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23. April 2017 20:30; Akt: 23.04.2017 20:30 Print

Terrorangst beeinflusst Schweizer Ferienpläne

Plötzlich ist die Schweiz als Ferienland auch bei den Schweizern wieder gefragt. Grund dafür ist die Angst vor Terror, wie eine repräsentative Studie zeigt.

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Mit dem Reisebarometer realisierte der TCS zum ersten Mal in seiner 120 jährigen Geschichte eine repräsentative Studie zum Reiseverhalten der Schweizer Bevölkerung. Nebst Erkenntnissen zu den Trenddestinationen 2017 und dem typischen Reiseverhalten, zeigt die von gfs.bern durchgeführte, repräsentative Studie auf, welche Sorgen, Ängste und Befürchtungen bei den Schweizerinnen und Schweizern im Zusammenhang mit dem Thema Reisen bestehen.

Die grösste Sorge ist klar die Angst vor Terroranschlägen. Entsprechend wählt die Schweizer Bevölkerung ihre Reiseziele.

Bei den Reisedestinationen zeigt sich ein starker Trend zu Ferienorten in der Schweiz oder dem naheliegenden Ausland, was sich unter dem Motto «Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt?» zusammenfassen lässt.

Terrorangst bestimmt das Reiseziel

Die Angst vor Terrorismus und die fehlende Sicherheit prägen das Reiseverhalten der Schweizerinnen und Schweizer am stärksten. 60% der Befragten gaben an, dass die Terrorgefährdung ein sehr wichtiges Kriterium bei den Reiseüberlegungen ist.

Wichtig ist Schweizern auch die Gastfreundschaft der Bewohner des Ferienlands (46%). Deutlich weniger wichtig sind Risiken wegen Naturgewalten (27%) oder Sprachprobleme (15%).

Am liebsten ins Tessin

Die Schweiz ist als Reiseland wieder attraktiver
Bei der Beurteilung der Attraktivität von 14 typischen Reisedestinationen anhand einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (top), zeigte sich, dass sich mit dem Tessin (7.2), Graubünden (6.9) und dem Wallis (6.7) gleich drei Schweizer Destinationen unter den vier am besten bewerteten befinden.

Eine ähnlich gute Bewertung erreichte nur noch Italien (7.0). Am schlechtesten bewertet wurden die Türkei (3.1), die Arabischen Emirate (3.4) und Ägypten (3.6).

Europa liegt den Schweizern nahe

Die kulturelle Nähe ist den Schweizern wichtig. Darum folgen als zweitattraktivste Reisedestination ihre Nachbarländer Deutschland, Österreich und Frankreich, sowie Spanien und Portugal.

Kein Land ausserhalb Europas erreicht diesen Status. Interessant ist, dass die nahen und bekannten Ziele in und um die Schweiz für die Jüngsten kaum weniger attraktiv sind, als für die über 66-Jährigen.

Zudem werden auch Ägypten, die Arabischen Emirate und die Türkei von den «abenteuerlustigeren» Jungen sichtlich weniger attraktiv bewertet als alle anderen Reiseziele.

Röstigraben auch beim Reiseverhalten

Die Deutschschweizer reisen anders als die Romands und Tessiner. Ferien im Ausland und am Meer werden in der lateinischen Schweiz attraktiver bewertet als in der Deutschschweiz. Zudem zieht es die Tessiner überdurchschnittlich gerne in exotische Länder, wogegen die Deutschschweizer am liebsten die Schweiz und Europa bereisen.

Die Studie zeigt auch: Romands sind generell reise- und entdeckungsfreudiger als Deutschschweizer.
Die drei Schweizer Reisetypen: Entdecker, Bewahrer und Nichtreisende

Die Schweizer lassen sich bezüglich Reiseverhalten in drei Typen gliedern. Die grösste Gruppe bilden die Bewahrer (42%). Sie machen gerne Ferien in der Schweiz oder kehren immer wieder an ihnen bekannte Ferienorte zurück.

Die mittlere Gruppe sind die Entdecker (36%). Sie lieben alles Abenteuerliche und finden nichts so attraktiv wie eine Reise nach Australien oder Neuseeland.

Die kleinste Gruppe bilden die Nichtreisenden (22%). Ihre Devise lautet: Je näher desto besser.

(zum/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erika Stutzer am 23.04.2017 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Norden

    Fahre zum Nachbarn! Es geht an die Nordsee und nach Lüneburg.

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  • Celine am 23.04.2017 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Welt dreht sich

    Bei den diesjaehrigen Schulabgaengern steht im Kt. Waadt im Mai die 1 woechige Studienreise bevor. In unserem Schulhaus haben viele Klassen die Hit Destignationen (London, Paris, Berlin und Madrid) durch andere Destignationen ersetzt da viele Lehrer wegen den Anschlagen nicht mehr dirthin wollen. Mein Sohn faehrt in die Toskana mit einem super tollen Programm Kultur, Shopping fuer die Girls und viel Sport). Auch wir als Familie werden einen Teil des Urlaubs in der schoenen CH verbringen und ein paar Tage in Italien.

  • Whisk am 23.04.2017 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ferien im Kanton Tessin

    Im Ticino Ferien machen lohnt sich doppelt, mit dem neuen Ticino Pass ab diesem Jahr. Gratis mit der Bahn und Postauto im ganzen Kanton Ausflüge machen. Ausflüge in die Berge mit 30% Ermässigung. Ich habe diverse Ausflüge gemacht. Super!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kein Kommerztourist am 24.04.2017 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Terrorangst, Prinzip!

    Das ich in gewissen Ländern nicht friede freude Ferien machen möchte, während das eigene Volk verfolgt wird, hat absolut nichts mit Terrorangst zu tun. Gewisse Länder meide ich einfach schon aus Prinzip. Allen voran Länder ihnen die Menschenrechte verletzt werden.

  • fk am 24.04.2017 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    fk

    ich verstehe es nicht. ich gehe jedes jahr nach ägypten. wieviele kommen bei einem terroranschlag weltweit ums leben im vergleich zur anzahl strassenverkehrsopfer nur in der schweiz? dann müsste man zuerst aufhören autofahren!

    • Arafat am 24.04.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

      Rotes Meer

      @fk Genau so ist es. Ägypten ist mittlerweile schon fast meine zweite Heimat. Insbesondere El Gouna ist ein kleines Paradies. Genauso sicher und sauber wie die Schweiz, halb so teuer, fast jeden Tag Sonne, Meer, wunderschöne Lagunen, Flaniermeilen mit unzähligen nationalen und internationalen Restaurants der Extraklasse, Bedienung durch einheimisches, wesentlich freundlicheres und entspanntes Personal. Leider gerade zurück...

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  • Die Eltern am 24.04.2017 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Scheint mir absolut logisch zu sein, einige Destinationen aus dem Kopf zu streichen. Wir sind in den Ferien wiederum in den Bergen anzutreffen. Auch wenn nicht ausgeschlossen werden kann, zwischendurch mal unsere 4 Pelerinen aus dem Rucksack zu kramen. Regen ghört zum Leben.

  • Sashditrash am 24.04.2017 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auto fahren ist gefährlicher

    Ich gehe einen Monat nach Istanbul. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 0.0001 werde ich Opfer eines Terroranschlags... eher werde ich vom Auto überfahren ;)

  • Phil am 24.04.2017 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Angst...

    Die Wahrscheinlichkeit, an einem Strassen-, Arbeits oder sonstigen Unfall zu sterben ist höher als die durch einen Terroranschlag. Das wird immer wieder vergessen. Jeden 1,5 Tage gibt es einen Toten auf der Strasse..... Und durch Terror?