehmen zusätzliche Kosten von 300 Mrd. Yen bescherte.

Massiver Preisverfall

Damit steckt Sony im nunmehr vierten Jahr in Folge tief in den roten Zahlen fest. An Umsatz erwartet der Konzern weiterhin 6,4 Billionen Yen, hiess es. Sony kämpft schon seit Jahren mit massiven Problemen. Dem Kerngeschäft mit Unterhaltungselektronik wie Fernseher machen ein massiver Preisverfall, eine schwächelnde Nachfrage und der starke Yen zu schaffen.

Bei den immer wichtiger werdenden Smartphones konnte das bisherige Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson nicht mit Marktführern wie Apple und Samsung mithalten. Und auch Spielekonsolen wie die Playstation sind in Zeiten von Smartphone-Spielen nicht mehr so lukrativ wie einst.

Arbeitsplatzabbau vorgesehen

Sonys neuer Chef Kazuo Hirai will an diesem Donnerstag in Tokio seine Strategie vorstellen, um das einstige Vorzeigeunternehmen aus der Krise zu führen. Japanischen Medienberichten zufolge sollen weltweit 10 000 Arbeitsplätze wegfallen, rund 6 Prozent der Gesamtbelegschaft.

Doch mit Stellenstreichungen alleine wird Hirai den Pionier der Elektronikbranche, der einst den Walkman erfand und in den 1980er Jahren von Erfolg zu Erfolg eilte, nicht wieder auf Kurs bringen können, meinen Experten.

Hirai muss neben Kostensenkungen einleiten auch interne Hindernisse für mehr Innovation aus dem Weg räumen. Der Manager war bereits im Playstation-Bereich erfolgreich und versuchte zuletzt, die Wende im schwächelnden Geschäft mir Unterhaltungselektronik zu schaffen.

Einheitliche Software

Im vergangenen Monat kündigte das Unternehmen die Initiative «One Sony» an, die künftig die Bereiche Spiele, mobile Geräte und Dienste sowie Digital Imaging zu den drei Säulen des Unternehmens machen soll. Mit Hilfe einheitlicher Software sollen die verschiedenen Geräte des Unternehmens stärker miteinander vernetzt werden.

Daran hatte allerdings auch schon sein Vorgänger Howard Stringer gearbeitet, der nach sieben Jahren an der Spitze fortan den Verwaltungsrat leitet. Anders ist allerdings jetzt, dass das Smartphone-Geschäft nach der Auflösung des Gemeinschaftsunternehmens mit Ericsson komplett in der Hand von Sony liegt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tinu Haw am 10.04.2012 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Produkte Top - Konkurrenz macht werbung

    Nur wer keine Ahnung hat, behauptet dass Sony nicht weiterhin top ist. Der beste TV im Markt (HX920) kommt zweifellos von Sony - aber die Konsumenten springen ja total kopflos sinnlosem Design und Gadgets nach. Japaner bauen was sinnvoll ist, Koreaner das was der Konsument oberflächlich sucht. Wer sich mit viel Geld in den Handel einkauft, diktiert den Markt - genau so macht es z.B. Samsung. Lächerliche Beträge werden bezahlt um prominent vertreten zu sein, das machen die Japaner nicht. Gefragt sind ehrliche Verkäufer, in der heutigen Zeit eine absolute Seltenheit.

  • Fank Nasitta am 10.04.2012 23:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sony - das Disaster

    Sony hat es immer versäumt, mit dem Rest der elektronischen Welt kompatibel zu sein. Wenn Manager mehr an ihr tolles Salär als an Marktentwicklungen und Innovationen denken, ist eine so schöne Firma wie Sony samt Marke schnell pleite.

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  • Ehemaliger Sonykonsument am 10.04.2012 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Mit Produkten mit absichtlich verkürzter Lebensdauer lässt sich der Kunde längerfristig eben nicht zufriedenstellen! Zudem hat Sony in den letzten Jahren geschlafen, wenn es um Innovation geht. Das festigt meine Entscheidung, nie mehr ein Sonyprodukt anzuschaffen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fank Nasitta am 10.04.2012 23:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sony - das Disaster

    Sony hat es immer versäumt, mit dem Rest der elektronischen Welt kompatibel zu sein. Wenn Manager mehr an ihr tolles Salär als an Marktentwicklungen und Innovationen denken, ist eine so schöne Firma wie Sony samt Marke schnell pleite.

    • Regza am 11.04.2012 10:54 Report Diesen Beitrag melden

      Hopla

      Gemäss Ihrer Feststellung sieht die Zukunft von Apple sehr finster aus

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  • Tinu Haw am 10.04.2012 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Produkte Top - Konkurrenz macht werbung

    Nur wer keine Ahnung hat, behauptet dass Sony nicht weiterhin top ist. Der beste TV im Markt (HX920) kommt zweifellos von Sony - aber die Konsumenten springen ja total kopflos sinnlosem Design und Gadgets nach. Japaner bauen was sinnvoll ist, Koreaner das was der Konsument oberflächlich sucht. Wer sich mit viel Geld in den Handel einkauft, diktiert den Markt - genau so macht es z.B. Samsung. Lächerliche Beträge werden bezahlt um prominent vertreten zu sein, das machen die Japaner nicht. Gefragt sind ehrliche Verkäufer, in der heutigen Zeit eine absolute Seltenheit.

  • Assf am 10.04.2012 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Xbox 4ever

    Verlangt wie bei xboxlive für jeden psnetworknutzer eine jährliche gebühr von 100.- und das problem wäre gelöst. Damit könnte sich sony auch von weiteren peinlichen hackerangriffen schützten.

    • Freeonlinegamer am 11.04.2012 11:04 Report Diesen Beitrag melden

      Never!

      Nur weil sich X-Box Kunden von M$ freiwillig abzocken lassen und sich auch noch darüber freuen, lässt das noch lange nicht jeder mit sich machen. Zudem kommen noch alle 2 Jahre die Kosten für eine neue Box wegen dem Rrod. dazu. XBoxlive wurde übrigens in den letzten Jahren mehrere male gehackt, jedoch waren bisher "nur" ein paar tausend amerikanische Kunden betroffen, deshalb hört man hier nicht viel davon.

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  • babs am 10.04.2012 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    ware nicht lieferbar

    tja wer keine Ware liefern kann, der verdient halt auch nichts... Sony Objektive für Kameras sind seit Monate nicht lieferbar und man weiss auch nicht wann die wieder erhältlich sein sollen. Da greift halt manch ein Kunde lieber zum günstigeren Alternativ Tamron.

  • Beat Nik am 10.04.2012 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Gerade der Preiszerfall in der UE ist einfach traurig. Überall nur noch Geiz ist Geil. Qualität finde ich aber noch viel geiler!